Van Aerts Reifenschaden beendet Traumduell in Loenhout

Trotz Zuschauerzwischenfall: Van der Poel bleibt makellos

Von Kevin Kempf

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Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) wahrt in diesem Cross-Winter eine Weiße Weste. | Foto: Cor Vos

29.12.2025  |  (rsn) – Die Crossgötter müssen verrückt sein! Kurz nachdem das lange erträumte Duell zwischen Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) und Wout van Aert bei der X2O Badkamers Trofee in Loenhout endlich zustande gekommen war, hatte der Belgier Materialpech. Sein niederländischer Widersacher zog von dannen und gewann sein sechstes Rennen bei ebenso vielen Einsätzen.

Niels Vandeputte (Alpecin – Deceuninck) setzte sich mit van Aerts Hilfe von der verbliebenen Konkurrenz ab, bevor der Visma-Fahrer erneut mit einem platten Reifen Tempo rausnehmen musste. Vandeputte wurde somit Zweiter. Joris Nieuwenhuis (Ridley) verteidigte als Dritter seine Gesamtführung in der Serie. Ryan Kamp wurde Vierter vor Toon Aerts (Deschacht – Hens).

Für van der Poel war es der sechste Erfolg beim Azencross, womit er nun zusammen mit Sven Nys Rekordhalter ist. “So etwas ist immer schön. Das hier ist ein Cross in der Nähe meines Wohnortes, ich komme hier immer gern her. Es war heute ein schnelles Rennen, aber das ist auch okay“, so der Weltmeister.

Dann kam natürlich auch das Pech von van Aert zu Sprache. “Es war so viel Lärm, ich habe das erst gar nicht gemerkt und bin zunächst einfach weitergefahren. Es ist auch nicht so einfach, sich umzugucken. Als das dann ging, wusste ich, dass etwas passiert war“, blickte van der Poel zurück. “Das ist schade für den Wettkampfverlauf“, befand er.

Pech gehört allerdings zum Cross, im Gegensatz zu Gewalt durch Zuschauer. Wieder war van der Poel angegangen worden. “Das war gleich in der 1. Runde. Ich denke, dass der einfach anfeuern wollte und nicht gut geguckt hat“, lautete die Lesung des Niederländers, an der nach dem Sehen der Fernsehbilder aber Zweifel aufkommen könnten. “Ich habe Glück gehabt. Er hat meinen Lenker erwischt auf einem Stück, wo wir ziemlich schnell waren“, schloss er ab.

Nach fünf von acht Rennen führt Nieuwenhuis die X2O-Serie an. Thibau Nys (Baloise – Glowi Lions), der auf Rang zwei lag, verzichtete auf einen Start. Seinen Platz übernahm Vandeputte, der wie der Dritte im Klassement, Cameron Mason (Seven), 1:01 Minuten Rückstand aufweist. Weiter geht es in der X2O Trofee am 1. Januar 2026 in Baal.

So lief die X2O Badkamers Trofee in Loenhout:

Vandeputte kam am besten aus den Blöcken, doch in der Anfangsphase sorgte vor allem ein Zuschauer für Aufsehen, der van der Poel mit den Händen anging. In die dritte von acht Runden gingen neun Athleten gemeinsam, wobei Laurens Sweeck (Crelan – Corendon) als einziger großer Name fehlte.

Kurz danach änderte sich das Bild schlagartig, als Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) das Tempo erhöhte. Van der Poel klebte an seinem Hinterrad und auch Nieuwenhuis konnte zunächst folgen. Der Ridley-Fahrer musste dann aber doch die Lücke aufgehen lassen, sodass die beiden Superstars allein an der Spitze lagen. Mit elf Sekunden Vorsprung auf Aerts, Nieuwenhuis und Vandeputte gingen sie auf den vierten Umlauf.

Das Traumduell wurde dann kurz vor der Rennhälfte abrupt beendet. Van Aert hatte einen platten Hinterreifen und van der Poel konnte kampflos davonziehen. Gut eine halbe Minute hinter dem Weltmeister versammelten sich zur Rennhälfte dann ein Dutzend Fahrer. Am Ende des fünften Umlaufs war der Abstand bereits auf 50 Sekunden angewachsen, als Sweeck eingangs der Zielgerade wegrutschte und schwer stürzte.

Van Aert bemühte sich nun die Gruppe auseinander zu reißen. Vandeputte konnte ihm folgen – und dann knallte es erneut. Der Visma-Fahrer hatte fast an der gleichen Stelle seinen zweiten Reifenschaden. Zur nächsten Zielpassage kam Vandeputte 47 Sekunden hinter van der Poel. Nieuwenhuis führte noch sechs Begleiter sechs Sekunden dahinter an.

Die Glocke erklang für van der Poel 51 Sekunden vor seinem Teamkollegen und derer zehn vor Nieuwenhuis, der mit Kamp, Aerts, Anton Ferdinande (Shifting Gears), Gioele Bertolini (Guerciotti) und Cameron Mason (Seven) noch fünf Begleiter hatte. Der Spitzenreiter konnte sein Finale mit Trainingsintensität absolvieren und feierte einen souveränen Sieg. Vandeputte behauptete den zweiten Rang und bei seinen Verfolgern war Nieuwenhuis im Sprint schneller als Kamp und Aerts.

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