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13.03.2025 | (rsn) – Die Cote de Notre-Dame-de-Sciez wird Lenny Martinez (Bahrain Victorious) noch lange in Erinnerung bleiben. Dieser kurze, aber extrem steile Anstieg, irgendwo in der französischen Provinz auf halber Strecke zwischen Lyon und Grenoble, ist die Stelle, wo der 21 Jahre alte Franzose seinen ersten Sieg auf der WorldTour feierte.
Es waren die letzten 150 Meter der bis zu 18 Prozent steilen Rampe, auf denen der Franzose antrat, um sich schließlich die 5. Etappe von Paris-Nizza zu sichern. Im Ausscheidungsfahren hinauf zur kleinen Kapelle ließ er den neuen Führenden der Fernfahrt, Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) stehen, der zwischen dem Astana-Duo Clement Champoussin und Harold Tejada, das überraschend Zweiter und Vierter wurde, mit drei Sekunden Rückstand ankam. Weitere drei Sekunden später überquerte schon Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) den Zielstrich. Der 24-Jährige ist damit wieder im Weißen Trikot des besten Jungprofis und verbesserte sich auf Rang drei der Gesamtwertung.
Zwischen Jorgenson und dem jungen Deutschen rangiert noch Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike), der auf der Etappe gestürzt und offensichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Am Ende des 203 Kilometer langen Teilstücks belegte der Däne mit 26 Sekunden Rückstand auf den Sieger Rang 16, eine Position vor seinem Landsmann Mattias Skjelmose (Lidl – Trek), der als größer Verlierer des Tages drei Plätze einbüßte und auch das Weiße Trikot an Lipowitz abgeben musste.
"Es ist unglaublich. Ich wollte bis 150 Meter vor dem Ziel dabei sein, beschleunigte dann und wusste, ich muss alles für den Sieg geben“, schilderte Martinez seinen großen Tag im Flashinterview direkt nach Zieldurchfahrt. “Ich hatte den Vorsprung und konnte es genießen. Ich wollte bei den entscheidenden Etappen in Form sein. Heute war der Sieg möglich, ich habe daran geglaubt und es hat geklappt.“ Womöglich wäre er nicht in diese Situation gekommen, wenn tags zuvor nicht Bahrains erklärte Nummer eins, Santiago Buitrago, nach einem Sturz mit Verdacht auf Gehirnerschütterung hätte aussteigen müssen.
“Durch den Ausfall von Santiago bin ich jetzt der Leader. Ich kann am Wochenende vielleicht noch ein paar Positionen im Klassement klettern“, zeigte sich der Ersatzkapitän optimistisch. Aktuell ist er Fünfter der Gesamtwertung, 55 Sekunden hinter Jorgenson. “Ich habe jetzt seit langer Zeit nichts gewonnen (letzter Sieg war die Classic Alpes-Maritimes im Mai 2024, d. Red.) und bin deshalb sehr glücklich, speziell wenn es hier mit meinem neuen Team bei Paris-Nizza gelingt." Und dazu nicht allzu fern der Heimat, denn Martinez stammt aus Cannes an der Cote d’Azur in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ziel in Nizza.
Es sind nur Sekundenabstände an der Spitze des Klassements, so das auch beim 83. Paris-Nizza bis zum Ende mit großer Spannung gerechnet werden darf. Die morgige längste Etappe des Rennens ist zwar flach, könnte aber vom Winde verweht werden. Und selbst wenn die Königsetappe am Samstag aufgrund der schwierigen Wettersituation mit angekündigten Schneefällen an der geplanten Bergankunft nicht oder nur verkürzt ausgetragen werden kann, so ist auch der Schlusstag noch hart genug, um dort den Unterschied zu machen.
Genau auf jene Tage dürfte Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG) hoffen. Der Portugiese, der im Finale schon recht früh Probleme bekam, sich dann aber doch in bekannter Manier nochmal zurückkämpfte und eine Sekunde hinter Lipowitz Sechster wurde, liegt in der Gesamtwertung als Vierter 40 Sekunden hinter Jorgenson, nur vier hinter Lipowitz, und dürfte, sollte Vingegaard auch an den folgenden Tagen noch mit seinen Verletzungen zu kämpfen haben, dann zum ärgsten Rivalen für Jorgenson bei dessen Kampf um die Titelverteidigung werden. Stichwort Verteidigung: Almeida ist weiter im Bergtrikot unterwegs.
