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07.01.2026 | (rsn) – Auf dem Papier war die Saison 2025 eine durchschnittliche für das Team EF Education – EasyPost. Zehn Siege lagen unter der Norm für die US-amerikanische Equipe, Rang zwölf im UCI-Ranking. Das Papier wird dem Jahr allerdings kaum gerecht, denn für die Herren in Pink gab es über die zwölf Monate verteilt gleich mehrere Highlights zu genießen.
Da wäre zum einen der Coup von Neilson Powless bei Dwars door Vlaanderen (1.UWT), bei dem er gleich drei Fahrern von Visma – Lease a Bike um Wout van Aert im Zielsprint ein Schnippchen schlagen konnte. Ein Rennen, das in keinem Jahresrückblick der Radsportsaison fehlen darf. Ebenso wenig wie der Giro d’Italia, bei dem Richard Carapaz ein Teilstück gewann und noch auf der vorletzten Etappe am legendären Colle delle Finestre um den Gesamtsieg kämpfte. Schließlich ließen sich er und Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) von Simon Yates (Visma – Lease a Bike) die Butter vom Brot nehmen. Der Podiumsplatz für den Ecuadorianer ist trotzdem ein großer Erfolg in der Teamgeschichte.
Je nach Lesart wurde diese Grand Tour aus EF-Sicht noch von der Tour de France, als Ben Healy zu einem der Hauptprotagonisten in Frankreich wurde. Er gewann die 6. Etappe in der Normandie nach einem beeindruckenden Solo und eroberte vier Tage später – am französischen Nationalfeiertag – das Gelbe Trikot. Drei weitere Tage danach musste er es nach Hautacam an seinen “rechtmäßigen Besitzer“ Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) zurückgeben, aber die Herzen der Zuschauer hatte der Ire bereits erobert. Zusätzlich erkämpfte er sich einen neunten Platz in der Gesamtwertung der Tour. ___STEADY_PAYWALL___
Diese Highlights können darüber hinwegtrösten, dass der Rest des Jahres eher ohne größere Aufmerksamkeit für die Equipe verlief. Zumal Sympathieträger Healy auch ein Versprechen in die Zukunft ist. Er stand bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und der WM in Kigali auf dem Podium, seine aggressive Fahrweise und sein Talent reißen die Zuschauer mit. Auf ihn wird die Aufmerksamkeit sowohl bei großen Eintagesrennen als auch bei Rundfahrten als mindestens gelegentlicher Herausforderer Pogacars gerichtet sein.
Ben Healy trug 2025 das Gelbe Trikot bei der Tour de France, gewann eine Etappe und holte Bronze bei der WM in Kigali.
Auf diesen drei Fahrern – Healy, Carapaz und Powless – ruhen die Hoffnungen des Teams von Jonathan Vaughters auch 2026. Letzterer unterschrieb in der Saisonpause eine langfristige Vertragsverlängerung bei EF. Für ähnliche Highlights und etwas mehr Konstanz wird die Gesundheit der Fahrer eine große Rolle spielen. Carapaz verpasste krankheitsbedingt die Tour und kam nach dem Giro nie mehr vollends in Tritt. Auch Georg Steinhauser, der Shootingstar der Saison 2024, hatte nach Knieproblemen und einer Borreliose-Erkrankung ein verlorenes Jahr. Er könnte in Topform zu dem Trio aufschließen – oder ihnen mindestens zu Siegen verhelfen.
Mit Rui Costa und Esteban Chaves, die beide ihre Karriere beendet haben, Hugh Carthy (Ziel unbekannt) und Owain Doull (Visma – Lease a Bike) haben vier Veteranen das Team verlassen, deren Input in jüngerer Vergangenheit aber entbehrlich war. So steht die Equipe kaum verändert zum Vorjahr da und hofft auf einen weiteren Leistungssprung von Healy und anderen etablierten Kräften – für noch mehr Zauber und mehr Konstanz als 2025.
Nur fünf Neuzugänge hat EF für 2026 zu verzeichnen. Luke Lamperti (von Soudal – Quick-Step) dürfte derjenige sein, der dem Team 2026 am meisten weiterhelfen kann. Der US-Amerikaner ist 23 Jahre alt und kann nach zwei Profijahren schon auf sechs Siege und zwei Grand-Tour-Teilnahmen zurückblicken. Lamperti ist schnell im Sprint und auch bei Eintagesrennen zu beachten. Er gewann 2024 und 2025 je eine Etappe bei der Czech Tour (2.1) und wurde Zweiter bei der Bredene Koksijde Classic (1.Pro). Bei EF hofft man, dass er mit mehr Verantwortung im Sprint auch bei größeren Rennen Ergebnisse einfahren kann.
