Vorentscheidung durch van der Heijdens Sturz

Pieterse bleibt in Diegem trotz Platten vor Schreiber

Von Kevin Kempf

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Puck Pieterse (Fenix – Deceuninck) hat den Nachtcross von Diegem gewonnen. | Foto: Cor Vos

30.12.2025  |  (rsn) – Fünfmal startete Puck Pieterse (Fenix – Deceuninck) in dieser Crosssaison – jedesmal in Weltcuprennen, bei denen die Niederländerin jeweils unter die besten Fünf kam. Gleich bei ihrem Superprestige-Debüt klappte es mit dem ersten Saisonsieg. Zweite beim Nachtcross in Diegem wurde Marie Schreiber (SD Worx - Protime), die Luxemburgerin feierte damit ihr erstes Podium des Winters. Rang drei belegte Pieterses Landsfrau Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Deceuninck) vor der Ungarin Kata Blanka Vas (SD Worx – Protime) und der Schweizerin Jolanda Neff (Cannondale). Die niederländische Gesamtführende Aniek van Alphen (Seven) wurde hinter der Italienerin Rebecca Garibaldo (Ale – Colnago) nur Siebte.

Nach 2022 und 2023 triumphierte Pieterse in Diegem bereits zum dritten Mal. Sie kam zudem erstmals seit ihrem Niederländischen Meistertitel im Januar in einem Crossrennen als Erste ins Ziel. “Ich bin superhappy, das war ziemlich anstrengend heute. Am Anfang hatte ich eine gute Passage im Sand und dadurch bin ich gleich weggefahren“, blickte die Siegerin im Ziel-Interview auf die Anfangsphase des Rennens zurück.

Spannend machte es nur ein Platten, der den Vorsprung, den Pieterse sich erarbeitet hatte, in einem Schlag fast zunichtegemacht hatte. “Ich weiß gar nicht, was da passiert ist. Eigentlich war ich ziemlich vorsichtig, aber auf der Start-Ziel-Gerade bemerkte ich den platten Hinterreifen. Zum Glück lief der Radwechsel sehr flüssig“, freute sie sich. Die nur noch wenigen Meter Vorsprung, die sie in dem Moment auf Schreiber hatte, baute sie danach wieder aus.

Nach “beschissenen Monaten“ konnte sich die Luxemburgerische Meisterin endlich wieder über Podiumsblumen freuen. “Ich bin wirklich sehr, sehr glücklich. Ich kann es gar nicht beschreiben. Ich hatte die beschissensten vier Monate“, steigerte sie strahlend ihre Aussage, die sie gegenüber RSN gemacht hatte, noch einmal. “Ich zweifelte, ob ich es noch in mir habe. Aber alle meinten, dass ich Geduld haben muss. Ich fühlte mich vor dem Rennen nicht so gut, aber dann hatte ich den Flow und die Zuschauer waren fantastisch“, so die 22-Jährige.

Judith Krahl (Rose Racing Circle) kam in Diegem nicht in die Nähe ihres 13. Platzes aus dem Vorjahr. Die 24-Jährige fuhr auf Position 26, als sie das Rennen in der 4. Runde aufgab. Die einzige weitere Deutsche, Diana Steffenhagen, wurde am Ende der 2. Runde mit nur 4:05 Minuten Rückstand - eine Runde dauerte gut sieben Minuten - aus dem Rennen genommen. Sie wurde als 72. von 76 Teilnehmerinnen gewertet.

Van Alphen erarbeitete sich in der Gesamtwertung einen Vorsprung, da Inge van der Heijden (Crelan – Corendon) schon kurz nach dem Start ausschied und die einen Zähler zurückliegende Amandine Fouquenet (Arkéa – B&B Hotels) genau wie Lucinda Brand (Baloise – Glowi Lions) nicht angetreten war. Optimal konnte sie das aber nicht nutzen, denn mit dem siebten Rang egalisierte sie ihr schlechtestes Saisonergebnis. Trotzdem liegt van Alphen nun neun Punkte vor van der Heijden und derer zehn vor der Französischen Meisterin. Das siebte und vorletzte Superprestige-Event findet am 3. Januar in Gullegem statt.

So lief die Superprestige in Diegem:

Gleich in der ersten Kurve stürzte die mit der Gesamtführenden punktgleiche van der Heijden schwer. Die Europameisterin blieb lange sitzen, schwang sich wieder aufs Rad, um dann doch aufzugeben. Da der dies weit vorn passierte, rissen unter Führung von Pieterse sofort vier Fahrerinnen eine Lücke. Am Regimentsberg setzte sich die Niederländische Meisterin gemeinsam mit Schreiber ab. Ihre Teamkollegin Alvarado verfolgte das Duo und erreichte die erste Zielpassage mit fünf Sekunden Rückstand. Neff und van Alphen folgten je 15 Sekunden nach dem Spitzenduo.

Am Regimentsberg schaffte Alvarado den Anschluss – allerdings nicht für lange, denn im kurz darauf folgenden Sand-Abschnitt löste Pieterse sich von ihren beiden Begleiterinnen. Vas kam derweil an van Alphen und Neff heran. Pieterse nahm die 3. Runde mit elf Sekunden Vorsprung auf das Duo und derer 34 vor Neff und Vas in Angriff. Van Alphen lag acht weitere Sekunden dahinter.

Alvarado konnte nun das Tempo von Schreiber nicht mehr mitgehen. Gleiches galt für Neff, die Vas ziehen lassen musste. Die Schweizerin konnte auch nicht verhindern, dass van Alphen und Garibaldo sich zu ihr gesellten. Schreiber war mittlerweile sogar etwas schneller unterwegs als die Spitzenreiterin und erreichte die Ziellinie zur Halbzeit zehn Sekunden nach Pieterse. Alvarado war mit 31 Sekunden Rückstand schon aus dem Kampf um den Sieg heraus.

Defekt bei Pieterse sorgt für Spannung

Danach schien Schreiber weiter Boden gut zu machen, doch am Regimentsberg baute Pieterse ihren Vorsprung dann wieder aus. Sie kam 15 Sekunden vor Schreiber zur nächsten Zielpassage. Alvarado und Vas trennten im Kampf um den letzten Podiumsplatz 15 Sekunden.

Dann wendete das Blatt sich an der Spitze. Schreiber unterlief ein Fehler, der sie einige Sekunden kostete, doch fast zeitgleich hatte Pieterse einen Materialschaden. Nach dem Radwechsel trennten die beiden nur noch circa 15 Meter. Am Regimentsberg baute die Spitzenreiterin ihr Plus auf fünf Sekunden aus, doch im Sand musste sie früh vom Rad. Ihre Konkurrentin fuhr durch und machte wieder Boden gut. An den Balken und den folgenden Passagen packte dann aber wieder Pieterse Zeit drauf. Als die Glocke geläutet wurde, trennte das Duo elf Sekunden. Vas hatte Alvarado inzwischen aus den Augen verloren.

So geriet die Schlussrunde zur Formsache. Pieterse verteidigte ihre Führung und feierte den Sieg elf Sekunden vor Schreiber. Alvarado komplettierte das Podium.

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