Entscheidung verpasst und doch Bronze geholt

Asgreen rettete den Dänen das Rennen und Valgrens Podium

Von Felix Mattis

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Michael Valgren (Mitte) und Dylan van Baarle (links) holten in Leuven WM-Bronze und -Silber. | Foto: Cor Vos

27.09.2021  |  (rsn) – Im vorentscheidenden Moment der Weltmeisterschaften von Flandern war er nicht auf der Höhe – und doch durfte Michael Valgren in Leuven nach 268,3 Kilometern jubeln und auf dem Podium mit einer Bronze-Medaille feiern.

"Ich freue mich sehr über die Medaille", sagte Valgren. "Natürlich wollte ich gewinnen, aber Alaphilippe war mal wieder auf einem anderen Level."

Im Finale bezwang der Däne 32 Sekunden hinter dem alten und neuen Weltmeister aus Frankreich im Sprint der ersten Verfolgergruppe Lokalmatador Jasper Stuyven unweit von dessen Haustür und überraschte sich dabei selbst.

"Ich hatte verdammte Angst vor Stuyvens Sprint, aber zum Glück konnte ich ihn schlagen. Eigentlich wollte ich nicht sprinten, weil ich wusste, dass Stuyven schnell ist. Aber ich hatte nicht mehr die Beine, um es mit einem Angriff zu beenden. Außerdem hatte ich am Ende Krämpfe, weil es ein hartes Rennen war", so Valgren. "Jasper tut mir ein bisschen leid, weil es vor seinem Haus war und er ein guter Freund ist. Aber ich bin froh, dass ich selbst Dritter wurde."

Doch dass er zum Sprint um eine Medaille überhaupt die Chance bekam, hatte Valgren seinem Landsmann Kasper Asgreen zu verdanken. Denn als sich 58 Kilometer vor dem Ziel in der Bekestraat durch einen Angriff von Alaphilippe die entscheidende Favoritengruppe bildete und Tom Pidcock kurz danach noch für eine Vergrößerung dieser Gruppe auf 16 Mann sorgte, war Valgren und kein anderer Däne vorne dabei.

Asgreen opfert sich und rettet Dänen das Rennen

Das Rennen schien für ihn und seine Landsmänner verloren. Dann aber opferte sich Kasper Asgreen, um die WM für Dänemark zu retten. Der Vierte der Zeitfahr-WM am Sonntag zuvor in Brügge und Gewinner der diesjährigen Flandern-Rundfahrt im Frühjahr spannte sich vor das dezimierte Hauptfeld und gab Vollgas.

Mit einem enormen Kraftakt verkleinerte er die entstandene Lücke zu den 16 Spitzenreitern gehörig und sorgte 53 Kilometer vor dem Ziel am Fuß des 32. Hellings des Tages, der Veeweidestraat, beinahe für den Zusammenschluss. Die Spitzenreiter kamen wieder in Sichtweite, Asgreen scherte aus und Valgren attackierte nun, um gerade noch in die Gruppe vorzuspringen – mit Erfolg: Er schaffte den Anschluss, als Einziger aus dem Hauptfeld, gerade noch so und hatte nur so noch die Chance, um eine Medaille zu kämpfen.

"Der Sieger der Flandern-Rundfahrt, ist für mich gefahren. Für jemand, der das ganze Jahr so gut wie nichts gezeigt hat", zeigte sich Valgren deshalb nach dem Rennen überwältigt ob des Teamgeistes von Asgreen.

Im Finale war es Valgren dann aber ganz allein, als er 17 Kilometer vor dem Ziel den Braten roch und nach Alaphilippes siegbringender Attacke zu Neilson Powless, Dylan van Baarle und Stuyven vorsprang, so dass er letztlich wirklich um eine Medaille fahren konnte.

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