Südafrikanerin gewinnt Auensteiner Radsporttage

Moolman-Pasio ist bergauf und bergab eine Klasse für sich

Von Felix Mattis aus Auenstein

Foto zu dem Text "Moolman-Pasio ist bergauf und bergab eine Klasse für sich"
Ashleigh Moolman-Pasio (Bigla) gewinnt die Auensteiner Radsporttage mit einem Solo. | Foto: Michael Deines

08.06.2015  |  (rsn) - Am Schlusstag der Auensteiner Radsporttage hat sich auf einem selektiven Kurs an der Burgruine Helfenberg die Spreu vom Weizen getrennt, und Top-Favoritin Ashleigh Moolman-Pasio (Bigla) der Konkurrenz die Grenzen aufgezeigt. Die Südafrikanerin gewann das 118,3 Kilometer lange Teilstück rund um Auenstein als Solistin mit 1:37 Minute Vorsprung auf die Tageszweite Paulina Brzezna-Bentkow (TKK-Nestle-Fitness) und sicherte sich damit auch souverän den Gesamtsieg der 2.2-Rundfahrt.

"Jeder Sieg ist gut für das Selbstvertrauen und fürs Teambuilding", sagte die Südafrika-Meisterin, die im April Vierte beim Weltcup-Rennen Fleche Wallonne geworden war und im Juli den Giro-Sieg anvisiert, radsport-news.com. "Das Wochenende war für das ganze Team gut. Am Samstag haben wir ein paar Fehler gemacht und ich war ziemlich isoliert. Aber das heute war eine perfekte Teamleistung. Ich bin sehr glücklich, gewonnen zu haben - auch um den Mädels etwas zurückzugeben."

Moolman-Pasio galt bereits vor Rundfahrtstart dank ihrer Kletterfähigkeiten und angesichts der schweren Etappen durch die Weinberge als Favoritin - zumal die Deutsche Claudia Lichtenberg (Liv-Plantur) nach einer schweren Gehirnerschütterung und einer zweimonatigen Rennpause gerade erst wieder ins Peloton zurückgekehrt war. Doch auch wenn Lichtenberg nicht in Top-Form anreiste, ihre Mannschaft bestimmte das Rennen maßgeblich mit, war viel an der Spitze zu sehen und brachte die 22-Jährige Sabrina Stultiens auf Gesamtrang zwei.

1:40 Minute hatte die Niederländerin am Ende Rückstand auf Moolman-Pasio. "Direkt nach dem Rennen war ich erst einmal etwas enttäuscht", gab die Tagesdritte im Gespräch mit radsport-news.com zu. "Das Team hat auch gestern schon toll zusammengearbeitet, und ich hätte das mit einem Sieg abrunden können." Letztlich konnte sie sich immerhin mit dem Gewinn der Nachwuchswertung trösten.

Doch im Rennverlauf zeigte sich, dass möglicherweise mehr drin gewesen wäre. Kurz vor der Bergwertung am Helfenberg-Anstieg attackierte in so gut wie jeder Runde der zweiten Rennhälfte Moolman-Pasio, doch Stultiens konnte immer mitziehen - als einzige. Über die Distanz verkleinerte sich so das Feld in einem regelrechten Ausscheidungsfahren auf acht Frauen, die nach Moolman-Pasios Antritten in der Abfahrt immer wieder zusammenfanden.

"Es war ein toller Kurs. Die Anstiege waren schwer, aber es war eigentlich gar nicht dort, wo ich mich abgesetzt habe, sondern in der technischen Abfahrt", erklärte die Südafrikanerin später. Und Stultiens bestätigte, dass genau das das Ärgerliche am Ausgang des Rennens war. "Ich habe mich gut gefühlt und deshalb am Berg auch selbst probiert, zu attackieren - und bei ihren Angriffen konnte ich immer mitgehen. Daher bekam ich das Gefühl, dass ich gewinnen könnte", so die Niederländerin. "Aber in der vorletzten Runde hat sie auch im Flachen eine Zehn-Meter-Lücke herausgefahren und wir haben uns dahinter alle angeschaut - dann war es zu spät."

Moolman-Pasio zog allein davon und ging mit rund 40 Sekunden Vorsprung auf die letzte der insgesamt 13 9,1-Kilometer-Runden. In der Verfolgergruppe schien für einige Zeit der Zug zu fehlen, und so marschierte die Südafrikanerin schließlich einem ungefährdeten Sieg entgegen. "Die Hitze hat eine Rolle gespielt", meinte sie angesichts der erneut 30 Grad. "Im Mai war es an den meisten Orten noch recht kühl, und jetzt ist es plötzlich so heiß. Das ist für jeden eine Umstellung, aber ich passe mich glücklicherweise recht schnell an. Das war ein Vorteil."

