Tour-Auftakt sorgt für Zuversicht

Kelderman bestätigt in der Bretagne seine Kapitänsrolle

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Kelderman bestätigt in der Bretagne seine Kapitänsrolle"
Wilco Kelderman (Bora - hansgrohe) kann nach den ersten beiden Tourtagen strahlen | Foto: Cor Vos

27.06.2021  |  (rsn) – Es war für manche Beobachter durchaus überraschend, dass die Nachnominierung von Emanuel Buchmann in den Tourkader von Bora – hansgrohe keine internen Querelen verursachte. Denn der Tourvierte von 2019 war in den letzten Jahren der unbestrittene Leader des Raublinger Rennstalls. Doch nach seinem verletzungsbedingten Giro-Aus nahm der Ravensburger eine freie Rolle an und überließ somit die Führungsrolle Neuzugang Wilco Kelderman.

Der 30-jährige Niederländer, der erstmals als Klassementkapitän eine Mannschaft bei der Frankreich-Rundfahrt anführt, schlug sich an den ersten beiden Tagen sehr gut und erhielt auch die volle Rückendeckung seines Teams. Mit den Platzierungen fünf und vier auf den beiden ersten Etappen und dem daraus resultierenden fünften Rang in der Gesamtwertung, 24 Sekunden hinter Landsmann Mathieu van der Poel (Alpecin – Fenix), hat er den schweren Bretagne-Auftakt nicht nur gut überstanden, sondern sich auch in eine sehr gute Ausgangslage gebracht.

Hinter dem souveränen Tagessieger konnte Kelderman als einziger Klassementfahrer mit den beiden Slowenen Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) und Primoz Roglic (Jumbo – Visma) an der Mûr-de-Bretagne mithalten. "Ab 400 Meter vor dem Ziel bin ich nur noch Vollgas gefahren. Am Ende konnten nur die beiden mehr vorbeiziehen. Es war ein guter Tag", freute sich Keldermann über den Ausgang der Etappe.

Unterstützung im Finale erhielt er auch von Buchmann, der sich in der ersten großen Verfolgergruppe befand, die zwei Sekunden hinter Pogacar, Roglic und Kelderman das Ziel erreichte. "Auf der letzten Runde konnte ich Wilco noch etwas helfen. Er hatte super Beine und das macht mich glücklich", meinte der Buchmann, der auf der 1. Etappe bereits 1:41 Minuten auf die Klassementfahrer verlor, trotzdem aber auch noch in einer guten Ausgangsposition liegt.

"Mit meinen eigenen Beinen kann ich zufrieden sein, da diese kurzen Anstiege normal nicht so meine Stärke sind. Von den anderen Fahrern waren nicht viele schneller als ich", blickte der 28-Jährige durchaus stolz auf seine eigene Leistung. In den Bergen soll Buchmann auf Etappensiege fahren. Sollte ihm das gelingen und er außerdem noch Zeit gutmachen, könnte die Kapitänsfrage wohl wieder ein Thema werden.

Als van der Poel attackierte, konnte Kelderman nicht mehr zulegen

Derzeit ist davon aber keine Rede, dafür präsentiert sich Kelderman, dem die ersten beiden Etappen und auch das anstehende Zeitfahren sicher besser liegen als seinem deutschen Teamkollegen, in einer zu starken Verfassung. Lediglich ein Mann imponierte an der Mur noch mehr, van der Poel, der neue Träger des Gelben Trikots.

"Er hat heute seine guten Beine wiedergefunden und wurde für seinen Angriff belohnt", meinte Kelderman, der ein wenig bedauerte, dass die frühe Attacke seines Landsmanns seine eigenen Ambitionen nicht gerade entgegenkam: "Für mich war es schade, dass Mathieu ausgerechnet dann attackierte, als ich nicht mehr zulegen konnte."

