Brand sichert sich in Maasmechelen Gesamt-Weltcup

Vas schlägt Bäckstedt, Niederländerinnen haben Nachsehen

Von Kevin Kempf

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Blanka Vas (SD Worx – Protime, re.) hat den Cross-Weltcup in Maasmechelen gewonnen. | Foto: Cor Vos

25.01.2025  |  (rsn) – Die Ungarin Kata Blanka Vas (SD Worx – Protime) hat in Maasmechelen den zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere gefeiert. Im Zweiersprint verwies sie die Britin Zoe Bäckstedt (Canyon – SRAM) auf den zweiten Platz. Die Niederländerin Lucinda Brand (Baloise – Glowi Lions) verspielte die Chancen auf den Sieg in der letzten kurzen Abfahrt, sicherte sich als Dritte aber den Gesamtweltcup vorzeitig. Ihre Landsfrau Puck Pieterse (Fenix – Deceuninck) schied durch den einen Sturz an den Balken in der Schlussrunde aus dem Vierkampf aus. Hinter ihr wurde mit Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Deceuninck) eine weitere Niederländerin Fünfte.

Im Oktober 2021 stand Vas bisher zum einzigen Mal im Weltcup auf dem höchsten Podest. In Overijse war sie damals gerade 20 geworden, inzwischen ist sie 23 Jahre alt. “Ich bin sehr glücklich. Nach drei Jahren stehe ich endlich wieder ganz oben!“, freute Vas sich im Ziel-Interview. In einem von Belgiern und Niederländern dominierten Sport ist sie eine Exotin. “Es ist nicht einfach, den ganzen Winter hierzubleiben. Aber jetzt ist es das alles wert“, sagte Vas sichtlich gerührt mit zitternder Stimme.

Eine entscheidende Stelle war die Traverse, die im Matsch extrem rutschig war und mehreren Fahrerinnen zum Verhängnis wurde. Fem van Empel (Visma – Lease a Bike) stürzte hier gleich zwei Mal. “Ich habe das viel trainiert. Gestern war ich auch schon an der Strecke und auch heute früh bin ich schon fünfmal hier gefahren“, verriet Vas, die diesen Abschnitt am besten bewältigte.

Vas siegte nach einem spannenden Vierkampf, in dem sich die Rennsituation bis auf die letzten Meter ständig veränderte. “In der Laufpassage dachte ich, dass ich den Sieg habe. Dann habe ich mich nach dem Hügel auf dem Asphalt umgedreht und gesehen, dass Zoe heranstürmte. Ich musste noch mal Vollgas geben und hatte Glück, dass ich noch genug Kraft in den Beinen hatte für meinen Sprint“, schilderte sie das Finale.

Wenig Gesicht war von der Zweitplatzierten Bäckstedt im Interview zu sehen. Völlig schlammverschmiert erschien sie am Mikrofon. “Das war toll. Letzte Woche waren wir in Benidorm, das war einfach ein Gravelrace. Jetzt kommen wir nach Belgien und es gibt wieder echtes Crosswetter“, strahlte sie. Trotz ihres zweiten Platzes zweifelte sie nicht an ihrer Entscheidung, bei der WM ihren U23-Titel verteidigen zu wollen: “Auch in der U23 wird es einen guten Kampf geben, das wird sicherlich nicht einfach“, vermutete Bäckstedt.

Brand holt sich dritten Gesamt-Weltcup

Obwohl sie den Sieg in Maasmechelen verpasst hatte, konnte auch Brand zufrieden sein. “Es ist toll, die Gesamtwertung geholt zu haben. Es war heute schwer, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht“, sagte die 35-Jährige. Für die Niederländerin ist es der dritte Gesamtsieg nach 2021 und 2022.

Judith Krahl (Heizomat – Herrmann) gab das Rennen in der zweiten Runde auf. Kaija Budde (Peter Pane – Nagel) war die beste der fünf deutschen Starterinnen. Sie legte einen Großteil des Rennens zwischen Platz 30 und 40 zurück. Am Ende des Wettkampfs gingen der 18-Jährigen die Kräfte aus. Die Rundenzeiten wurden langsamer und sie kam als 43. ins Ziel.

