Müllers Mendoza-Tagebuch

Auf der Abfahrt stand das Wasser zentimeterhoch

Von Robert Müller

Foto zu dem Text "Auf der Abfahrt stand das Wasser zentimeterhoch"
Robert Müller (rechts) und seine Fratelli-Teamkollegen bei der Vuelta Ciclista de Mendoza | Foto: privat

22.02.2024  |  (rsn) - Nach zwei Nächten außerhalb sind wir zurück in unserem Hotel mitten in Mendoza, einer wirklich schönen Stadt am Fuß der Anden und an der berühmten Fernstraße Ruta 40. Es gibt hier viele kleine Parks in der Stadt, viele Alleen, moderaten Verkehr und es ist unglaublich sauber. Zum Essen laufen wir immer zehn Minuten in ein anderes Hotel und meistens gibt es Hühnchen oder Steak mit Reis oder Nudeln. Der Start zur 4. Etappe über erneut 160 km lag fast direkt vor unserem Hotel, also war diesmal kein Transfer nötig.

Nach ein paar Kilometern Einrollen ging es auf die Autobahn und gleich auf eine unangenehme Windkante. Das Feld zerriss recht schnell in mehrere Gruppen und ich war irgendwo im hinteren Bereich. Dann begann schon der lange Anstieg in Richtung Stausee auf 1600 m und in der Ferne blitzte und donnerte es bereits und bald fing es an stark zu regnen. Berghoch war es noch eine angenehme Erfrischung, aber in den kurzen Zwischenabfahrten und Kurven musste man sehr vorsichtig sein, denn das Wasser stand zentimeterhoch auf der Straße.

Am Ende des Stausees bog meine abgehängte Gruppe auf eine große Straße ein, auf der normaler Verkehr in beide Richtungen herrschte. Nur ein Polizeimotorrad lotste uns in der Mitte der Fahrbahn an Autos und LKWs vorbei, bis wir den höchsten Punkt erreicht hatten. Dann war auf der sehr langen Abfahrt die Straße wieder für uns frei. Es hatte mittlerweile aufgehört zu regnen und die Gruppe war irgendwie auf 30-40 Fahrer angewachsen und es ließ sich entspannt mitrollen. Ein Fahrer informierte mich darüber, dass die nächste Gruppe drei Minuten vor uns sei und die Spitze zehn Minuten.

Nach 100 km holten wir die große Gruppe vor uns ein und vereinigten uns zum Hauptfeld, in dem sehr gemächlich gefahren wurde. Wir waren hier zu fünft vertreten und hatten mit Marco Peluso einen Mann in der Spitzengruppe, die schon etwa zwölf Minuten vor uns lag. Es dauerte nun nicht mehr lange, bis wir auf den Zielrundkurs von zehn Kilometern Länge einbogen, den wir fünf mal zu absolvieren hatten. Es waren viele Gruppen und Grüppchen auf der Runde unterwegs und wir bummelten im Feld gewaltig. So sehr, dass wir von mehreren Gruppen überrundet wurden.

Wegen unseres enormen Gebummels wurde uns dann die letzte Runde erlassen, wobei wir erstaunlicherweise trotzdem die ausgeschriebenen 160 Kilometer auf dem Tacho stehen hatten. Im Tagesergebnis bekamen wir fast eine halbe Stunde Rückstand auf den Sieger notiert, was mir aber komplett egal ist. Nach dem Ziel kamen Zuschauer zu uns und erkundigten sich, ob und wie man unsere schönen Teamtrikots mit Blumenmuster kaufen kann. Zurück zum Hotel fuhren wir eine halbe Stunde mit dem Rad. Die 5. Etappe führt dann über nur 135 km, allerdings mit einer Bergankunft auf 1800 m Höhe.

Gez. Sportfreund Radbert

Mehr Informationen zu diesem Thema

26.02.2024Trikottausch nach der Schlussetappe

(rsn) - Der Start zur 8. und letzten Etappe über wellige 120 Kilometer lag nicht weit vom Hotel in Mendoza entfernt und erfolgte erst um kurz nach 16 Uhr. Daher hatte ich am Vormittag Zeit, endlich

25.02.2024Im Schneetreiben mit Platten auf 3840 Metern Höhe gefahren

(rsn) - Der Tag begann nach einer kurzen Nacht, da wir nach einem langen Transfer erst um ein Uhr ins Bett gekommen waren, mit einem Frühstück um sieben Uhr. Der Start zur Königsetappe, die parado

25.02.2024Wir fuhren ein paar Kurven, die es nicht hätte geben sollen

(rsn) - Zum Start der komplett flachen 6. Etappe über 170 Kilometer hatten wir einen einstündigen Transfer zu absolvieren. In der Startaufstellung stand ich ganz vorne und konnte zum ersten Mal das

23.02.2024Es war ein ständiger Tanz um die gefährliche Rille herum

(rsn) - Zum Start der 5. Etappe konnten wir wieder ein paar Kilometer mit dem Rad hinfahren, allerdings sollten wir wegen einer Zeremonie schon über eine Stunde vorher dort sein. Der Start lag vor e

21.02.2024So langsam habe ich die Nase voll!

