Cancellara will den ersten Sieg

Als ProTeam: Tudor legt den Fokus auf die Grand Tours

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Als ProTeam: Tudor legt den Fokus auf die Grand Tours"
Tudors Chefetage mit Fabian Cancellara (l.) und Raphael Meyer am Medientag des Teams. | Foto: Cor Vos

08.01.2026  |  (rsn) – Der Schweizer Rennstall Tudor Pro Cycling hat am Mittwoch im spanischen Moraira etwas östlich von Calpe an der Costa Blanca seinen Medientag vor der Saison 2026 abgehalten. Und Miteigentümer Fabian Cancellara zeigte sich dort gut gelaunt, aber mit einem klaren Ziel im Blick. Nachdem man sich im gerade abgelaufenen Dreijahreszyklus einen Platz unter den beiden besten ProTeams unterhalb der WorldTour und damit die automatischen Wildcards für alle Erstliga-Rennen 2026 gesichert hatte, blickte der Schweizer nun ambitioniert voraus:

"Mit Blick auf die Saison 2026 bieten uns unser gesicherter Rennkalender und die automatischen WorldTour-Einladungen wertvolle Planungssicherheit – eine bedeutende Verbesserung gegenüber dem letzten Jahr“, erklärte Cancellara. "Unser klares Ziel ist es, uns bis Ende 2028 für die WorldTour zu qualifizieren, und die kommende Saison ist ein entscheidender erster Schritt auf dem Weg zu diesem ehrgeizigen Ziel."

Den Fokus legt Tudor laut Cancellara im kommenden Jahr auf die drei Grand Tours. Das könnte, getreu dem Teammotto “Born To Dare“, als wagemutig bezeichnet werden, denn zum Punktesammeln erscheinen die dreiwöchigen Landesrundfahrten vielleicht als eine Nummer zu groß für das Team. Auch wenn Julian Alaphilippe vor einigen Jahren bewiesen hat, dass er auch eine Tour de France unter den besten Fünf der Gesamtwertung beenden kann, ist aktuell aber doch Michael Storer der einzige Kandidat im Kader, dem die Top 10 bei einer Grand Tour zuzutrauen ist.

Hirschi und Storer zum Giro, Küng und Alaphilippe zur Tour

“Alles muss für mich perfekt laufen, aber dann kann ich mit den besten Fahrern der Welt mithalten“, sagte der Australier während des Medientags. “Mit dem Ziel, mich als GC-Fahrer weiterzuentwickeln, haben wir uns in den letzten Wochen darauf konzentriert, meine Zeitfahrfähigkeiten zu verbessern, und viel Zeit im Windkanal verbracht. Der Giro d ’Italia ist mein absolutes Hauptziel für die erste Saisonhälfte, und wenn alles wie geplant läuft, hoffe ich, dort um einen Platz in der Gesamtwertung zu kämpfen.“

Mindestens ein Etappensieg bei den Grand Tours will Tudor einfahren, “das ist das Hauptziel der Saison“, so Cancellara. Bei der Tour soll diese Aufgabe einmal mehr Ex-Weltmeister Alaphilippe zufallen. "Strade Bianche und die Ardennen-Klassiker sind meine großen Ziele im ersten Teil der Saison, bevor ich meine Aufmerksamkeit im Juli nach Frankreich richte“, so der 33-Jährige, der 2025 für sein Team zumindest schonmal ein Tagespodium klarmachen konnte.

Für Alaphilippe weniger, für Neuzugang Stefan Küng dafür umso mehr wird der Auftakt der Tour im Fokus stehen. “Das Eröffnungs-Mannschaftszeitfahren der diesjährigen Tour de France ist ein wichtiger Höhepunkt in meinem Rennkalender“, sagte der Schweizer, der ansonsten die komplette Kopfsteinpflaster-Kampagne im Blick hat. Ob auch sein Landsmann Marc Hirschi wieder in Frankreich starten wird, ist offen. Der 27-Jährige konnte im vergangenen Jahr die Erwartungen nicht erfüllen. “Manchmal war es ziemlich gut, aber ich war nie auf meinem Peak. Insgesamt bin ich daher nicht zu 100 Prozent zufrieden mit der Saison. Es waren kleine Dinge, aber am Ende machen die Details den Unterschied. Ich war nicht weit von meinem besten Niveau entfernt, aber wenn ein paar Prozent fehlen, reicht es nicht“, so Hirschi am Medientag.

Tudor will Ende des Jahres “visionäres Projekt“ beziehen

Für ihn soll 2026 so aussehen, wie es eigentlich schon 2025 hätte sein sollen. Wieder steht für Hirschi seine Giro-Premiere an, die im letzten Jahr noch durch akute Formschwäche verhindert wurde. Zuvor soll er gemeinsam mit Alaphilippe in den Ardennen um Spitzenpositionen fahren.

