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09.02.2014 | (rsn) – Nach der Dubai Tour zieht das Peloton auf der arabischen Halbinsel weiter und macht Station in Katar. Bei der 13. Austragung der Tour of Qatar (9. - 14. Februar/2.HC) werden wie in Dubai die Sprinter und Zeitfahrer auf ihre Kosten kommen - sofern der Wind ihnen nicht einen Strich durch die Rechnung macht.
Titelverteidiger Mark Cavendish, der vor Jahresfrist gleich vier Etappen gewann, wird seinen Gesamtsieg von 2013 nicht wiederholen können, da er nicht im Aufgebot von Omega Pharma-Quick-Step steht. Und auch neuerliche Sprintsiege von Marcel Kittel (Giant-Shimano) wie bei der Dubai-Tour wird es nicht geben, denn die Mannschaft des Deutschen steht erst gar nicht am Start.
Anstelle von Kittel kann André Greipel (Lotto Belisol) für deutsche Erfolge sorgen. Der Deutsche Meister hofft nach seinen beiden Etappensiegen bei der Tour Down Under, auch in Katar ganz vorne zu landen. ,,Er ist der Mann, den es hier zu schlagen gilt", weiß auch sein niederländischer Sprintrivale Theo Bos (Belkin). Die Deutschen warten übrigens seit der Premiere der Katar-Rundfahrt im Jahr 2002 auf ein Erfolgserlebnis. Damals konnte Thorsten Wilhelms im Dress vom Team Coast zwei Etappen und die Gesamtwertung gewinnen.
Tagessiege sind Greipel allemal zuzutrauen, der Gesamtsieg aufgrund des Zeitfahrens nicht. Dafür kommen eher Klassiker- und Zeitfahrspezialisten wie der Schweizer Fabian Cancellara (Trek), dessen Teamkollegen Jesse Sergent und Stijn Devolder oder die Niederländer Lars Boom (Belkin), Niki Terpstra (Omega Pharma-Quick Step) und Jens Mouris (Orica GreenEdge) in Frage.
Gespannt sein darf man zudem auf Patrick Gretsch. Der deutsche Zeitfahrspezialist wird sein erstes Rennen für Ag2r bestreiten und könnte auf dem Kurs überraschen. „Die Kursführung, auch hinsichtlich der Gesamtwertung, kommt mir auf jeden Fall entgegen“, sagte der 26-Jährige zu radsport-news.com.
Unterschätzen sollte man auch nicht Routinier Martin Elmiger (IAM). „Er hat letztes Jahr eindrücklich gezeigt, dass mit ihm in der Wüste zu rechnen ist. Für die Gesamtwertung kommt ihm das Einzelzeitfahren sicherlich auch entgegen“, sagte sein Teamkollege Marcel Aregger zu radsport-news.com.
Aber auch der Belgier Tom Boonen (Omega Pharma-Quick-Step) beherrscht solche kurzen Zeitfahren und wird sich auf der Windkante sicherlich nicht abhängen lassen. Der Belgier wird auch einer der Hauptwidersacher von Greipel in den Sprints sein. „Diese Rundfahrt kommt mir sehr entgegen“, kündigte der 33-jährige Boonen an, und das zurecht. Mit 20 Etappensiegen und vier Gesamterfolgen war er in den letzten Jahren der dominierende Mann in Katar.
Dafür, dass Greipel nicht seinen ersten und Boonen nicht seinen 21. Katar-Erfolg feiern werden, will unter anderem der der Norweger Alexander Kristoff (Katusha) sorgen, der seine beiden Anfahrer Rüdiger Selig und Marco Haller dabei hat.
„Wenn sich für uns eine Chance bietet, dann wollen wir sie nutzen. Das Team soll sich hier in Katar finden, was aber nicht heißt, dass sie sich verstecken sollen“; sagte Katushas Sportlicher Leiter Torsten Schmidt zu radsport-news.com.
