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09.04.2017 | (rsn) - Die morgen stattfindende 115. Auflage von Paris-Roubaix bildet auch in diesem Jahr wieder einen der spektakulären Höhepunkte der Saison. Die "Königin der Klassiker“ könnte sogar mit einem geschichtsträchtigen Moment enden, dann nämlich, wenn Tom Boonen (Quick-Step Floors) im letzten Rennen seiner Karriere seinen fünften Sieg einfahren und sich damit zum alleinigen Rekordhalter aufschwingen sollte. Eine Rückkehr feiert dagegen John Degenkolb (Trek-Segafredo), der nach dem erzwungenen Verzicht im vergangenen Jahr eine Art zweiter Titelverteidiger ist - neben Vorjahressieger Mathew Hayman (Orica-Scott).
Im Mittelpunkt wird trotz Olympiasieger Greg Van Avermaet (BMC) und Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) aber zweifellos der mittlerweile 36 Jahre alte Boonen stehen. Wie Renndirektor Christian Prudhomme bestätigte, wird die ASO die Abschiedsvorstellung des viermaligen Roubaix-Gewinners würdigen - zunächst bei der Teampräsentation am Samstag Abend und dann im Rennen selber, wo jeder der vier Flügel der Windmühle von Vertain, einer der markanten Punkte entlang der Strecke, in Erinnerung an Boonens Siege gekennzeichnet sein wird.
Die Strecke: 257 Kilometer, davon 55 über Kopfsteinpflaster, die auf insgesamt 29 Sektoren verteilt sind - das sind die Eckpunkte der 115. Auflage der "Königin der Klassiker“. Die ersten knapp 100 Kilometer in Richtung St. Quentin dienen den Fahrern wieder eher zum Einrollen, ehe beim Rennkilometer 97 die erste der Pavé-Prüfungen wartet: Der Sektor von Troisville ist 2,2 Kilometer lang und bildet den Auftakt der Pavé-Abschnitte, deren Schwierigkeitsgrade durch Sterne gekennzeichnet sind: ein Stern für einen leichten Sektor, fünf Sterne für die schwersten, von denen es diesmal wieder drei gibt, und zwar der Wald von Arenberg (km 161,5), Mons-en-Pévèle (km 208,5) und Carrefour de l’Arbre (km 240).
In diesem Jahr haben sich die Organisatoren der ASO noch ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ausgedacht, nämlich ein Farbsystem: Den 5-Sterne-Sektoren wird die Farbe schwarz zugeordnet, absteigend folgen rot (4 Sterne), orange (3 Sterne), blau (2 Sterne) und gelb (1 Stern).Die Sektoren werden traditionell rückwärts gezählt, der Sektor 1 steht einen Kilometer vor dem Ziel an und führt nochmals über 300 Meter - eine Leichtigkeit für all diejenigen, die zuvor die Tortur über das Kopfsteinpflaster überstanden haben.
Spektakulärer Höhepunkt des Rennens wird auch diesmal wieder der "Wald von Arenberg“ sein, auf französisch Trouée d'Arenberg. 2.400 schnurgerade Meter führt die Schneise durch den Wald, wobei es besonders wichtig sein wird, an vorderer Stelle den Sektor in Angriff zu nehmen, auch wenn danach noch fast 100 Kilometer folgen, auf denen noch viel passieren kann (und wird). Wie Streckenchef Thierry Gouvenou sagte, kann man hier das Rennen nicht gewinnen, wohl aber durch einen Sturz, einen Defekt oder aber durch eine schlechte Positionierung und einem daraus resultierenden Rückstand verlieren. Boonen etwa musste 2011 nach einem Defekt vor der Einfahrt in den Wald von Arenberg alle Hoffnungen auf den Sieg aufgeben und stieg später nach einem Sturz völlig frustriert vom Rad.
Von Vorteil für die Fahrer wird wohl sein, dass aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Norden Frankreichs das Kopfsteinpflaster leichter zu bewältigen sein dürfte. Renndirektor Christian Prudhomme erklärte nach der Streckenerkundung sogar, in zwölf Jahren seiner Verantwortlichkeit die Sektoren noch nie so sauber gesehen zu haben.
Der legendäre Wald von Arenberg mag der berühmteste (und berüchtigste) der 29 Sektoren sein, als "Moment der Wahrheit“ bezeichnete Gouvenou allerdings den Sektor 4, Carrefour de l'Arbre - die 2,1 Kilometer lange und ebenfalls mit fünf Sternen ausgezeichnete Passage läutet 17 Kilometer vor dem Ziel das Finale ein. Eine späte günstige Möglichkeit zur Attacke bietet noch der Sektor 2 (Willems nach Hem), kurz bevor das Velodrome von Roubaix erreicht sein wird. Spannend bleibt die Frage, wie groß die Gruppe ist, die hier um den Sieg kämpfen wird - oder ob erstmals nach 2014 (Niki Terpstra) wieder ein Solist gewinnt.
