68. Polen-Rundfahrt: Ire vor der Titelverteidigung

Daniel Martins zweite Attacke saß

Von Wolfgang Brylla aus Bukowina Tatrzańska

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Daniel Martin (Garmin-Cervélo) nach seinem Sieg auf der Königsetappe der 68. Polen-Rundfahrt | Foto: ROTH

05.08.2011  |  (rsn) - Daniel Martin (Garmin-Cervélo) steht vor seinem zweiten Gesamtsieg bei der 68. Auflage der Polen-Rundfahrt (WT). Auf der Königsetappe nach Bukowina Tatrzańska war gegen den bärenstarken Iren kein Kraut gewachsen. Der 24-jährige Martin musste allerdings zweimal angreifen, um seine Gegner in die Schranken zu verweisen. Erst die zweite Attacke saß und versetzte seinen Rivalen den K.o.

Am Freitag mussten die Rennfahrer 207 Kilometer rund um Bukowina Tatrz. bewältigen. Mit elf Bergwertungen der 1. Kategorie gehörte die 6. Etappe zu einer der schwersten in den letzten Jahren. Je viermal mussten der bis zu 23 Prozent steile Gliczarów (984 Höhenmeter) und Ząb (975 Höhenmeter) erklommen werden. Außerdem stand auch der Bustryk-Anstieg (980 Höhenmeter) im Programm.

Nach ungefähr 30 Kilometern bildete sich eine zehnköpfige Ausreißergruppe mit dem Deutschen Simon Geschke (Skil-Shimano), dem Österreicher Thomas Rohregger (Leopard-Trek), den Polen Jacek Morajko (CCC Polsat) und Michał Gołaś (Vacansoleil-DCM), den Spaniern Oscar Pujol (Omega Pharma-Lotto) und Patxi Vila (De Rosa), den Italienern Diego Ulissi (Lampre-ISD) und Moris Possoni (SkyTeam), dem Luxemburger Laurent Didier (Saxo Bank-Sungard) und dem Portugiesen Nelson Oliveira (RadioShack).

Die Ausreißer konnten einen Vorsprung von maximal fünf Minuten herausfahren. Eine sehr starke Leistung zeigte vor allem Gołaś, der nach dieser Saison Vacansoleil-DCM in Richtung Quick Step verlassen wird. Der 26-jährige Pole gewann fast alle Bergwertungen und wurde mit dem Trikot des besten Bergfahrers belohnt, das er am letzten Tag nicht mehr verlieren wird. Auf den Runden in Krakau wird nämlich keine einzige Bergprämie mehr ausgetragen.

Im Hauptfeld, wo immer mehr Fahrer den Anschluss verloren, machten sich vor allem Lampre-ISD, Liquigas-Cannondale und Garmin-Cervélo an die Aufholarbeit. 26 Kilometer vor der Ziellinie wurden die Ausreißer eingeholt, nur Rohregger versuchte noch auf eigene Faust vorne zu fahren. Nachdem auch der 28-jährige Österreicher gestellt worden war, setzte der Pole Jarosław Marycz (Saxo Bank-Sungard) nach. Auch seine Attacke war jedoch zum Scheitern verurteilt.

Martin griff zuerst am letzten Gliczarów-Anstieg an. In der Abfahrt wurde er von Marek Rutkiewicz (CCC Polsat) überholt, der volles Risiko ging, das sich allerdings nicht bezahlt machte. Der Pole musste wieder wie am Vortag schließlich passen. Das Durcheinander in der Führungsgruppe versuchten dann der Freiburger Fabian Wegmann (Leopard-Trek) und der Brite Stephen Cummings (Sky) zu nutzen – allerdings auch vergebens. Letztendlich konnte sich Martin erst 500 Meter vor dem Ziel nach einer beeindruckenden Attacke absetzen. Den zweiten Platz belegte der Niederländer Wout Poels (Vacansoleil-DCM). Dritter wurde sein Mannschaftskollege Marco Marcato.

Bester Deutscher war Johannes Fröhlinger (Skil-Shimano), der sich auf Rang 31 meldete vor Wegmann, der im Gesamtklassement den 28. Platz belegt (+ 2.21 Min.). Neuer Gesamtführender ist Martin mit einem Vorsprung von drei Sekunden auf den bisherigen Gesamtführenden, den Slowakischen Meister Peter Sagan (Liquigas-Cannondale) und Marcato.

„Es wird sehr schwer werden, zum zweiten Mal in Folge die Polen-Rundfahrt zu gewinnen, denn Sagan ist ein sehr guter Sprinter“, zeigte sich martin nach dem Rennen zurückhaltend. „Jedenfalls ist das Gelbe Trikot ein Bonus und eine Überraschung.“

Der im Finale von Krämpfen geplagte Sagan hat den Kampf um den Gesamtsieg noch längst nicht aufgegeben. „Das Rennen ist noch nicht entschieden. Ich werde morgen versuchen, in den Zwischensprints Bonussekunden zu ergattern“, so der 21-Jährige, der seine Erfolgsaussichten in einem Massensprint offenbar nicht allzu hoch einschätzt.

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