RSNplusHarte Bewährungsprobe Olympia`s Tour

Kluges Straßendebüt für rad-net Oßwald hatte es in sich

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Kluges Straßendebüt für rad-net Oßwald hatte es in sich"
Roger Kluge (rad-net Oßwald) bei der Olympia`s Tour | Foto: Cor Vos

27.03.2023  |  (rsn) – Nach einer erfolgreichen Bahnsaison stand für Roger Kluge mit der Olympia`s Tour (2.2) das erste Straßenrennen des Jahres an. Für den langjährigen WorldTour-Profi, der im Winter zum Kontinental-Team rad-net Oßwald gewechselt war, stellte sich die niederländische Rundfahrt als eine harte Bewährungsprobe heraus.

“Es war definitiv keine schöne Woche“, spielte Kluge im Gespräch mit radsport-news.com nicht nur auf die miserablen Witterungsbedingungen mit Regen, Sturm und Kälte an. Auch das Tempo im Rennen sei extrem hoch gewesen. “Die vier Tage (das Auftaktzeitfahren klammerte Kluge aus, d. Red.) hatten es echt in sich, das hatte ich selbst letztes Jahr in der Saison nicht so, dass vier Tage am Stück so belastend waren. Egal, in welcher Gruppe man fuhr, es war immer Zug auf der Kette, das Niveau hier sehr hoch“, sagte der Routinier, der bis Ende 2022 noch für das belgische Lotto-Soudal-Teams unterwegs war.

___STEADY_PAYWALL___

Erschwerend kam hinzu, dass Kluge während der Bahnsaison hauptsächlich Belastungen von maximal drei Stunden hatte und Trainingseinheiten von fünf Stunden eher die Ausnahme waren. "Hintenraus auf den Etappen bin ich etwas müde geworden, aber das konnte man nach der Bahnsaison auch erwarten.“

Roger Kluge mit seinen Teamkollegen von rad-net Oßwald bei der Teampräsentation der Olympia’s Tour | Foto: Cor Vos

Auf der Königsetappe schlug sich Kluge unerwartet gut

Zufrieden war Kluge mit seiner Leistung auf der abschließenden Königsetappe, die über den Cauberg führte und einer Mini-Version des Amstel Gold Race glich. Dabei schlug sich der 37-Jährige mit Rang zwölf wider Erwarten gut. "Das hätte ich so nicht erwartet“, meinte Kluge.

Vielmehr hatte er für sich die ersten beiden Etappen auf dem Schirm, da aber verhinderte viel Pech vordere Platzierungen. Im Auftakt-Zeitfahren, für das sich Kluge viel vorgenommen hatte, ereilte ihn das gleiche Schicksal wie Joshua Huppertz (Lotto – Kern Haus). In Folge chaotischer Zustände beim Bike-Check des Veranstalters konnte er erst mit 22 Sekunden Verspätung starten und hatte so nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun.

“Mein Rad musste zum zweiten Check und ich bin vom Auto zum Start gejoggt. Warmfahren auf dem Zeitfahrrad ging auch nicht, weil es noch beim ersten Check war. Da mussten wir etwas improvisieren, ideal warmfahren konnte ich mich aber nicht. Das Zeitfahren lief dann nicht so, wie es hätte sein können. Dabei hatte ich schon große Lust gehabt, im Zeitfahren schnell zu fahren“, berichtete Kluge.

rad-net Oßwald verlor am zweiten Tag gleich drei Fahrer

Auf der 1. Etappe, für die rad-net Oßwald auf einen Sprint mit Benjamin Boos gehofft hatte, zerpflückte der Wind das Feld, wobei Kluge zunächst vorne mithalten konnte. Ein Sturz vor ihm, der ihn aufhielt, kostete Kluge alle Chancen auf eine gute Platzierung in der Gesamtwertung. “Meine Kette war runtergesprungen und es dauerte lange, bis ich sie wieder drauf hatte. Egal, welches Schaltungssystem man hat, es scheint heute nicht mehr möglich zu sein, die Kette schnell wieder draufzulegen, zumal sie auch noch verknotet war“, so Kluge, dessen Team schon am zweiten Tag der Olympia’s Tour bei schwierigen Witterungsbedingen mit Boos, Jasper Schröder und Tobias Buck-Gramcko gleich drei Fahrer verlor.

Im Auftaktzeitfahren der niederländischen Rundfahrt wurde der 37-jährige Deutsche mit 22 Sekunden Verspätung auf die Strecke geschickt. An ein Spitzenergebnis war so nicht mehr zu denken. | Foto: Cor Vos

Auf den folgenden beiden Etappen machten sich bei Kluge die ungewohnten Strapazen des Vortages bemerkbar. “Ich war einfach sehr müde und muskulär angeschlagen“, blickte er zurück. Ausgerechnet auf der Königsetappe aber lief es wieder besser: “Keine Ahnung, was dann über Nacht passiert ist. Aber ich habe mich am Sonntag direkt gut gefühlt. Ich war mir nicht sicher, wie lange es so gut laufen würde, aber die Gruppe wurde immer kleiner und ich konnte am Schluss auch noch mitspringen“, sagte Kluge, der das Ziel in Beek 1:01 Minuten hinter dem erfolgreichen Ausreißer Jesse Kramer (Jumbo-Visma Development Team) und dessen Fluchtgefährten auf Rang 12 erreichte.

