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19.01.2024 | (rsn) – Kein noch bestehender Rennstall hat die Verzahnung von Männer- und Frauenradsport so früh so schön zur Schau gestellt wie das niederländische Team von Team-Manager Iwan Spekenbrink. Als 2017, dem zweiten Jahr der Women's WorldTour, die Premiere des Frauenrennens beim Amstel Gold Race stattfand, betraten morgens in Maastricht bei der Teampräsentation Frauen und Männer des damals noch unter dem Namen Sunweb startenden Teams gemeinsam die Bühne und symbolisierten so den angestrebten Schulterschluss der im Radsport bis dato so ungleich behandelten Geschlechter.
Die Geschichte des Frauenteams geht zurück bis 2010 und beinhaltet viele große Siege – Claudia Lichtenberg fuhr hier, Kirsten Wild sammelte zahlreiche Sprinterfolge, Coryn Labecki gewann 2017 die Flandern-Rundfahrt, Ellen van Dijk und Lucinda Brand hatten hier einige ihrer stärksten Jahre. Lorena Wiebes wurde bei DSM zur besten Sprinterin der Welt und auch Liane Lippert feierte mit dem Team ihren ersten WorldTour-Sieg und wäre 2022 in Australien kurz vor ihrem Abgang beinahe noch Weltmeisterin geworden.___STEADY_PAYWALL___
Zur Saison 2023 aber gab es einen Umbruch: Wiebes wechselte zu SD Worx, Lippert und Floortje Mackaij zu Movistar. Drei der Leistungsträgerinnen der letzten Jahre waren weg, und natürlich wirkte sich das aus: Nachdem man seit 2017 immer zu den Top 4 der Team-Weltrangliste gehört hatte, reichte es 2023 nur noch zur Nummer 7. Trotzdem aber konnte von einem schlechten Jahr nicht die Rede sein, denn das mit Abstand jüngste unter den Women's WorldTeams schloss die entstandenen Lücken beeindruckend gut.
Die drei Leaderinnen (von links): Juliette Labous, Pfeiffer Georgi und Charlotte Kool. | Foto: Cor Vos
Charlotte Kool wurde von Wiebes' Anfahrerin auf Anhieb im ersten Saisonrennen bei der UAE Tour Women zur Wiebes-Bezwingerin und gilt nun nach 13 Saisonsiegen bei reinen Sprintetappen als nahezu ebenbürtig. Kool ist entsprechend an flachen Tagen die klare Kapitänin im Team, doch auch auf anderen Terrains ist man bestens aufgestellt: Bei den Klassikern gehört die Britin Pfeiffer Georgi – 2023 Siegerin bei Brügge-De Panne - zur Weltspitze und im Gebirge glänzt die Tour-de-France-Fünfte Juliette Labous.
Sie sind auch 2024 die drei Köpfe eines Teams, das mit 22,0 Jahren im Schnitt mehr als 2,5 Jahre jünger ist als der nächstjüngste WWT-Kader. Keine DSM-Fahrerin war zu Saisonbeginn älter als 26, dagegen gleich zehn 21 oder jünger. Neben der 23-jährigen Deutschen Franziska Koch befinden sich darunter viele weitere große Talente auf jedem Terrain und so darf man sicher sein, dass die Mannschaft, die mit der niederländischen Post einen neuen zweiten Titelsponsor für sich gewinnen konnte, in dieser Saison immer wieder für Paukenschläge sorgen wird.
Franziska Koch ist bei dsm-firmenich – PostNL nach wie vor eine der wichtigsten Helferinnen – mit eigenen Ambitionen bei Klassikern wie Paris-Roubaix. | Foto: Cor Vos
Lediglich eine Fahrerin hat den Kader im Winter verlassen: Léa Curinier wechselte zu FDJ – Suez. Demgegenüber stehen mit den jeweils 21-jährigen Britinnen Josie Nelson und Abi Smith sowie der Italienerin Rachele Barbieri drei Neuzugänge. Barbieri ist mit 26 Jahren nun die Älteste im Team und eine sehr interessante Ergänzung: Seit Beginn ihrer Laufbahn fuhr Barbieri mehrgleisig, doch auf der Bahn hatte sie die bei weitem größeren Erfolge, wurde beispielsweise 2017 kurz nach ihrem 20. Geburtstag Weltmeisterin im Scratch.
