Belgier siegt zum zweiten Mal in Ardooie

Boonen: Der Schrecksekunde folgte der Befreiungsschlag

Von Christoph Adamietz

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Tom Boonen (Etixx Quick Step) | Foto: Cor Vos

12.08.2015  |  (rsn) - Hupend fuhren die Etixx-Quick-Step-Begleitfahrzeuge am Abend als Vorhut auf dem Parkplatz des Teamhotels. Die Fahrer hatten auch allen Grund zur Freude, denn Kapitän Tom Boonen hatte wenige Stunden zuvor die 3. Etappe der Eneco-Tour gewonnen.

Der Belgier kam kurze Zeit später an der Seite des Sportlichen Leiters Wilfried Peeters vorgefahren und machte, nachdem er sich die Glückwünsche des im Hotel gebliebenen Betreuerstabs abgeholt hatte, im Gespräch mit radsport-news.com einen entspannten und zufriedenen Eindruck.

Darauf angesprochen, ob es für ihn etwas Besonderes sei, nach so langer Zeit (Boonen siegte letztmals 2009, d. Red) wieder bei der Eneco-Tour erfolgreich gewesen zu sein und dabei gleich noch Weltklassesprinter wie Arnaud Démare und André Greipel geschlagen zu haben, meinte Boonen: „Es ist nicht so lange her, da habe ich Démare bei der Belgien-Rundfahrt geschlagen, und Greipel habe ich im letzten Jahr hinter mir gelassen. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg, da ich merke, dass die Form gut ist. Das gibt Selbstvertrauen für die weitere Saison.“

Für Boonen war es übrigens nach 2008 der zweite Erfolg in Ardooie, allerdings verband er mit der Zielankunft nicht nur Positives. „Wir hatten schlechte Erinnerungen an das letzte Jahr mit dem schlimmen Sturz von Zdenek Stybar. Deshalb habe ich den Jungs gesagt, sie sollen im Finale unbedingt vorne fahren“, erklärte Boonen, dass die Tempoverschärfung am Ende der Etappe kein taktisches Mittel gewesen sei, um die Konkurrenz zu überraschen.

Dennoch war dies der entscheidende Schachzug, denn dadurch verloren Greipel und weitere Sprinter im lang auseinander gezogenen Feld ihre guten Positionen und Boonen konnte seine gute Ausgangssituation in seinen dritten Saisonsieg ummünzen.

„Der Sprint war sehr hektisch. Ich selbst habe einen Moment gewartet und normalerweise ist es zu spät, wenn du einmal wartest. Doch diesmal hat es geklappt“, schilderte der 34-Jährige das Finale und gab zu Protokoll, selbst noch eine Schrecksekunde überstanden zu haben. „Démare wäre mir, als er den Sprint eröffnet hat, beinahe noch ins Rad gefahren, zum Glück ging es gut aus.“

Durch sein Erfolgserlebnis am Mittwoch, könnte nun auch die Gesamtwertung von Interesse sein - zumindest kurzzeitig. Denn Boonen liegt vor dem Zeitfahren nur eine Sekunde hinter dem niederländischen Spitzenreiter Jasper Asselman (Roompot).

„Natürlich ist die Gesamtführung nicht weit entfernt und ich bin kein schlechter Zeitfahrer. Aber ich werde mich hauptsächlich auf die Etappen am Freitag und am Sonntag konzentrieren, da will ich mich testen. Ich denke, der Abschnitt am Samstag ist zu schwer für mich. Wichtig ist, mit einem guten Gefühl aus der Eneco-Tour heraus zu gehen und die bisherige Bilanz mit einem Sieg und Platz drei ist ja nicht so schlecht", fasste Boonen sichtlich zufrieden zusammen.

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