Die Favoriten: Der Niederländer steht auch am Sonntag wieder am Start, doch bei Quick-Step Floors ist alles auf Boonen ausgerichtet. "Tommeken", wie er in seiner Heimat genannt wird, will sich mit seinem fünften Sieg verabschieden - und ein fünfter Triumph bei der "Königin der Klassiker“ wäre der perfekte Abschluss von Boonens Ausnahme-Karriere sowie ein weiteres Stück Radsportgeschichte, das der Belgier schreiben will. Bei der Flandern-Rundfahrt stellte sich Boonen noch in den Dienst von Philippe Gilbert, der in Oudenaarde die "Ronde“ für sich entschied. Aber bei Paris-Roubaix ist Boonen mit seiner schieren körperlichen Kraft deutlich stärker einzuschätzen als auf dem topografisch schwereren Gelände der Flandern-Rundfahrt.
Genauso hoch einzustufen wie Boonen ist sein Landsmann Greg Van Avermaet (BMC), der am vergangenen Sonntag Zweiter der Flandern-Rundfahrt wurde. Der Olympiasieger ist der überragende Klassikerspezialist dieser Saison und will nach einem dritten Platz im Jahr 2015 diesmal endlich den Pflasterstein mit nach Hause nehmen. Gleiches gilt in Sachen Qualität grundsätzlich auch für Peter Sagan (Bora-Hansgrohe), doch der Weltmeister laboriert noch an den Folgen seines Sturzes bei der Flandern-Rundfahrt. Nach der gestrigen Streckenerkundung auf dem Pavé war aus Sagans Umfeld jedoch zu hören, dass er sich besser fühle.
Keinerlei gesundheitliche Probleme hat zwar John Degenkolb (Trek-Segafredo), doch der Gewinner der Ausgabe von 2015 blieb mit zwei siebten Plätzen bei Mailand-Sanremo und der Flandern-Rundfahrt doch etwas hinter den eigenen Erwartungen zurück. Vielleicht ein gutes Omen: Nachdem Degenkolb vor zwei Jahren Siebter der "Ronde“ Geworden war, sicherte er sich bei Paris-Roubaix seinen zweiten Sieg in einem Radsport-Monument. Allerdings scheint der 28-Jährige nicht ganz in der brillanten Verfassung von damals zu sein, als er auch Mailand-Sanremo gewinnen konnte. Ebenfalls sehr stark einzuschätzen ist der Belgier Oliver Naesen (Ag2R), der bei der Flandern-Rundfahrt als einziger neben Van Avermaet Sagans Attacken im Finale folgen konnte, dann aber ebenso wie der Slowake durch dessen Sturz alle Chancen einbüßte.
Zum erweiterten Favoritenkreis zählen neben Terpstra - der Quick-Step Floors eine weitere Option verleiht - noch Alexander Kristoff, der mit Tony Martin bei Katusha-Alpecin eine Doppelspitze bildet, die Niederländer Dylan van Baarle (Cannondale-Drapac) und Lars Boom (LottoNL-Jumbo), die Franzosen Arnaud Démare (FDJ) und Sylvain Chavanel (Direct Energie), der Norweger Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) sowie der Brite Ian Stannard (Sky).
Orica-Scott schickt gleich drei aussichtsreiche Fahrer ins Rennen, neben Jens Keukeleire und Luke Durbridge keinen geringeren als Titelverteidiger Mathew Hayman, der bei einem weiteren Sieg der älteste Roubaix-Gewinner der Geschichte wäre. Doch wäre ein Triumph des mittlerweile 38 Jahre alten Australiers eine noch größere Sensation als im vergangenen Jahr, als er im Sprint im Velodrome von Roubaix Boonen auf Rang zwei verwies. Damals Siebter und damit bester deutscher Fahrer war Marcel Sieberg (Lotto Soudal. Da sein Team zwar stark besetzt ist, aber keinen zum Favoritenkreis zählenden Fahrer dabei hat, wäre auch am Sonntag dem 35-Jährigen ein Ergebnis zumindest unter den besten 20 zuzutrauen.
Das 115. Paris-Roubaix wird ab 11 Uhr in voller Länger auf Eurosport zu sehen sein. radsport-news.com ist im LIVE Ticker ebenfalls vom Start weg mit dabei.
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