Nach einer durchwachsenen Straßensaison 2019 entschied sie sich dann, den Fokus bis zu den Olympischen Spielen von Tokio voll auf die Bahn zu legen – und das bedeutete wegen der Corona-Pandemie schließlich nicht nur eine halb- sondern eine anderthalbjährige Straßen-Pause. Zur Saison 2022 aber kam Barbieri zurück auf den Asphalt, unterschrieb für zwei Jahre beim Team Liv Racing und war so stark wie nie zuvor auf der Straße: Sie feierte ihre ersten beiden Siege und holte Bronze bei der Straßen-EM in München – als Anfahrerin von Elisa Balsamo, die auf Rang zwei landete.
2023 konnte Barbieri ans Vorjahr zwar nicht ganz anknüpfen, doch im professionelleren Umfeld bei dsm-firmenich – PostNL ist Barbieri der nächste Schritt zuzutrauen. Sie wird neben Kool die zweite Sprinterin des Teams sein und bei kleineren Rennen auf eigene Kappe fahren, gleichzeitig aber auch wichtiger Teil des Sprintzuges der Niederländerin werden.
Rachele Barbieri im neuen Look von dsm-firmenich – PostNL. | Foto: Cor Vos
Eine ganze Reihe sehr vielversprechender Talente hat dsm-firmenich – PostNL unter Vertrag und einige von ihnen haben auch auf Elite-Level bereits angedeutet, dass sie an ihre Erfolge aus den Nachwuchsklassen schnell anknüpfen dürften. Die zwei wohl meistversprechenden sind die Französin Eglantine Rayer und die Niederländerin Nienke Vinke, beide jeweils erst 19 Jahre alt. Bei den Weltmeisterschaften 2022 im australischen Wollongong machten sie im Straßenrennen der Juniorinnen hinter Überfliegerin Zoe Bäckstedt Silber und Bronze unter sich aus – und auch zuvor gehörten sie stets zu den Besten ihres Jahrgangs.
2023 wurden beide bei DSM Profis, fuhren prompt einige gute Ergebnisse ein und Rayer landete sogar bereits bei zwei WorldTour-Rundfahrten in den Top 10: als Zehnte der Tour de Suisse und Neunte der Tour of Scandinavia. Vinke dagegen fuhr auf den siebten Rang bei der Tour de l'Avenir und begann nun auch die Saison 2024 gleich beachtlich: Mit Platz zwei am Willunga Hill wurde sie Gesamtzweite der Tour Down Under und holte dort das Nachwuchstrikot. Sowohl Rayer als auch die Niederländerin sind zweifelsfrei große Talente für die Berge und für Rundfahrten – und sie dürften sich gegenseitig zu immer besseren Leistungen treiben.
Auf dem Podium bei der Juniorinnen-WM 2022: Eglantine Rayer (Silber, links) und Nienke Vinke (Bronze, rechts) mit Weltmeisterin Zoe Bäckstedt. | Foto: Cor Vos
Das Aufgebot:
Francesca Barale (Italien / 20), Rachele Barbieri (Italien / 26), Eleonora Ciabocco (Italien / 19), Pfeiffer Georgi (Großbritannien / 23), Daniek Hengeveld (Niederlande / 21), Megan Jastrab (USA / 21), Franziska Koch (Deutschland / 23), Charlotte Kool (Niederlande / 24), Juliette Labous (Frankreich / 25), Josie Nelson (Großbritannien / 21), Esmée Peperkamp (Niederlande / 26), Maeve Plouffe (Australien / 24), Eglantine Rayer (Frankreich / 19), Abi Smith (Großbritannien / 21), Becky Storrie (Großbritannien / 25), Elise Uijen (Niederlande / 20), Anna van der Meiden (Niederlande / 19), Nienke Vinke (Niederlande / 19)
Davon Neuzugänge:
Rachele Barbieri (von Liv Racing – Teqfind), Josie Nelson (von Coop – Hitec Products), Abi Smith (von EF Education – Tibco – SVB)
Teamleitung:
Manager: Iwan Spekenbrink
Sportdirektor: Rudi Kemna
Sportliche Leiter: Kelvin Dekker, Albert Timmer
Material:
Rahmenhersteller: Scott
Gruppe:Shimano
Laufräder: Shimano
Reifen: Vittoria
Trikot: Nalini
Helm: Scott
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