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14.06.2025 | (rsn) - Mit seinem dritten Etappensieg beim 77. Critérium du Dauphiné hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) einmal mehr nicht nur seine Ausnahmestellung bei dieser Fernfahrt, sondern im gesamten Profiradsport bewiesen. Mit einer Attacke 11,5 Kilometer vor dem Ziel wurde der Slowene auf Anhieb alle Verfolger los. Im 1800 Meter hoch gelegenen Valmeinier gewann er mit 14 Sekunden Vorsprung auf Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike), der zwischenzeitlich aber schon eine halbe Minute zurückgelegen hatte. In den letzten Kehren nahm Pogacar dann etwas Tempo raus.
Eine erneut bärenstarke Vorstellung lieferte als Tagesdritter Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) ab, der mit 1:21 Minuten Rückstand ankam – und damit 1:28 Minuten vor Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step), der sich wieder schwerertat als im Vorfeld erwartet worden war. Auf dem letzten Kilometer musste der Olympiasieger noch Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) ziehen lassen, der nach Pogacars Attacke ausschließlich an Evenepoels Hinterrad geklebt hatte. Der Norweger erreichte das Ziel 2:26 Minuten hinter dem Tagessieger.
Platz sechs sicherte sich Ben Tulett (Visma – Lease a Bike, +3:48) aus einer kleinen Verfolgergruppe heraus vor Enric Mas (Movistar, gleiche Zeit). Drei Sekunden dahinter setzte Emanuel Buchmann (Cofidis) als Achtplatzierter ein Ausrufezeichen in Richtung Tour de France. Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers) und Guillaume Martin (Groupama – FDJ) kamen zeitgleich auf den Rängen neun und zehn ins Ziel.
“Wir wollten heute das Rennen auf allen Anstiegen kontrollieren, aber Visma hat es mit vielen Attacken probiert. Ich bin sehr happy, wie Pavel (Sivakov, d. Red.) den ganzen Tag gefahren ist. Meine Attacke war eine Art Verteidigung gegen eine mögliche Attacke von Visma. Ich bin also losgefahren und konnte bis ins Ziel ein gutes Tempo fahren“, sagte Pogacar. Er sei froh, das Gelbe Trikot verteidigt zu haben. Nicht gefallen hat dem Slowenen eine Attacke des Vingegaard-Teams nach der Bergwertung am Col de la Croix de Fer (HC). Beim Versuch, ihn abzuhängen, seien die Helfer des Gesamt-Zweiten gefährlich bergab gefahren. “Aber das ist der moderne Radsport“, konstatierte Pogacar.
Vingegaard zeigte sich mit dem Rennverlauf nicht unzufrieden. “Ich konnte seiner (Pogacars, d. Red.) Attacke nicht folgen, aber um ehrlich zu sein, glaube ich, dass ich einen guten Job gemacht habe. Ich bin mein eigenes Tempo gefahren, habe am Schluss nicht viel verloren und kann zufrieden mit der Etappe sein“, gab der zweifache Toursieger zu Protokoll. Der Frage, ob Pogacar unschlagbar sei, wich Vingegaard aus. “Ich hoffe, dieses Rennen hilft mir besser zu werden und hoffentlich kann ich in der Tour noch besser sein als jetzt, aber er war gestern und heute wirklich sehr stark.“
In der Gesamtwertung liegt der Visma-Kapitän nun 1:01 Minuten hinter dem Weltmeister. Lipowitz verteidigte mit seinem bravourösen Auftritt seinen dritten Platz. Der 24-Jährige weist nunmehr 2:21 Minuten Rückstand auf Pogacar auf. Evenepoel folgt mit 4:11 Minuten als Gesamt-Vierter. Damit steht Lipowitz vor dem Gewinn des Weißen Trikots, denn in dieser Sonderwertung war und ist der Belgier sein ärgster Konkurrent.
Halland Johannessen verbesserte sich auf Platz fünf mit jetzt 5:55 Minuten Rückstand. Auf Position sechs liegt der erst 18-jährige Franzose Paul Seixas (Decathlon – AG2R, 6:50). Beide profitierten von einer Schwäche des US-Amerikaners Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike, +7:18), der auf Rang sieben zurückfiel. Buchmann verbesserte sich auf Gesamtplatz elf, weist nunmehr 8:07 Minuten Rückstand auf. Dazwischen liegen Tulett (+7:24), Rodriguez (+7:41) und Mas (+7:43).
Durch seinen erneuten Triumph übernahm Pogacar auch das Grüne Trikot von Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck), wobei beide mit 69 Punkten gleichauf liegen. Die höhere Zahl an Etappensiegen gibt den Ausschlag für den Slowenen. Tragen wird das Sondertrikot aber weiter der Niederländer – nunmehr eben als Stellvertreter.