Größere Probleme mit der Hitze hatte, wie viele andere auch, Hanka Kupfernagel (Maxx-Solar), die nach dem Rennen im Gespräch mit radsport-news.com von "etwas Schüttelfrost und Magenschmerzen" sprach. Trotzdem quälte sich die Bundesliga-Spitzenreiterin durch, wurde 9:49 Minuten nach Moolman-Pasio Tages-30. und verteidigte ihr Lila Trikot problemlos - unter den Bundesliga-Fahrerinnen war sie hinter ihrer Teamkollegin Beate Zanner (9. / + 3:04 Minuten) und Carolin Schiff (Koga Ladies / 23. / 6:03) schließlich immerhin Drittbeste.

Während Zanner auf Platz neun der Etappe und zehn im Gesamtklassement zur besten Deutschen wurde, platzierte sich die Österreicherin Martina Ritter (BTC City Ljubljana) auf Tagesrang acht (+ 1:38 Minute) und Gesamtrang sechs (+ 2:11) als beste Deutschsprachige. Moolman-Pasio sicherte sich durch ihre zahlreichen Antritte an der Burgruine die Bergwertung, während ihre finnische Teamkollegin Lotta Lepistö an der Zwischensprints die Sprintwertung abräumte.

Weiteres Foto - mit Klick vergrößernWeiteres Foto - mit Klick vergrößernWeiteres Foto - mit Klick vergrößernWeiteres Foto - mit Klick vergrößernWeiteres Foto - mit Klick vergrößern

Mehr Informationen zu diesem Thema

11.11.2015Peloton bekommt Verstärkung aus den USA: Cylance Pro Cycling

(rsn) - Die Einführung der Women´s WorldTour in der kommenden Saison scheint bereits erste Früchte zu tragen. Neue Sponsoren steigen in den Frauen-Radsport ein und neue Teams entstehen. Nach dem be

25.09.2015Women's World Tour ersetzt ab 2016 den Weltcup

(rsn) - Nachdem die letzten Details im Meeting des Management Committees der UCI am Donnerstag in Richmond am Rande der Straßenweltmeisterschaften geklärt wurden, hat der Weltverband per Pressemitte

14.09.2015Olds entzaubert Bronzini und Wild im Sprint

(rsn) - Live im Fernsehen, aber einmal mehr auf einem sportlich unattraktiven Kurs durften sich die Frauen am Schlusstag der Vuelta in Madrid präsentieren. Genau wie seit 2014 im Vorfeld der letzten

13.09.2015Kasper und Duyck in WM-Form, Jasinska Toskana-Gesamtsiegerin

(rsn) - Romy Kasper (Boels-Dolmans) hat eine Woche nach ihrem Zusammenstoß mit dem Teamfahrzeug bei der Boels Rental Holland Ladies Tour bewiesen, dass sie die dort erlittenen Verletzungen auf dem We

11.09.2015Johansson fährt dank Bonifikationen zum Gesamtsieg in Belgien

(rsn) - Emma Johansson hat im Trikot der Schwedischen Nationalmannschaft die Lotto Belgium Tour gewonnen. Die 31-Jährige, die sonst für Orica-AIS unterwegs ist, behauptete auf der schweren Schlusset

07.09.2015Hammes gibt an der Ardeche glänzende WM-Bewerbung ab

(rsn) - Tayler Wiles hat für das Mix-Team Reva Cycling Ladies die Ardeche-Rundfahrt gewonnen. Die sonst bei Velocio-SRAM unter Vertrag stehende US-Amerikanerin brachte nach sieben Etappen 27 Sekunden

29.08.2015Armitstead krönt sich in Plouay zur letzten Königin des Weltcups

(rsn) - Zwei Dinge hat Elizabeth Armitstead mit der Queen ohnehin bereits gemeinsam: Sie ist Britin, und sie heißt Elizabeth. Doch am Samstag kam beim GP de Plouay noch eine dritte Gemeinsamkeit hinz

28.08.2015Spannung bis zum Schluss im Kampf um den letzten Weltcup-Gesamtsieg

(rsn) - Der GP de Plouay beschließt auch in diesem Jahr die Weltcup-Saison der Frauen. Doch das Rennen in der Bretagne hat 2015 einen noch etwas anderen Stellenwert, als in den vergangenen Jahren. De

25.08.2015Australierinnen reißen Trophée d´Or per Fluchtversuch an sich

(rsn) - Die Australierinnen Rachel Neylan (Nationalteam) und Carlee Taylor (Lotto-Soudal) haben die 3. Etappe der Trophée d´Or unter sich ausgemacht. Nach 96,6 Kilometern mit Start und Ziel in Cosne