Und darüber hinaus? Klotzt Tudor auch 2026 anstatt zu kleckern. Zumindest hinsichtlich seiner Infrastruktur. “Die Höhepunkte des Jahres 2025 fanden nicht auf der Straße statt, sondern zu Hause in der Schweiz“, sagte der zweite Teameigner neben Cancellara, CEO Raphael Meyer. “Wir haben den Grundstein für unseren neuen Hauptsitz in Sursee gelegt und rechnen damit, bis Ende des Jahres einziehen zu können. Dieser Hauptsitz wird weit mehr als nur ein Lager für Fahrräder und Fahrzeuge sein.“

Der Komplex soll Einrichtungen für Reha- und Höhentraining enthalten, Büros, Werkstätten und ein Fahrrad-Erlebniszentrum für Besucher. Meyer spricht von einem “visionären Projekt, das entscheidend dazu beitragen soll, unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen.“ Kann die Schweizer Mannschaft auch sportlich mit dem mithalten, was sie ringsrum aufbaut, wird es ein gutes Jahr für das ProTeam, zu dem auch 2026 vier Deutsche gehören. Kein anderes Team in den höchsten beiden Ligen des Radsports hat mehr.

Weitere Radsportnachrichten

08.01.2026Iserbyt muss seine Karriere beenden

(rsn) – In einem emotionalen Video auf Instagram hat Eli Iserbyt (Pauwels Sauzen – Altez) das Ende seiner Karriere erklärt. Seit Februar 2025 hat er ehemalige Weltranglistenerste kein Rennen mehr

08.01.2026Verschneite Querfeldein-Titelkämpfe in Bensheim

(rsn) – Am kommenden Wochenende werden im südhessischen Bensheim die Deutschen Meisterschaften im Cross ausgetragen. Wie schon 2018 finden die Titelkämpfe rund um den Bikepark am Berliner Ring im

08.01.2026Soudal - Quick-Step bindet auch Magnier langfristig

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

08.01.2026Soudal bleibt Titelsponsor bis 2030, Dumoulin wird Renndirektor

(rsn) - Ex-Profi Tom Dumoulin wird neuer Renndirektor des Amstel Gold Race. Der 35-jährige Niederländer übernimmt den Job von Leo van Vliet, allerdings erst zur Austragung 2027. Es wird die 61. sei

08.01.2026Titelverteidiger Plapp fährt hinterher: Vine ist neue Zeitfahrmeister Australiens

(rsn) – Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) hat sich zum zweiten Mal nach 2023 zum australischen Zeitfahrmeister gekrönt. Der 30-Jährige fuhr in Perth, wo auch die Straßenrennen ausgetragen

08.01.2026Nach starker Saison startet erneut die Jagd auf den “Heiligen Gral“

(rsn) – Sechs Neuverpflichtungen nahm FDJ - Suez für das Jahr 2025 unter Vertrag und krempelte das Team damit maßgeblich um. Vom siebten Platz 2024 arbeitete sich die französische Mannschaft zum

07.01.2026Simon Yates beendet Karriere

(rsn) – Der amtierende Giro-Sieger Simon Yates hat am Mittwochmittag völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung seine Karriere beendet. “Ich habe die Entscheidung getroffen, mich vom profess

07.01.2026Pidcock und Pinarello-Sextett zieht es nach Chile

(rsn) – Dass Radsportler vor Saisonbeginn ins Höhentrainingslager ziehen, ist nichts Besonderes. Dass ein Septett von Pinarello einen Monat nach Südamerika reist, ist dann aber doch sehr ungewöhn

07.01.2026Roodhooft: Van der Poel “war einfach so, wie er sein musste“

(rsn) – In der Weihnachtsperiode hat Niels Vandeputte zwei Crossrennen im Trikot von Alpecin – Deceuninck und im neuen Jahr dem von Alpecin – Premier Tech gewonnen. Doch Fahrer der belgischen Ma

07.01.2026Die Hoffnung auf Healy und Highlights

(rsn) – Auf dem Papier war die Saison 2025 eine durchschnittliche für das Team EF Education – EasyPost. Zehn Siege lagen unter der Norm für die US-amerikanische Equipe, Rang zwölf im UCI-Rankin

06.01.2026Mit “Mont Ventoux Norwegens“ und Finale an den Hängen der Ski-WM

(rsn) – Während es 2026 keine Tour of Norway geben wird, weil die öffentlichen Förderungen gestrichen wurden, steht das Arctic Race of Norway (2.Pro) auch in diesem Jahr wieder im Rennkalender. I

06.01.2026Diese WorldTour-Profis haben noch keinen Vertrag für die neue Saison

(rsn) – Das neue Jahr hat begonnen, doch noch immer stehen einige WorldTour-Profis ohne neuen Vertrag da. Nicht alle Fahrer, die 2025 noch in der Elite-Liga des Radsports angestellt waren, werden

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)