Mountainbikerinnen dominieren Weltcup-Finale

Lechner gewinnt in Hoogerheide, Cant holt Gesamtsieg

Von Felix Mattis

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Eva Lechner (Colnago-Südtirol) fährt sowohl im Cross als auch auf der Straße sowie Mountainbike. | Foto: Cor Vos

25.01.2015  |  (rsn) – Eva Lechner (Colnago-Südtirol) hat in Hoogerheide den letzten Weltcup der Cross-Saison gewonnen. Die Italienerin setzte sich auf dem Kurs, auf dem sie im Vorjahr Vize-Weltmeisterin geworden war, vor der Tschechin Katerina Nash (Luna) und Straßen-Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prevot (Rabobank-Liv) durch, die mit 18 beziehungsweise 27 Sekunden Rückstand das Ziel erreichten.

„Das ist wirklich toll“, sagte Lechner nach dem ersten Weltcup-Erfolg ihrer Karriere. „Ich kam erst gestern vom Trainingslager und hätte damit wirklich nicht gerechnet.“ Nun aber ist die Vize-Weltmeisterin des Vorjahres eine der größten Favoritinnen für das WM-Rennen am kommenden Wochenende im tschechischen Tabor. „Natürlich ist mein Ziel, wieder eine Medaille zu holen. Aber es ist ein neues Rennen, ein neuer Tag“, gab sich die Südtirolerin hinsichtlich ihrer Ambitionen eher defensiv. „Trotzdem ist dieser Sieg natürlich eine große Motivation.“

Die drei aus dem Mountainbike-Sport kommenden Frauen ließen ihren Kontrahentinnen auf dem sehr matschigen Parcours in der Niederlande keine Chance und hängten auch die Belgierin Sanne Cant (Enertherm-BKCP) ab. Cant aber jubelte 54 Sekunden nach Lechner beim Überqueren der Ziellinie trotzdem, denn der 24-Jährigen genügte der vierte Platz, um überlegen Weltcup-Gesamtsiegerin zu werden.

Mit 246 Punkten thront Cant nach sechs Läufen auf dem Platz der Cross-Königin und hat 42 Zähler Vorsprung auf Ellen Van Loy (Telenet-Fidea), die in Hoogerheide Sechste wurde. Vor Van Loy landete beim Weltcup-Finale noch die Niederländerin Sabrina Stultiens (Rabobank-Liv). Weltcup-Gesamtdritte ist Titelverteidigerin Katie Compton (Trek Factory Racing) aus den USA, die diese Saison 187 Punkte sammelte und in Hoogerheide nicht über Rang 21 hinauskam.

Das deutsche Duo Jessica Lambracht und Lisa Heckmann (beide Stevens Racing Team) landete mit 4:53 Minuten beziehungsweise 5:14 Minuten Rückstand auf Lechner auf den Plätzen 24 beziehungsweise 27. Weltmeisterin Marianne Vos (Rabobank-Liv) wirkte nach dem Team-Trainingslager von Rabobank-Liv in Calpe nicht frisch und kam daher nicht über Rang zwölf hinaus. Sie büßte gegenüber Lechner 2:53 Minuten ein. Auf Twitter machten Gerüchte die Runde, Vos kämpfe mit einer Achillessehnenverletzung.

Schon früh im Rennen machte Ferrand-Prevot Druck und sorgte dafür, dass die einmal mehr schlecht gestartete Compton weit zurück fiel. Bald darauf schloss Nash gemeinsam mit Cant und Lechner die Lücke zur Französin, und auch Stultiens kam noch in der ersten Rennhälfte heran. Als dann Lechner in die Offensive ging, bekam die Niederländerin aber schnell wieder Probleme, den Anschluss zu halten.

Lechner zog mit gleichmäßig hohem Tempo davon und machte in der Folge weniger Fehler als ihre Verfolgerinnen, die sich im tiefen Matsch immer wieder gegenseitig behinderten und aufhielten. Cant blieb zwischenzeitlich an einem Absperrgitter hängen und kam zu Fall, so dass sich Ferrand-Prevot und Nash absetzen konnten. Auf der Schlussrunde überholte Nash die Straßen-Weltmeisterin schließlich in einer Schiebepassage, die Ferrand-Prevot zu fahren versuchte, was aber langsamer war als zu laufen.

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