23.08.2015Pohl vs. Kupfernagel: Duell um 4. WM-Startplatz bei Trophé d´Or

(rsn) - Mit zwei zweiten Plätzen haben die deutschen Starterinnen die Trophé d´Or in Frankreich eröffnet. Am zweigeteilten Auftakttag fuhr Stephanie Pohl (Nationalteam) vier Sekunden hinter der Be

23.08.2015Glück im Unglück für Becker nach schmerzhaftem Sturz in Schweden

(rsn) - Eigentlich läuft es gerade wieder so richtig rund. Charlotte Becker (Hitec Products) zeigte bei der Ladies Tour of Norway am vergangenen Wochenende starke Leistungen, fuhr offensiv und beende

23.08.2015D´Hoore erspurtet die Weltcup-Führung und ein Luxus-Problem

(rsn) - Die belgische Hymne war schon gelaufen und die Top 3 des Tages standen auf dem Podium, als man in Vargarda die neue Spitzenreiterin der Weltcup-Gesamtwertung ehren wollte: Anna Van der Breggen

Weitere Radsportnachrichten

03.04.2025Flandern-Rundfahrt im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die Flandern-Rundfahrt bildet für Radsport-Fans gemeinsam mit Paris-Roubaix das Highlight der Klassikerwochen eines jeden Frühjahrs. Das belgische Monument, am 25. Mai 1913 erstmals ausgetra

03.04.2025Niewiadoma hofft bei der Ronde auf die Power aus dem Vorjahr

(rsn) - Diese Szene gefiel Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM – zondacrypto) beim gestrigen Dwars door Vlaanderen (1.Pro) überhaupt nicht: Als Elisa Longo Borghini (UAE - ADQ) zu ihrem letztendlich

03.04.2025Fraile hängt am Jahresende das Rad an den Nagel

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

03.04.2025Die Aufgebote für die 109. Flandern-Rundfahrt

(rsn) – Mit der Flandern-Rundfahrt (1.UWT) steht am Sonntag der Höhepunkt der flämischen Klassikerwochen an. Die 109. Ausgabe der “Ronde“ führt über 269 Kilometer Wochenende von Brügge nach

03.04.2025Die Strecke der Flandern-Rundfahrt 2025

(rsn) – Ein paar Änderungen an der Strecke gibt es immer. Da macht auch die Flandern-Rundfahrt 2025 keine Ausnahme. Doch neben dem jährlichen Wechsel zwischen den Startorten Antwerpen und Brügge,

03.04.2025Evenepoel startet bei der Tour de Romandie

(rsn) - Remco Evenepoel (Soudal – Quick) wird am Start der diesjährigen Tour de Romandie stehen, wie die Organisatoren der am 29. April mit einem Prolog in Saint-Imier beginnenden Schweizer WorldTo

03.04.2025Erholt sich Visma-Kapitänin Vos rechtzeitig zur Flandern-Rundfahrt?

(rsn) – Wenn es am kommenden Sonntag bei der 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) auf der Zielgerade in Oudenaarde zum finalen Sprint einer kleineren Gruppe kommen sollte, könnte Marianne Vos

03.04.2025Niedermaier: “Wünsche mir, beim Giro ganz oben zu stehen“

(rsn) - Nach ihrem ersten Rennblock, der mit Rang 37 bei der Trofeo Alfredo Binda (1.WWT) endete, nahm sich Antonia Niedermaier die Zeit, um mit RSN über ihren Saisoneinstieg, ihre veränderte Rolle

03.04.2025Lungenentzündung: Bettiol sagt für Flandern-Rundfahrt ab

(rsn) - Alberto Bettiol (XDS – Astana) wird am Sonntag nicht zur Flandern-Rundfahrt antreten können. Wie der Italienische Meister auf der Website seines Teams erklärte, habe er sich eine Lungenent

03.04.2025Die Aufgebote für die 22. Flandern-Rundfahrt der Frauen

(rsn) – Zum mittlerweile 22. Mal steht die Flandern-Rundfahrt der Frauen (1.WWT) im Programm. Rund um Oudenaarde müssen die Fahrerinnen aus 24 Teams insgesamt 168,9 Kilometer absolvieren, wobei zwÃ

03.04.2025Flandern-Rundfahrt der Frauen: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Die Flandern-Rundfahrt der Frauen ist das älteste durchgängig ausgetragene unter den Monumenten im Frauen-Kalender – und nach der Trofeo Alfredo Binda sowie dem Flèche Wallonne und dem

02.04.2025Highlight-Video des 13. Dwars door Vlanderen der Frauen

(rsn) - Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) ist bereit für die Titelverteidigung bei der am Sonntag anstehenden Flandern-Rundfahrt. Das bewies die Italienische Meisterin eindrucksvoll bei der 13. Aus

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Hellas (2.1, GRE)