Bei kalten drei Grad, aber immerhin trocken begann die 5. Etappe. Und als würden die Fahrer das Warmwerden beschleunigen wollen, war richtig Dampf drin. In der ersten Rennstunde legte das Feld 49,5 km/h zurück. Geschuldet war das den ständigen Attacken, die aber auch nach zwei Stunden nicht gestoppt hatten.
Denn trotz unzähliger Angriffe konnte sich keine Gruppe wirklich absetzen. Dabei hatte es gefühlt das halbe Peloton versucht. Zu Beginn war EF Education – EsayPost sehr engagiert, sowohl Georg Steinhauser als auch Neilson Powless hatten mit anderen Fahrern gemeinsam versucht, sich zu lösen. Auch Mauro Schmid (Jayco – AlUla), Bruno Armirail (Decathlon – AG2R La Mondiale) und Anthony Turgis (TotalEnergies) probierten es, später dann auch Michael Matthews (Jayco – AlUla) oder Joshua Tarling (Inoes Grenadiers) mit kleinen Gruppen. In erster Linie hatte aber immer Tudor etwas dagegen.
Nach gut 75 Kilometern schafften es dann Ben Swift (Ineos Grenadiers) und Thibaud Gruel (Groupama – FDJ), das Feld längerfristig auf Distanz zu halten. Zunächst nur mit 20 Sekunden Vorsprung, ehe hinten Visma – Lease a Bike die Kontrolle übernahm und kurz vor der zweiten Bergwertung des Tages 100 Kilometer vor dem Ziel beschloss, das Loch aufgehen zu lassen. Auch nach zwei Rennstunden lag der Schnitt noch bei über 48 km/h.
Die maximal dreieinhalb Minuten, die sich Swift und Gruel dann ziemlich schnell hatten herausarbeiten können, halbierten sich bis 50 Kilometer vors Ziel wieder. Zudem wurde ein Sturz von Vingegaard vermeldet. Einen Radwechsel und einen Besuch beim Rennarzt später war der Mann im Gelben Trikot wieder im Feld, allerdings im hinteren Bereich, was eigentlich nicht sein Stil ist.
Das Streckenprofil der 5. Etappe von Paris-Nizza | Foto: Veranstalter
43 Kilometer vor dem Ziel versuchte sich, wie schon tags zuvor, Tobias Foss (Ineos Grenadiers) mit einer Attacke aus dem Feld. Seine Relaisstation Swift hatte der Norweger einen Kilometer später schon erreicht. Den Versuch von Ivan Romeo (Movistar), Matthews und Oscar Riesebeek (Alpecin – Deceuninck) ebenfalls den Sprung zur Spitze zu schaffen, unterband das Feld. Die letzten 30 Kilometer nahm Foss dann mit einer Minute Vorsprung als Solist in Angriff.
Als es in den hügeligen Teil ging, konnte Foss seinen Vorsprung lange Zeit konstant halten. Auf die letzten zehn Kilometer, die überwiegend leicht abfallend waren – abgesehen vom absoluten Finale – nahm er noch 30 Sekunden auf eine nur noch 30 Fahrer starke Gruppe mit. Vier Kilometer vor dem Ende war Foss dann gestellt.
Erwartungsgemäß entschied also der knapp zwei Kilometer lange Schlussanstieg. Dort blieb es noch recht lange ruhig, erst auf den letzten 1000 Metern begann das Ausscheidungsfahren. Und eröffnet wurde es unfreiwillig von Vingegaard, der 900 Meter vor dem Ziel Probleme bekam. Auch Ben O’Connor (Jayco – AlUla) und Skjelmose folgten kurz darauf. Dann setzte sich Jorgenson an die Spitze und behauptete diese bis auf die letzten 100 Meter. Weitere Fahrer bekamen Probleme. Erst Julian Alaphilippe (Tudor), dann auch Almeida mussten passen.
Schließlich waren nur noch Jorgenson, das Astana-Duo Champoussin und Tejada sowie Martinez und Lipowitz übrig. Der junge Deutsche musste allerdings auch eine kleine Lücke aufgehen lassen musste.
Und dann setzte Martinez zu seinem Triumphsprint an. Der Bahrain-Neuzugang hatte noch die besten Beine, ließ Jorgenson stehen. Auch Champoussin sprintete noch am US-Amerikaner vorbei, der sich aber noch vor Tejada halten konnte.
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