Zudem war Kluge einer von nur 58 Fahrern, die das Rennen zu Ende fuhren. Auf dem TT Circuit Assen gestartet waren 146. Um sich von der “fast ungewohnten Belastung“ zu erholen, wird Kluge in den kommenden beiden Wochen etwas kürzer treten und sich dann auf die nächsten Straßenrennen im Mai und Juni vorbereiten. Danach wird er den Fokus auf die Bahn-WM im August richten.

Weitere Radsportnachrichten

15.01.2026Mit “99 Luftballons“: Unibet Rose Rockets launchen neues Rad

(rsn) - Noch ist das neue Rennradmodell von Rose nicht offiziell vorgestellt. Trotzdem kursieren seit einigen Wochen bereits Bilder des Teambikes von Unibet - Rose -Rockets im Netz. In verschiedenen V

15.01.2026Laporte träumt vom Paris-Roubaix-Sieg

(rsn) – Nach einer hartnäckigen Virusinfektion gab Christophe Laporte (Visma – Lease a Bike) erst Mitte August bei den ADAC Cyclassics in Hamburg sein Saisondebüt 2025. Danach benötigte der Fra

15.01.2026Cross-Weltcup in Benidorm ohne van der Poel

(rsn) - Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) wird auf seinen Start beim Cross-Weltcup im spanischen Benidorm (18. Januar) verzichten. Das bestätigte sein Team, nachdem das Rennen zunächst

15.01.2026Down Under: Bauernfeind fährt für Corkscrew-QOM Spratt

(rsn) – Mit dem Start der Women´s WorldTour-Saison 2026 am Samstag in Australien beginnt auch für Ricarda Bauernfeind eine neue Zeitrechnung. Die 25-Jährige aus Eichstätt will die beiden letzte

15.01.2026Onley: Thomas’ Toursieg 2018 “Lieblingsmoment im Sport“

(rsn) – Der neue Ineos-Sportdirektor Geraint Thomas hält große Stück auf Neuzugang Oscar Onley. Der Vierte der Tour de France wiederum outete sich in einem ersten Interview mit dem britischen Tea

15.01.2026Nach Knöchelbruch: Van Aert erhöht im Trainingslager die Pace

(rsn) – Nach seinem Knöchelbruch und der anschließenden Operation fällt Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) das Gehen noch schwer – dafür läuft es auf dem Rad immer besser. Laut Strava abs

15.01.2026Ballerstedt will mit US-Crit-Erfahrung die Alpecin-Sprintzüge stärken

(rsn) – Zwei Tage vor seinem 25. Geburtstag ist Maurice Ballerstedt in Adelaide gelandet und damit endgültig zurück im WorldTour-Zirkus angekommen. Der Berliner, der seine Karriere als Straßenpro

15.01.2026Unter deutscher Flagge mit mehr Kletter-Power an die Spitze

(rsn) – Seit Lidl 2023 als Titelsponsor eingestiegen ist, hat der bisher in den USA lizenzierte Rennstall jede Saison einen Schritt nach vorn gemacht. War man 2022 noch die Nummer 12 der Team-Weltra

14.01.2026Lidl-Trek-Neuzugang Gee-West: Giro-Podium das Ziel

(rsn) – Derek Gee-West, prominenter Neuzugang bei Lidl – Trek, wird das seit dieser Saison mit deutscher Lizenz ausgestattete Team beim diesjährigen Giro d’Italia anführen. Wie der letztjähri

14.01.2026Soudal will mit kollektiver Stärke van der Poel und Pogacar schlagen

(rsn) – Nachdem Soudal - Quick-Step in den vergangenen Jahren bei der Frühjahrsklassikern den Topstars wie Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates) hinte

14.01.2026Visma auch 2026 ohne Niederländer zur Tour de France?

(rsn) – Bereits in der vergangenen Saison nahm Visma – Lease a Bike keinen Niederländer mit zur Frankreich-Rundfahrt. Und auch die am 4. Juli im spanischen Barcelona beginnende 113. Tour de Franc

14.01.2026Nach Rekordsaison: Grenke – Auto Eder fühlt sich für 2026 gerüstet

(rsn) – Mit nicht weniger als 31 UCI-Siegen auf dem Konto hat Grenke – Auto Eder die Saison 2025 abgeschlossen. Keine anderes Nachwuchsteam war im vergangenen Jahr erfolgreicher als die U19-Mannsc

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)