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20.06.2008 | (rsn) - Die siebte Etappe der Tour de Suisse führte über 171 Kilometer von Gruyères nach Lyss. Aufgrund des leicht welligen Terrains mit drei Bergwertungen der 4. Kategorie im letzten Renndrittel war das Teilstück für Ausreißer gerade zu prädestiniert. Aber auch die Sprinter rechneten sich noch einmal Chancen aus.
Viele Fahrer gingen ambitioniert in das siebte Teilstück, jeder wollte in der Gruppe des Tages sitzen. Nach fünf Kilometern konnten sich Ivan Santaromita (Liquigas), Gabriel Rasch (Credit Agricole), Anthony Roux (Fdjeux), Markus Zberg (Gerolsteiner), Hector Gonzalez (Saunier Duval), Marcus Burghardt (High Road), Jeff Louder (BMC) und Daniel Musiol (Volksbank) leicht vom Feld absetzen. Das Unterfangen der acht Ausreißer war allerdings nur von kurzer Dauer.
Nach einer Ruhephase gab es nach 20 Kilometern die nächsten Attacken. Insgesamt 18 Fahrer gingen in die Offensive, darunter auch Thomas Lövvkist, der Fünfte der Gesamtwertung. Ebenfalls den Sprung in diese Spitzengruppe schafften Pietro Caucchioli (Credit Agricole), Thomas Dekker (Rabobank), Stephan Schreck (Gerolsteiner), Sylvain Chavanel (Cofidis) und Alessandro Ballan (Lampre). Recht schnell konnte sich die prominent besetzte Spitzengruppe einen Vorsprung von 45 Sekunden herausfahren. Im Feld reagierte man jedoch schnell und holte die Ausreißer nach 31 Kilometern wieder ein.
Kaum war die Gruppe um Lövkvist gestellt, attackierte der Gesamtzweite Roman Kreuziger (Liquigas). Gemeinsam mit Ronny Scholz (Gerolsteiner) Johan van Summeren (Silence-Lotto) und Sebastien Rosseler (Quick.Step) konnte sich der Tscheche innerhalb kürzester Zeit einen Vorsprung von knapp einer Minute erarbeiten. Zu diesem Zeitpunkf war Kreuziger, nur 27 Sekunden hinter Kirchen liegend, virtueller Gesamtführender der Rundfahrt. Das Team High Road zeigte sich zunächst jedoch unbeeindruckt. Der Vorsprung von Kreuziger und Co. wuchs nach 40 Kilometern auf über drei Minuten an. Kreuziger nutzte seinen Vorsprung jedoch nicht aus, sondern ließ sich nach 45 Kilometern wieder aus der Spitzengruppe zurück ins Hauptfeld fallen. So lag mit Ronny Scholz (Gerolsteiner) Johan van Summeren (Silence-Lotto) und Sebastien Rosseler (Quick.Step) nur noch ein Trio an der Spitze des Rennens.
Aber auch ohne Kreuziger in der Spitzengruppe ließ das Peloton die drei Ausreißer nicht weiter als fünf Minuten davonziehen. Bei der ersten Sprintwertung des Tages, 55 Kilometer vor dem Ziel, betrug der Rückstand des Feldes nur noch 3:50 Minuten. Alles lief auf einen Massensprint hinaus.
Weitere Zeit verlor die Spitze, als Scholz einen Defekt erlitt und seine beiden Mitstreiter auf ihn warteten. Scholz konnte 36 Kilometer vor dem Ziel den zweiten Bergpreis des Tages gewinnen, allerdings nur noch mit zwei Minuten Vorsprung auf das Feld. 20 Kilometer, Scholz hatte die zweite Sprintwertung des Tages für sich entschieden, war der Vorsprung gar auf 45 Sekunden gesunken, der Zusammenschluss zwischen Ausreißer und Hauptfeld stand kurz bevor. 17 Kilometer, kurz vor der letzten Bergwertung des Tages, waren Scholz und Co. wieder gestellt.
Der letzte Anstieg des Tages versprach Spannung, denn der Führende in der Bergwertung, David Loosli (Lampre), lag nur einen Punkt vor Maxim Iglinskiy (Astana). Iglinskiy belegte beim Bergpreis zehn Kilometer vor dem Ziel hinter dem Belgier Leif Hoste (Silence-Lotto) den zweiten Platz und zog dadurch mit Loosli, der den dritten Platz belegte nach Punkten gleich. Da der Astana-Fahrer am Vortag jedoch den Bergpreis der HC-Kategorie gewann, wechselte das Bergtrikot nach dem Rennen auf seine Schultern.
Während sich Iglinskiy und Loosli nach der Bergwertung wieder ins Feld zurückfallen ließen, blieb Hoste, der Begleitung von Markus Fothen (Gerolsteiner) und Fabian Cancellara (CSC) bekam, an der Spitze des Rennens. Acht Kilometer vor dem Ziel hatte das Trio zehn Sekunden Vorsprung. Aus dem Hauptfeld lösten sich der Gesamtführende Kim Kirchen (High Road) und der Belgier Philippe Gilbert (Fdjeux) und schlossen sechs Kilometer vor dem Ziel zur Fothen-Gruppe auf.
Vier Kilometer vor dem Ziel attackierte Cancellara aus der Spitzengruppe heraus. Der Schweizer erkämpfte sich einen Vorsprung von zehn Sekunden auf das Feld. Fothen und Co konnten nicht mithalten. Sie wurden schnell von den Verfolgern geschluckt. Mit einer Führung von wenigen Sekunden ging Cancellara auf die letzten 1000 Meter der Etappe. Diesen knappen Vorsprung konnte der wie entfesselt fahrende Cancellara ins Ziel retten und sich die 7. Etappe der Tour de Suisse sichern. Den Sprint des geschlagenen Feldes gewann Erik Zabel (Milram).
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