Allerdings konnte Kelderman eine kleine Lücke zwischen sich und dem nachjagenden Feld der Favoriten aufreißen. "Ich musste es probieren und durchziehen", schilderte der Bora-Kapitän, der nur mehr von Pogacar und Roglic eingeholt wurde. Die beiden Slowenen, die die Tour im Vorjahr schon nach Belieben dominierten, hinterließen neben Kelderman den bislang stärksten Eindruck bei der 108. Frankreich-Rundfahrt.

Auf die Klassementfahrer sollten aber nun zwei ruhigere Tage zukommen, die den Sprintern vorbehalten sind. "Jetzt geht es darum, die nächsten Etappen gut zu überstehen und dann im Zeitfahren einen rauszuhauen", zeigte sich Kelderman sehr zuversichtlich.

Mehr Informationen zu diesem Thema

09.12.2021Frau mit “Allez Opi – Omi“-Schild zu einer Geldstrafe verurteilt

(rsn) - Zu einer Geldstrafe von 1200 Euro wurde die Zuschauerin verurteilt, die mit dem Schild "Allez Opi – Omi" bei der vergangenen Tour de France einen Massensturz verursacht hatte. Ein Gericht in

13.10.2021Verursacherin des Tour-Massensturzes vor Gericht

(rsn) – Während am Donnerstag in Paris die Strecke der Tour de France 2022 vorgestellt wird, beginnt in Brest der Strafprozess gegen die junge Frau, die auf der 1. Etappe der diesjährigen Frankrei

23.07.2021Zimmermann kämpfte sich mit Kahnbeinfraktur durch die Tour

(rsn) - Georg Zimmermann (Intermarché - Wanty - Gobert) ist seine erste Tour de France mit einem Kahnbeinbruch zu Ende gefahren, den er sich bereits bei einem Sturz auf der 1. Etappe zugezogen hatte.

21.07.2021Verstärkt Soler ab 2022 die Helferriege von Tour-Sieger Pogacar?

(rsn) - Nach seinem Sturz zum Auftakt der Tour de France, bei dem er sich Frakturen in beiden Ellbogen zuzog, erholt sich Marc Soler nur langsam von den Folgen. “Ich trainiere schon seiteiniger Zeit

21.07.2021Highlight-Video der 108. Tour de France

(rsn) - Vom Grand Départ am 26. Juni in Brest bis zum großen Finale am 18. Juli auf den Champs Élysées: Das Highlight-Video zur 108. Tour de France liefert einen Rückblick auf die 21 Etappen des

20.07.2021Pogacar und UAE Team Emirates auch in Geldranglisten vorn

(rsn) - Tadej Pogacar und sein UAE Team Emirates sind die Großverdiener der 108. Tour de France. Nach seinen Galavorstellungen vor allem in der letzten der drei Wochen kommt der Titelverteidiger auf

19.07.2021Martinez mit Corona infiziert: Olympiastart abgesagt

(rsn) – Wie das kolumbianische Portal Mundo Ciclístico berichtet, hat sich Daniel Martinez mit dem Coronavirus infiziert und wird deshalb nicht wie vorgesehen am Olympischen Straßenrennen am 24.

19.07.2021Krebs, Herzprobleme: Brailsford denkt an Rücktritt

(rsn) – Dave Brailsford, Gründer und Team-Manager von Ineos Grenadiers, hat in einem Interview mit der Tageszeitung The Guardian erklärt, dass ihn massive gesundheitliche Probleme zum Rücktritt

19.07.2021Konrad: “Wir haben zwei von drei Zielen erreicht“

(rsn) – Zum dritten Mal stand Patrick Konrad (Bora – hansgrohe) am Start der Tour de France. Mit seinem grandios herausgefahrenen Sieg auf der 16. Etappe von El Pas de la Casa nach Saint-Gaudens s

19.07.2021Cavendish verpasst alleinigen Rekord und ist dennoch glücklich

(rsn) - Obwohl sein Team Deceuninck - Quick-Step nochmals alles gab, konnte Mark Cavendish eine bis dahin für ihn perfekt verlaufene Tour de France nicht mit dem fünften Etappensieg krönen. Nachdem