Neben Lamperti stieß mit Noah Hobbs ein weiterer Sprinter aus dem eigenen Devo-Team zur Mannschaft. Und auch die anderen Neuzugänge sind jung und talentiert: Michael Leonard (von Ineos Grenadiers) ließ seine Zeitfahrqualitäten bereits aufblitzen. Dort liegen unter anderem auch die Stärken des vielseitigen und ebenfalls sprintstarken Matthias Schwarzbacher. Den 20-Jährigen, der auch im Querfeldein überzeugt hat, hat man vom Gen-Z-Team von UAE – Emirates loseisen konnte. Mattia Agostinacchio ist sogar erst 18 Jahre alt und ein großes Talent in verschiedenen Disziplinen. Im Cross ist er amtierender Junioren-Welt- und U23-Europameister. EF investiert klar in die Zukunft.
Luke Lamperti gewann 2025 ein Teilstück der Czech Tour (2.1). Der US-Amerikaner kann in Sprints und auf hügeligen Etappen um den Sieg fahren.
Was war das für ein Moment, als Georg Steinhauser mit gerade einmal 22 Jahren als einziger den heranstürmenden Pogacar auf Distanz halten konnte und die 17. Etappe des Giro 2024 am Passo Brocon gewann. Ein zwickendes Knie und eine Erkrankung hinderten ihn daran, 2025 auf diesem Erfolg aufzubauen. Es wurde – zumindest nach dem Giro – zu einem verlorenen Jahr für den Allgäuer, doch das liegt nun hinter ihm. Der 24-Jährige ist talentiert genug, um gerade auf bergigem Terrain für Furore zu sorgen. Und aus deutscher Sicht ist ihm das für das kommende Jahr nur zu wünschen.
Georg Steinhauser konnte 2025 nicht an seine Erfolge aus dem Vorjahr anknüpfen.
Das Aufgebot:
Mattia Agostinacchio (Italien / 18 Jahre), Vincenzo Albanese (Italien / 29), Kasper Asgreen (Dänemark / 30), Samuele Battistella (Italien / 27), Alex Baudin (Frankreich / 24), Markel Beloki (Spanien / 20), Richard Carapaz (Ecuador / 32), Jefferson Alexander Cepeda (Ecuador / 27), Ben Healy (Irland / 25), Noah Hobbs (Großbritannien / 21), Mikkel Frolich Honoré (Dänemark / 28), Michael Leonard (Kanada / 21), Alastair MacKellar (Australien / 23), Madis Mihkels (Estland / 22), Lukas Nerurkar (Großbritannien / 22), Neilson Powless (USA / 29), Sean Quinn (USA / 25), Darren Rafferty (Irland / 22), Archie Ryan (Irland / 24), Matthias Schwarzbacher (Slowakei / 20), James Shaw (Großbritannien / 29), Colby Simmons (USA / 22), Georg Steinhauser (Deutschland / 24), Harry Sweeny (Australien / 27), Michael Valgren (Dänemark / 33), Marijn van den Berg (Niederlande / 26), Jardi Christiaan van der Lee (Niederlande / 24), Max Walker (Großbritannien / 23)
Davon Neuzugänge:
Mattia Agostinacchio (Ciclista Trevigliese), Noah Hobbs (EF Education – Aevolo), Luke Lamperti (Soudal – Quick-Step), Michael Leonard (Ineos Grenadiers), Matthias Schwarzbacher (UAE – Emirates Gen Z)
Teamleitung:
Manager: Jonathan Vaughters
Sportdirektor: Charles Wegelius
Sportliche Leiter: Jonathan Breekveldt, Matti Breschel, Juan Manuel Garate, Andreas Klier, Sebastian Langeveld, Tom Southam, Tejay van Garderen, Ken Vanmarcke
Material:
Rahmenhersteller: Cannondale
Gruppe: SRAM
Laufräder: Vision
Reifen: Vittoria
Trikot: Assos
Helm: POC
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