Auch Theo Bos (Belkin), der auf Robert Wagner als Anfahrer wird bauen können, macht sich Hoffnungen auf seinen ersten Saisonsieg. ,,Mein Ziel ist ein Etappensieg, das Zeitfahren ist leider etwas zu lang für mich", meinte der Niederländer.
Mit Heinrich Haussler (IAM) steht ein sprintstarker Klassikerspezialist am Start, der weiß, wie man Etappen in Katar gewinnt. „Haussler ist schon wieder richtig gut in Form. Er hat durch den Winter super seriös trainiert und keinen Aufwand gescheut um noch besser zu werden“, erklärte Teamkollege Aregger, der im Sprint aber auch seinem Teamkollegen Matteo Pelucchi einiges zutraut.
Volle Konzentration auf die Sprints richtet auch das deutsche NetApp-Endura-Team beim Saisoneinstand. So sollen der Österreicher Daniel Schorn und der irische Neuzugang Sam Bennett in den Kampf um die Spitzenplatzierungen eingreifen. „Wenn alles passt, dann können die beiden auch eine Überraschung schaffen", sagte Schorns Landsmann Christian Pömer, Sportlicher Leiter beim deutschen Zweitdivisionär.
Die Riege der Sprinter runden der Franzose Arnaud Demare (FDJ.fr), der Slowene Borut Bozic (Astana), die Italiener Elia Viviani (Cannondale) und Daniele Bennati (Tinkoff Saxo) sowie der Markkleeberger Robert Förster (UnitedHealthcare) ab.
Großen Einfluss darauf, dass es nicht zu Sprinterfestspielen kommt, und die Gesamtwertung letztlich an einen Zeitfahrer geht, wird auch der Wind haben. Bei der am Freitag zu Ende gegangenen Ladies Tour of Qatar spielten Windkantenaktionen auf mehreren Etappen eine entscheidende Rolle, was sicherlich auch bei den Männern zu beobachten sein wird.
„Hier regiert der Wind. Es gibt kaum Sprints eines großen Feldes und wenn es zum Sprint kommt, dann sind die Fahrer von den ganzen Windkämpfen völlig erschöpft“, erklärte Wilfried Peters, Sportlicher Leiter bei Omega Pharma-Quick Step und auch IAM-Routinier Elmiger teilte diese Einschätzung. „In Katar muss man schon den Wind schlagen. Er verschont uns nicht, denn das Land ist fast ganz flach und die Straßen führen hauptsächlich durch Wüstenregionen“, so der Schweizer.
Da man sowohl unter echten Sprinter als auch ohne Zeitfahrer antritt, setzt die BMC auf den Windfaktor. „Wenn es windig wird, haben wir ein starkes Team. Für mich ist es sehr wichtig, dass wir im Hinblick auf die Klassiker ein gutes Training haben“, erklärte der Sportliche Leiter Valerio Piva, der für dieses Szenario mit Greg van Avermaet, Marcus Burghardt, Philippe Gilbert und dem Schweizer Meister Michael Schär gleich vier Kandidaten im Aufgebot hat, die in der Vergangenheit allesamt schon in Katar glänzen konnten.
Die Etappen:
9. Februar, 1. Etappe: Al Wakra - Dukhan Beach, 135,5km
10. Februar, 2. Etappe: Camel Race Track - Al Khor Corniche, 160,5km
11. Februar, 3. Etappe: Lusail-Lusail, 10,9km (EZF)
12. Februar, 4. Etappe: Dukhan - Mesaieed, 135km
13. Februar, 5. Etappe: Al Zubarah Fort - Madinat Al Shamal, 159km
14. Februar, 6. Etappe: Sealine Beach Resort - Doha Corniche, 113,5km
Die Teams: Omega Pharma-Quick Step, BMC, Orica GreenEdge, Tinkoff-Saxo, Sky, Cannondale, Trek, Lotto-Belisol, Ag2r, Katusha, Belkin, FDJ.fr, Astana, Bardiani CSF, IAM, Topsport Vlaanderen, United Healthcare, NetApp-Endura, Skydive Dubai,
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