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29.06.2013 | (rsn) - 110 Jahre hat es gedauert, ehe die Tour de France erstmals ihren Fuß auf korsischen Boden setzt. Haute Corse und Corse du Sud waren bis zum 29. Juni 2013 die einzigen französischen Departements, die noch nie Gastgeber einer Tour-Etappe sein durften. Doch pünktlich zur 100. Austragung des größten Radrennens der Welt wird der Mittelmeer-Insel nun sogar die Ehre zu Teil, den Grand Départ ausrichten zu dürfen - inklusive dreier vollwertiger Etappen kreuz und quer über die gesamte Insel.
Den Auftakt macht dabei eine Flachetappe an der Ostküste, die seit der Abschaffung der Zeitbonifikationen vor fünf Jahren die wohl größte Chance für reine Sprinter wie Mark Cavendish, André Greipel und Marcel Kittel ist, einmal in ihrem Leben ins Gelbe Trikot zu fahren.
Die Strecke: 213 km, Flachetappe, 1 Berg der 4. Kategorie
Der Weg von Porto-Vecchio nach Bastia wäre direkt an der Ostküste der Insel eigentlich nur gut 150 Kilometer lang, doch die ASO will den Fahrern und Zuschauern den südlichsten Punkt Korsikas nicht vorenthalten. Und so beginnt die Frankreich-Rundfahrt mit einer 60 Kilometer langen Schleife von Porto-Vecchio ans Süd-Kap nach Bonifacio und von dort leicht hügelig im Hinterland zurück in den Startort.
Auf dem Rückweg wird bei Kilometer 45,5 am Côte de Sotta (1,1 km, 5,9 %, 4. Kategorie) die erste Bergwertung der Tour ausgefahren, die darüber entscheidet, wer an diesem Samstagabend das Bergtrikot mit in sein Hotelzimmer nehmen darf. Wenn das Peloton Porto-Vecchio wieder erreicht hat, biegt es auf die N198 ein und fährt direkt an der Küste entlang in Richtung Norden nach Bastia. Unterwegs wartet bei Kilometer 150 der Zwischensprint, und 20 Kilometer vor dem Ziel geht es am Flughafen von Bastia auf eine kleine Straße zwischen Meer und dem See „Etang de Biguglia“.
Dort wird, bevor die Fahrer fünf Kilometer vor dem Ziel den Ortseingang von Bastia und somit die schützende Bebauung erreichen, der Wind möglicherweise eine Rolle spielen. Allerdings dürfte von ihm, wie im gesamten Verlauf des Tages, unter normalen Umständen nicht allzu viel Gefahr ausgehen, denn die korsische Ostküste ist nicht sehr bekannt für starke Winde. Die Segler und Surfer beispielsweise ziehen deshalb die Westküste vor.
KulTour - Die Region: Achtung, Schweine auf der Straße
Wenn in Bastia das erste Gelbe Trikot der 100. Tour de France vergeben wird, dann wird darauf ein spezielles Bild zu erkennen sein. Denn auch die Designer von Tour-Ausrüster Le Coq Sportif wollten dem erstmaligen Besuch auf Korsika Tribut zollen und haben das Wappen der Insel schemenhaft ins Trikot eingebaut. Wer genau hinschaut, wird auf dem Bauch also das Profil eines Maurenkopfs erkennen können, das Symbol der korsischen Freiheit.
Apropos Freiheit: Sollten Sie Korsika einen Besuch abstatten, wundern Sie sich nicht, wenn freilaufende Hausschweine ihren Weg kreuzen. Diese halbwilden Schweine sind typisch für die Insel und gleichzeitig in geräuchterter Form Bestandteil einer jeden typisch-korsischen Speisekarte.
ReTour - Tour-Historie: Fédrigo passiert seinen Lieblingsberg
Zwar war die Tour selbst noch nie zu Gast auf Korsika, doch seit 2010 wird auf der Insel das ebenfalls von der ASO organisierte Critérium International ausgetragen. Dabei ist Porto-Vecchio Ende März Jahr für Jahr der Mittelpunkt eines zweitägigen Rennens rund um die Hafenstadt, das seit seinem Wechsel vom Festland auf die Insel stets von starken Bergfahrern gewonnen wurde: Pierrick Fédrigo, Fränk Schleck, Cadel Evans und Chris Froome hießen die bisherigen Sieger.
Zum Tour-Auftakt rollt das Peloton allerdings auf hauptsächlich flachem Terrain aus Porto-Vecchio hinaus, und so dürften sich die hier sonst üblichen Protagonisten heute zurückhalten. Der 956 Meter hohe Col de l'Ospedale, der im März neben einem kurzen Zeitfahren Jahr für Jahr der Scharfrichter des Critériums ist und an dem Fédrigo schon zwei Mal zum Etappensieger wurde, wird links liegen gelassen. In diesem Jahr hat dort übrigens Froome gewonnen und seinem Teamkollegen und Kumpel Richie Porte, der auf der Etappe wie im Gesamtklassement Zweiter wurde, das Gelbe Trikot „entrissen“.
Die Radsport-News-Prognose: Für Cavendish wichtiger als die Champs-Élysées
Wenn in Bastia der letzte Kilometer erreicht ist, dann wird es einen großen Kampf um das Hinterrad eines ganz speziellen Mannes geben: Mark Cavendish. Der Brite ist und bleibt trotz seiner Niederlagen im Juni der Mann, den es im Massensprint zu schlagen gilt. Daher werden all seine Kontrahenten versuchen, aus seinem Windschatten heraus zum Sieg zu sprinten.
Auch wenn „Cav“ zuletzt bei der Ster ZLM-Toer gegen Marcel Kittel und André Greipel den Kürzeren zog - gerade angesichts der großen Chance, auf Korsika ins Gelbe Trikot zu sprinten, dürfte der beste Sprinter der Welt motiviert wie selten sein.
Der Sieg in Bastia ist für ihn diesmal ausnahmsweise bedeutungsvoller als der beim sonst prestigeträchtigsten Sprint des Jahres in Paris. „Die 1. Etappe ist sein Hauptziel bei der Tour“, bestätigte auch Cavendishs Teamchef Rolf Aldag diese Einschätzung.
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