1.500 Australische Dollar Geldstrafe

Van der Poel verurteilt und auf der Heimreise

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Mathieu van der Poel vor dem Start des WM-Straßenrennens in Helensburgh. | Foto: Cor Vos

26.09.2022  |  (rsn) – Mathieu van der Poel ist auf dem Weg nach Hause. Das ist für den Niederländer aber auch schon die einzige gute Nachricht am Ende einer katastrophalen WM-Woche in Australien, die ihren Tiefpunkt in der Nacht vor dem Straßenrennen erreichte. Van der Poel soll da zwei Teenagerinnen im Hotel geschubst haben, weil deren Krach und angeblich mehrfaches Klopfen an seiner Zimmertür dafür gesorgt haben sollen, dass er nicht einschlafen konnte.

Van der Poel wurde nun am Montag – einen Tag früher als geplant – vom Amtsgericht in Sutherland zu einer Geldstrafe von insgesamt 1.500 Australischen Dollar verurteilt.

Das Gericht befand ihn für schuldig, das eine der beiden Mädchen zu Boden und das andere gegen die Wand gestoßen zu haben. Die beiden Teenagerinnen waren 13 und 14 Jahre alt. Das zu Boden gefallene Mädchen soll durch den Sturz eine Schürfwunde am Ellenbogen davongetragen haben.

Van der Poel bekam vor Gericht seinen am Sonntagmorgen zunächst eingezogenen Reisepass wieder, so dass er wie geplant noch am Montag um 18 Uhr Ortszeit gemeinsam mit der niederländischen Nationalmannschaft die Heimreise antreten konnte. Sein Anwalt vor Ort, Michael Bowe, kündigte aber an, in Berufung zu gehen und doch noch einen Freispruch für den 27-Jährigen erreichen zu wollen.

Anwalt beruft sich auf besondere Umstände

"Er war sehr frustriert, weil sie an seine Tür klopften und ihn am Schlafen hinderten. Er ging hinaus, um mit ihnen zu sprechen, sie klopften mehrmals an seine Tür. Es ist sehr plausibel, dass es passiert ist, wie von ihm ausgesagt. Es ist sehr enttäuschend, dass er verurteilt wurde, aber ich werde die Entscheidung sofort anfechten", erklärte Bowe dem niederländischen TV-Sender NOS.

"Er war sehr enttäuscht von dem Ergebnis. Er hat einen guten Ruf, seine Familie hat einen guten Ruf. Es ist sehr bedauerlich. Ich denke, es gibt einen richtigen Weg, dies zu betrachten, und vielleicht spiegelt dies Urteil das nicht wider", so Bowe weiter. Der Anwalt bemängelte, dass das Gericht die besondere Situation, in der sich van der Poel am Abend vor dem so wichtigen WM-Straßenrennen befunden habe, bei der Urteilsfindung nicht berücksichtigt habe.

"Er ist den ganzen Weg nach Australien geflogen, das ist ein riesiges Ereignis. Jeder, der Radsport versteht, weiß, wie groß die Weltmeisterschaft ist", meinte Bowe und erklärte außerdem: "Viele von uns würden dasselbe tun. Es ist Abend. Wir stehen unter Leistungsdruck. Und jeder macht Fehler. Er wird aus dieser Erfahrung lernen."

Gericht bemängelt Selbstjustiz

Van der Poel war vom Richter vor allem auch vorgeworfen worden, die Sache in die eigene Hand genommen zu haben, anstatt das Hotelpersonal wegen der Ruhestörung zur Hilfe zu rufen.

Der Niederländer musste in der Nacht zum Sonntag aufgrund des Vorfalls auf die örtliche Polizeistation und dort aussagen. Erst um 4 Uhr morgens kehrte er ins Teamhotel zurück. Er startete trotzdem im Straßenrennen, wo er aber nach 35 Kilometern vom Rad stieg und aufgab.

Ursprünglich war die Gerichtsverhandlung für Dienstag angesetzt worden, van der Poels Anwalt erreichte aber, dass sie auf Montagmorgen vorgezogen wurde, damit van der Poel wie geplant anschließend um 18 Uhr Ortszeit mit dem Rest der niederländischen Nationalmannschaft die Heimreise antreten konnte.

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