(rsn) - Am Vormittag hatten wir einen eineinhalbstündigen Transfer zum Start und aßen dort bei einer Familie, die uns Nudeln kochte, zu Mittag. Ich wechselte noch den Schlauch von meinem Platten vo

20.02.2024Das Chaos des Massensprints mit Respektabstand angesehen

(rsn) - Vor dem Start zur erneut tellerflachen 2. Etappe über 205 km gingen wir in ein Restaurant, um etwas Vernünftiges in den Magen zu bekommen. Diesmal schafften wir es ohne Platten zur Einschre

19.02.2024Wenn man fertig genug ist, kann man überall schlafen...

(rsn) - Vor dem Start der 1. Etappe hatten wir einen einstündigen Transfer mit den Autos, fanden den Startort jedoch nicht gleich. Etwa eine halbe Stunde vorm Start, der hier immer erst 15 Uhr in de

18.02.2024Die dünne Höhenluft in den Anden könnte zum Problem werden

(rsn) - Bon Dia aus Argentinien von der Vuelta Ciclista de Mendoza. Das ist eine traditionsreiche Rundfahrt im Zentrum des Weinbaugebiets östlich der Anden. Sie führt in ihrer 48. Auflage mit einem

Weitere Radsportnachrichten

23.04.2024Zu früh gefreut: Van Poppel zurückgesetzt, Lonardi Etappensieger

(rsn) – Nachdem es an den ersten beiden Tagen der 59. Türkei-Rundfahrt (2.Pro) nicht nach Wunsch gelaufen war, schien bei Bora – hansgrohe auf der 3. Etappe der Knoten geplatzt. Danny van Poppel

23.04.2024Kletterspektakel mit gehörigem Zeitfahr-Einschlag

(rsn) – Die Tour de Romandie war einst die letzte große und wichtige Vorbereitungs-Rundfahrt für den Giro d´Italia. Giro-Favoriten entschieden sich damals zwischen der Schweizer Rundfahrt und dem

23.04.2024Startliste zum Prolog der 77. Tour de Romandie

(rsn) – Der Schweizer Nationalfahrer Luca Jenni eröffnet um 14.50 Uhr den Prolog zur 77. Tour de Romandie (2.WWT). Der nur 2,3 Kilometer lange Parcours von Payerne ist zwar bretteben, dürfte mit s

23.04.2024Tour de Romandie im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die sechstägige Tour de Romandie (2.UWT) hält traditionell für jeden Fahrertypen etwas bereit. Ob Kletterer oder Zeitfahrspezialisten, Sprinter oder Klassikerjäger - sie alle bekommen ihr

23.04.2024Tour de France Femmes ohne Vorjahreszweite Kopecky

(rsn) – Die Vorjahreszweite Lotte Kopecky (SD Worx-Protime) wird auf die am 12. August in Rotterdam beginnende 3. Tour de France Femmes verzichten. Stattdessen wird sich die Weltmeistern auf die Oly

23.04.2024Radsport live im TV und im Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir jeden Morgen

22.04.2024Highlight-Video der 2. Etappe der Türkei-Rundfahrt

(rsn) – Max Kanter (Astana Qazaqstan) hat nach der 2. Etappe der 59. Türkei-Rundfahrt (2.Pro) seinen ersten Profisieg bejubeln können. Der 26-jährige Deutsche setzte sich über 190 Kilometer von

22.04.2024Tour of Turkiye: Taktischer Fehler kostete Dorn das Bergtrikot

(rsn) – Auch auf der 2. Etappe der Tour of Türkiye (2.Pro) haben die deutschen Kontinental-Teams Bike Aid und Rembe Sauerland das Renngeschehen geprägt. Auf dem 190 Kilometer langen Teilstück zw

22.04.2024Kanter sprintet bergauf zu seinem ersten Profisieg

(rsn) – Max Kanter (Astana Qazaqstan) hat auf der 2. Etappe der 59. Türkei-Rundfahrt (2.Pro) seinen ersten Profisieg eingefahren. Der 26-jährige Deutsche setzte sich über 190 Kilometer von Kemer

22.04.2024Wiebes wie Kopecky bis Ende 2028 bei SD Worx – Protime

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Profiradsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder R

22.04.2024SD Worx - Protime: Sponsoren bleiben an Bord

(rsn) – Bei den Ardennenklassikern blieb das erfolgsverwöhnte Team SD Worx – Protime ohne Sieg. Dafür allerdings konnte der niederländische Frauen-Rennstall am Tag nach Lüttich-Bastogne-Lütti

22.04.2024Van der Poel: “Auch in Top-Form kann ich Tadej nicht folgen“

(rsn) – Auch wenn es nicht zum dritten Sieg bei einem Monument in dieser Saison reichte, gehörte Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) zu den Gewinnern des 110. Lüttich-Bastogne-Lüttich.

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Tour de Romandie (2.UWT, SUI)