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12.02.2014 | (rsn) – Kein Zweifel: Nach einem enttäuschenden Jahr ist Tom Boonen (Omega Pharma-Quick Step) auf dem Weg zurück zu seiner Bestform. Das bekam am Mittwoch auf der 4. Etappe der 13. Katar-Rundfahrt (2.HC) auch André Greipel (Lotto Belisol) zu spüren, der sich dem Belgier denkbar knapp geschlagen geben musste.
Dabei sah der Deutsche Meister nach 135 Kilometern von Dukhan nach Mesaieed schon wie der sichere Sieger aus, nachdem er den Sprint eröffnet und eine Lücke zwischen sich und die Konkurrenz gerissen hatte.
Doch der 33-jährige Boonen hatte letztlich das bessere Timing, schloss auf den letzten Metern zu Greipel auf und fing den Lotto-Kapitän auf der Ziellinie noch ab. Der schien es zunächst nicht glauben zu können, dass er gegen den Gewinner der 2. Etappe den Kürzeren gezogen hatte, doch nach Foto-Finish wurde Boonen zum Sieger eines unglaublich schnellen Rennens erklärt.
Angetrieben vom starken Rückenwind jagte das Feld mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 56 km/h in Richtung Ziel. „Das war eines der schnellsten Rennen in meiner Karriere. Ich kann mich an Paris-Nizza erinnern, wo es vor einigen Jahren ähnlich war, aber heute das war noch mal ein anderes Level”, sagte Boonen, der sich wieder auf sein Team verlassen konnte, das geschlossen immer in seiner Nähe war.
Im Finale wartete er dann ab, bis Jurgen Roelandts seinem Kapitän Greipel den Sprint anzog und der 200 Meter vor dem Ziel auf dem Weg zu seinem dritten Saisonsieg schien. „Ich sprang dann an sein Hinterrad, wartete bis zum letzten Moment. In taktischer Hinsicht war das ein schöner Sprint“, lautete das zufriedene Fazit des Etappengewinners.
In einer Reaktion auf Twitter erkannte der unterlegene Greipel die Überlegenheit seines Konkurrenten an diesem Tag an. „Leider habe ich gegen einen starken Tom Boonen verloren“, schrieb der 31-Jährige und nannte die Etappe „das schnellste Rennen meines Lebens.“ Keiner der Konkurrenten des Spitzenduos hatte Chancen auf den Sieg, mit gehörigem Abstand kam der Niederländer Barry Markus (Belkin) auf den dritten Platz.
Boonen rückte in der Gesamtwertung auf Rang zwei vor und bis auf 17 Sekunden an seinen Teamkollegen Niki Terpstra heran, der zum dritten Mal sein Gelbes Trikot verteidigte. Darauf will der Belgier allerdings keine Ansprüche geltend machen. „Niki und ich liegen sehr gut im Gesamtklassement, wir werden versuchen, seine Position zu verteidigen. Wenn ich Zweiter werde, ist es perfekt“, sagte Boonen mit Blick auf die letzten beiden Etappen an.
„Das war heute ein sehr stressiger Tag“, meinte der 29-jährige Terpstra, der zeitgleich mit Boonen in der ersten, rund 70 Fahrer starken Gruppe das Ziel erreichte. „Ich hatte einen Plattfuß und zu kämpfen um zurückzukommen. Aber das Team ist so stark und die Jungs haben mich dann vorne gehalten und dann noch genug Kraft, um Tom den Sprint anzuziehen. Es ist toll, wenn man auf solche Burschen bauen kann“, meinte der zweifache Niederländische Zeitfahrmeister, der gemeinsam mit seinen Teamkollegen das Rennen auch bei Rekordtempo jederzeit unter Kontrolle hatte.
Sofort nach dem Start setzte sich nämlich Omega Pharma-Quick-Step an die Spitze des Feldes und mit der Unterstützung von Lotto Belisol und Belkin kam das schnell sich teilende Feld, aus dem auf der Windkante immer wieder Fahrer zurückfielen in der ersten Rennstunde auf einen sagenhaften Schnitt von 58,9 km/h. Angesichts des horrenden Tempos boten sich folgerichtig kaum Möglichkeiten zur Attacke, Philippe Gilbert (BMC) und Jarl Salomein (Topsport Vlaanderen) versuchten es nach rund 90 Kilometern, wurden aber in Windeseile wieder gestellt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Terpstra seinen kritischen Moment bereits überstanden. Das Gelbe Trikot wurde kurz vor dem ersten Zwischensprint bei Kilometer 60 durch einen Plattfuß gestoppt, fand aber mit Hilfe seiner Helfer schnell wieder den Anschluss ans Feld, das 30 Kilometer vor dem Ziel auf einer weiteren Windkante nochmals kleiner wurde – unter anderem um Fabian Cancellara (Trek) und Lars Boom (Belkin), der dadurch seinen dritten Platz im Gesamtklassement verlor, auf dem nun Greipels Teamkollege Roelandts geführt wird, mit 20 Sekunden Rückstand auf Terpstra.
Angesichts der Dominanz von dessen Team wird sich der Belgische Meister von 2008 allerdings kaum noch Chancen auf den Gesamtsieg ausrechnen.
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