In der Bergwertung ergab sich ebenfalls eine Pattsituation. Und zwar sogar mit drei punktgleichen Fahrern. Pogacar, Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) und Sergio Higuita (XDS – Astana) kommen auf 27 Zähler. Die bessere Platzierung in der Gesamtwertung gibt den Ausschlag – somit gehört das Bergtrikot dem Gesamtführenden, tragen wird es Buitrago. In der Mannschaftswertung vergrößerte Visma – Lease a Bike seinen Vorsprung deutlich. Auf Platz zwei liegt dort nun Bahrain Victorious mit 29:08 Minuten Rückstand.
Eine Gruppe starker Bergfahrer setzte sich im Anstieg zum Col de la Madeleine (Hors Categorie) ab, zu der einzelne weitere Profis dazustießen, während ursprüngliche Mitglieder wieder zurückfielen. Sepp Kuss (Visma - Lease a Bike), Sergio Higuita (XDS - Astana), Santiago Buitrago, Torstein Traeen (beide Bahrain Victorious), Bruno Armirail (Decathlon - AG2R), Ben Healy (EF Education - EasyPost), Ivan Romeo (Movistar), Andreas Leknessund (Uno-X Mobility), Guillaume Martin, Clement Braz Afonso (beide Groupama - FDJ), Alexey Lutsenko (Israel - Premier Tech), Juan Guillermo Martinez, Romain Bardet (beide Picnic - PostNL), Louis Meintjes (Intermarché - Wanty) und Jordan Jegat (TotalEnergies) bildeten schließlich die Gruppe des Tages.
Doch die hatte nicht lange Bestand, da im Feld ein immens hohes Tempo gefahren wurde. Visma – Lease a Bike schickte im Anstieg zum Col de la Croix de Fer (Hors Categorie) seine Helferriege an die Spitze. Der Vorsprung der Ausreißer, der maximal zwei Minuten erreichte, schrumpfte bis zur zweiten Bergwertung des Tages auf 20 Sekunden zusammen. Erster war dort Buitrago, nachdem Higuita den ersten Kletterpreis gewonnen hatte. Beide kamen somit auf 27 Zähler und befanden sich gemeinsam an der Spitze dieser Sonderwertung.
Das Streckenprofil der 7. Etappe des Critérium du Dauphiné | Foto: Veranstalter
In der Abfahrt des zweiten Berges setzte sich Bardet als Solist ab, während seine einstigen Begleiter nach und nach eingeholt wurden. Kuss wiederum ließ sich zu den Verfolgern zurückfallen, um sein Team zu unterstützen. Diese Gruppe umfasste da nur noch 20 Mann. Die Helfer von Vingegaard verweigerten im letzten Teil der Abfahrt dann aber die Tempoarbeit, sodass Pavel Sivakov (UAE - Emirates – XRG) übernehmen musste.
Bardet baute seinen Vorsprung auf dem Weg ins Tal auf 45 Sekunden aus. Bis zum Schlussanstieg schrumpfte dieser Wert noch einmal etwas – doch eine realistische Chance auf den Tagessieg hatte der Franzose eigentlich ohnehin zu keinem Zeitpunkt seiner Solofahrt.
Im Feld demonstrierte Pogacar in dieser Phase seine Lockerheit, indem er sich nach kurzer Abstimmung per Funk ans Ende der noch 27-köpfigen Verfolgergruppe zurückfallen ließ, zwei Flaschen holte und eine davon zu Sivakov brachte, der vorn stoisch weiter das Tempo machte.
13 Kilometer vor dem Ziel wurde Bardet eingeholt. Kurz darauf griff Kuss an. Sivakov erhöhte die Schlagzahl zunächst lediglich so weit, dass der Vuelta-Sieger von 2023 keinen allzu großen Vorsprung aufbauen konnte. Dann trat Pogacar an, und Vingegaard konnte nur wenige Meter lang dranbleiben und schlug anschließend sein eigenes Tempo an. Das war anfangs auch für Lipowitz nicht zu schnell, sodass der Deutsche und der Däne kurze Zeit ein Duo bildeten.
Evenepoel fiel weiter zurück und fuhr gemeinsam mit Johannessen den Berg hinauf. Vingegaard schüttelte 10 Kilometer vor dem Ende Lipowitz ab. Der Vorsprung des Slowenen wuchs diesmal nicht ganz so schnell an wie am Freitag. Doch der Weg war auch deutlich länger. Sechs Kilometer vor dem Ziel betrug der Abstand zwischen den beiden Tour-Siegern 20 Sekunden. Lipowitz lag zu dem Zeitpunkt 45 Sekunden zurück, Evenepoel und sein Begleiter hatten 1:20 Minuten Rückstand.
Auf den letzten vier Kilometern büßten Lipowitz und Evenepoel dann mehr Zeit ein, während Vingegaard gleichmäßiger fuhr. Zum Ende hin nahm Pogacar etwas raus, sodass Vingegaard den Abstand sogar auf 14 Sekunden verkürzen konnte. Lipowitz baute seinen Vorsprung auf Evenepoel in der Nachwuchswertung deutlich aus und kam mit 1:21 Minuten Rückstand an. Johannessen distanzierte den Belgier auf dem letzten Kilometer noch um einige Sekunden.
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