19.07.2021Politt jubelte, Rutsch überraschte, Buchmann half

(rsn) - Nach der 108. Tour de France ziehen wir Bilanz von den Vorstellungen der insgesamt zwölf deutschen Starter, von denen nach drei schweren Wochen acht in Paris das Ziel auf den Champs Élysée

19.07.2021Auf den Champs Élysées pokerte Greipel etwas zu lange

(rsn) - In den Jahren 2015 und 2016 holte sich André Greipel zum Abschluss der Tour de France auf den Champs Élysées den jeweils letzten Etappensieg, 2017 musste er sich nur Dylan Groenewegen gesch

Weitere Radsportnachrichten

03.04.2025Flandern-Rundfahrt im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Flandern-Rundfahrt bildet für Radsport-Fans gemeinsam mit Paris-Roubaix das Highlight der Klassikerwochen eines jeden Frühjahrs. Das belgische Monument, am 25. Mai 1913 erstmals ausgetra

03.04.2025Niewiadoma hofft bei der Ronde auf die Power aus dem Vorjahr

(rsn) - Diese Szene gefiel Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) beim gestrigen Dwars door Vlaanderen (1.Pro) überhaupt nicht: Als Elisa Longo Borghini (UAE - ADQ) zu ihrem letztendlich

03.04.2025Fraile hängt am Jahresende das Rad an den Nagel

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

03.04.2025Die Aufgebote für die 109. Flandern-Rundfahrt

(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt 2025

(rsn) – Ein paar Änderungen an der Strecke gibt es immer. Da macht auch die Flandern-Rundfahrt 2025 keine Ausnahme. Doch neben dem jährlichen Wechsel zwischen den Startorten Antwerpen und Brügge,

03.04.2025Evenepoel startet bei der Tour de Romandie

(rsn) - Remco Evenepoel (Soudal – Quick) wird am Start der diesjährigen Tour de Romandie stehen, wie die Organisatoren der am 29. April mit einem Prolog in Saint-Imier beginnenden Schweizer WorldTo

03.04.2025Erholt sich Visma-Kapitänin Vos rechtzeitig zur Flandern-Rundfahrt?

(rsn) – Wenn es am kommenden Sonntag bei der 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) auf der Zielgerade in Oudenaarde zum finalen Sprint einer kleineren Gruppe kommen sollte, könnte Marianne Vos

03.04.2025Niedermaier: “Wünsche mir, beim Giro ganz oben zu stehen“

(rsn) - Nach ihrem ersten Rennblock, der mit Rang 37 bei der Trofeo Alfredo Binda (1.WWT) endete, nahm sich Antonia Niedermaier die Zeit, um mit RSN über ihren Saisoneinstieg, ihre veränderte Rolle

03.04.2025Lungenentzündung: Bettiol sagt für Flandern-Rundfahrt ab

(rsn) - Alberto Bettiol (XDS – Astana) wird am Sonntag nicht zur Flandern-Rundfahrt antreten können. Wie der Italienische Meister auf der Website seines Teams erklärte, habe er sich eine Lungenent

03.04.2025Die Aufgebote für die 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen

(rsn) – Zum mittlerweile 22. Mal steht die Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) im Programm. Rund um Oudenaarde müssen die Fahrerinnen aus 24 Teams insgesamt 168,9 Kilometer absolvieren, wobei zwÃ

03.04.2025Flandern-Rundfahrt der Frauen: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Die Flandern-Rundfahrt der Frauen ist das älteste durchgängig ausgetragene unter den Monumenten im Frauen-Kalender – und nach der Trofeo Alfredo Binda sowie dem Flèche Wallonne und dem

02.04.2025Highlight-Video des 13. Dwars door Vlanderen der Frauen

(rsn) - Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) ist bereit für die Titelverteidigung bei der am Sonntag anstehenden Flandern-Rundfahrt. Das bewies die Italienische Meisterin eindrucksvoll bei der 13. Aus

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Hellas (2.1, GRE)