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09.12.2020 | (rsn) – Für Max Walscheid entpuppte sich der Wechsel von Sunweb zu NTT als Glücksgriff. Nicht unbedingt was die Anzahl der Siege anbelangt – da errang Walscheid zwei. Sondern vor allem was einen aufgewerteten Rennkalender mit Teilnahmen an der Tour de France, Mailand - Sanremo oder der Flandern-Rundfahrt betrifft.
Seine ersten Saisonrennen für sein neues Team bestritt Walscheid in Malaysia bei der Tour de Langkawi (2.HC), wo er im Februar zwei Etappen und die Punktewertung gewinnen konnte und zwei weitere Tagesabschnitte auf Rang zwei abschloss. “Das ist erstmal eine gute Ausbeute, denke ich. Gerade auch unter dem Gesichtspunkt, dass ich neu im Team bin, in einer neuen Umgebung. Die Erwartungshaltung ist ja schon, dass man als neuer Sprinter im Team direkt abliefert. Da bin ich froh, dass ich dem gerecht geworden bin“, hatte Walscheid damals zu radsport-news.com gesagt.
Dass danach keine weiteren Siege mehr folgten, lag vor allem daran, dass Walscheid dann eher als Anfahrer von Giacomo Nizzolo gefragt war und nicht mehr so viele Freiheiten hatte. Mit der neuen Aufgabe ergab sich für den Heidelberger aber auch ein deutlich anspruchsvolleres Rennprogramm. Vor der Corona-Pause im März bestritt der 27-Jährige die Fernfahrt Paris – Nizza, wo sein Kapitän Nizzolo eine Etappe gewann.
Hatte Walscheid schon zum Saisonauftakt drei Rundfahrten in den Beinen, ging es nach dem Re-Start für ihn so richtig rund. "Es ging Schlag auf Schlag, das war ein richtig hartes Programm", so Walscheid, der zur Vorbereitung auf die Tour de France die Burgos-Rundfahrt, Mailand – Sanremo und die Tour de Wallonie fuhr.
Das große Highlight des Jahres war dann die Premierenteilnahme an der Frankreich-Rundfahrt, wo sich Walscheid wieder um Nizzolo kümmern konnte. Doch der Italiener musste das Rennen relativ früh aufgeben, wodurch sich Walscheid einige Freiheiten boten. Diese konnte der Sprinter aber nicht in Resultate ummünzen – auch weil er bei der Ankunft auf der Ile de Re kurz vor dem Ziel Defekt hatte und es für den NTT-Fahrer schon als Erfolg gewertet werden konnte, dass er sich noch zurück ins Feld kämpfen und auf Rang 19 über den Zielstrich fahren konnte.
Insgesamt sah Walscheid seine Tour äußerst positiv. "Ich bin richtig stolz, dass es so gut geklappt hat“, blickte er zurück. Damit spielte Walscheid, der das Ziel in Paris auf Rang 134 erreichte, auch darauf an, dass es ein "super schwerer Parcours" gewesen sei, der nicht gerade auf den Leib des knapp zwei Meter großen und knapp 90 Kilogramm schweren Sprinters geschneidert war. "Von der Tour nehme ich viel mit in künftige schwere Rennen“, sagte er.
Walscheid hatte nach der Tour und dem vollen Kalender die Sorge, "dass wir das überreizen könnten, aber letztlich hat es super hingehauen“, so der Heidelberg, der bei der WM im Einzelzeitfahren startete und dort mit Rang 19 eine gute Leistung bot. Auch bei der Flandern-Rundfahrt konnte er mit Rang 30 eine überzeugen, gleiches galt für De Panne, das er auf Rang 13 abschloss. "Rein physisch hatte ich in den Panne meinen besten Tag auf dem Rad. Ich bin gut aus der Tour rausgekommen und konnte das Level auch in den Klassikern halten. Ich muss also nicht zu zaghaft sein, was viele und auch harte Rennen anbelangt“, so Walscheids Erkenntnisgewinn.
Nach seiner starken Saison wird der Deutsche beim NTT-Nachfolger Qhubeka Assos eine tragende Rolle spielen. "Ich hoffe, dass ich bei diversen Rennen Verantwortung übernehmen darf und das möchte ich auch. Nach dem Re-Start bin ich mit Giacomo jedes Rennen gemeinsam gefahren und ich denke, dass wir gut zusammengearbeitet haben", kann sich Walscheid auch für 2021 eine solche Kooperation vorstellen. Bei den Rennen, die die beiden nicht gemeinsam bestreiten werden, will Walscheid aber auch "meine Chance wahrnehmen", wie er abschließend sagte.
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