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03.09.2012 | (rsn) – Die 16. Etappe der Vuelta a Espana werden die Protagonisten wohl so schnell nicht vergessen. Denn der 19,4 Kilometer lange Schlussanstieg hinauf in die Schotterwüste der Cuitu Negru mit einem Höhenunterschied von 1340 Metern hatte es wahrlich in sich.
Immer wieder musste das Führungsduo mit dem späteren Etappensieger Dario Cataldo (Omega-Pharma-Quick-Step) und dessen Fluchtgefährten Thomas de Gendt (Vacansoleil-DCM) Rampen mit bis 24 Prozent Steigung überwinden. Auf den letzten 300 Metern drohte Cataldo sogar noch einzugehen. Die Zunge herausstreckend schien der Italiener beinahe vom Rad zu fallen, doch auch de Gendt hatte auf der Schlussrampe nichts mehr zuzusetzen und kam mit sieben Sekunden Rückstand ins Ziel.
„Das ist ein unglaublicher Sieg, weil ich mich heute Morgen wegen meines gestrigen Sturzes nicht 100-prozentig fit gefühlt habe”, sagte Cataldo, der sich am Sonntag Hüft- und Knieprellungen zugezogen hatte. „Der letzte Kilometer war der längste meines Lebens. Auf den letzten 100 Metern hätte ich am liebsten meinen Fuß auf den Boden gesetzt, aber ich habe weitergemacht, weil ich Davide Bramati (Sportlicher Leiter) im Radio hatte und weil das Publikum so nahe an mir dran war und mich angefeuert hat. Ich habe alles gegeben, um die Ziellinie zu passieren, und als ich das geschafft hatte, war ich zwar glücklich, aber zu müde, um den Sieg feiern zu können.“
"Heute hat alles geklappt. Wir hatten gehofft, dass de Gendt nicht mehr so stark ist wie beim Giro und Cataldo in den ganz steilen Passagen eine Chance bekommt", ergänzte Jan Schaffrath, Sportlicher Leiter bei Omega-Pharma-Quick-Step.
Doch hatte das noch wirklich viel mit Radsport zu tun? Zugegeben: Ähnliche Bilder gab es in der Vergangenheit auch am Alto Angliru in Asturien zu sehen. Doch an der Cuitu Negru, der „Schwarzen Spitze“, wurde manch einem im Finale wahrlich schwarz vor Augen. Für viele der abgehängten Fahrer ging es schlichtweg ums Ankommen, ums sportliche Überleben.
Zu diesem Zeitpunkt war die Live-Übertragung längst beendet. Eurosport-Co-Kommenatator Jean-Claude Leclercq brachte es in seinem Schlusssatz auf den Punkt: „Die Hinteren sieht heute keiner mehr, die tun mir leid. Wer nicht zu den Bergfahrern zählt, für den wird es die Hölle sein.“
Bis das Tagesklassement stand, vergingen etliche Minuten. Bereits der Etappen-50., ein gewisser Hernani Broco vom Team Caja Rural, wies einen Rückstand von mehr als 18 Minuten auf. Ihm sollten noch 130 Fahrer folgen. Als Letzter überquerte Laurent Didier (RadioShack-Nissan) mit 37:43 Minuten Verspätung den lange herbeigesehnten Zielstrich.
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