Nach zehn der elf Weltcup-Events führt Brand uneinholbar mit 56 Punkten Vorsprung auf van Empel, die als Sechste ins Ziel gekommen war. Auf dem dritten Platz liegt Bäckstedt einen Punkt vor Vas. Der Abschluss der Serie findet morgen in Hoogerheide statt.

So lief der Weltcup in Maasmechelen:

Nicht Marie Schreiber (SD Worx – Protime), sondern Weltmeisterin van Empel erwischte in Maasmechelen den besten Start. Deutlich schlechter erging es unter anderem Pieterse und Marianne Vos (Visma – Lease a Bike), die jenseits der Top Ten ins Gelände einbogen und so den Zug verpassten, zu dem sich van Empel, Brand, Alvarado und Vas formierten. Nach 9:16 Minuten kam das Quartett zur ersten Zielpassage, doch Pieterse, Bäckstedt, Inge van der Heijden und Manon Bakker (beide Crelan – Corendon) folgten nur kurz dahinter und schlossen anschließend schnell auf.

Kurz danach hatten an einer matschigen Traverse viele Fahrerinnen Probleme, wodurch sich Vas und Brand lösen konnten. Van Empel ging sogar zu Boden und fiel so auf Position neun zurück. Als sie ihr Arbeitsgerät wechselte, lag sie 22 Sekunden hinter den beiden Führenden. An der Spitze fuhr die Ungarin ihrer niederländischen Begleiterin langsam aber sicher davon. Brand wurde dann sogar von Pieterse und Bäckstedt eingeholt. Auch die beiden Youngster konnte sie nicht halten. Die Frau im Weißen Trikot nahm die dritte von fünf Runden 14 Sekunden nach Vas und acht Sekunden hinter den ersten Verfolgerinnen in Angriff. Van Empel lag knapp 30 Sekunden hinten und kämpfte um Platz fünf.

Vorn änderte sich anschließend die Reihenfolge. Bäckstedt fuhr Pieterse davon und schloss schnell zu Vas auf, während die beiden Niederländerinnen dahinter zusammen kamen. Pieterse, die sichtbar Probleme hatte, bekam aber die zweite Luft und fuhr die Lücke mit Brand am Hinterrad wieder zu. Die Britin ließ aber nicht locker und setzte sich erneut ab. Bäckstedt ging vier Sekunden vor Pieterse und Brand auf die Vorschlussrunde, Vas hatte weitere drei Sekunden eingebüßt, van Empel lag als Fünfte 32 Sekunden zurück.

Van Empel nach zwei Stürzen ohne jede Chance

An der Traverse kamen die ersten Drei zusammen, während van Empel dahinter ein weiteres Mal stürzte. Sie machte nun einen demotivierten Eindruck und setzte das Rennen auf Position acht fort. Vorn änderte sich das Bild ein weiteres Mal. Vas schaffte erneut den Anschluss, doch Brand, die zuvor mehrmals Probleme hatte, forcierte nun, wobei sie nur kurz eine Lücke riss. Bäckstedt konterte, hängte die Weltcup-Spitzenreiterin ab und brachte auch Pieterse und Vas in Probleme.

Die Glocke erklang für die Britin fünf Sekunden vor Pieterse, Brand folgte als Vierte acht Sekunden nach Bäckstedt. Die strauchelte kurz darauf in der Traverse, wodurch Vas plötzlich wieder ran kam und sogar vorbei fuhr. Vos, die zwischenzeitlich bis Position acht vorgestoßen war, hatte nach einem Sturz Materialpech zu beklagen. Sie musste zu Fuß weiter. An der Spitze scheiterte Pieterse beim Versuch über die Balken zu springen – sie landete mit dem Gesicht im Matsch und musste alle Hoffnungen auf den Sieg begraben.

Die Abstände zwischen den anderen Drei blieben minimal, wobei Vas weiterhin die erste Position inne hatte. Sie setzte sich sogar bis zu sechs Sekunden ab und schien den Sieg sicher zu haben. Dann setzte Brand aber kurz vor Schluss alles auf eine Karte und schloss die Lücke im Schlamm beinahe vollständig. In der letzten kurzen Abfahrt blieb die Niederländerin dann aber hängen. Stattdessen schoss Bäckstedt mit einer perfekten Linie auf den Asphalt und ans Hinterrad der Spitzenreiterin. Die ging als Erste in die letzten Kurve und konnte sich im kurzen Sprint souverän behaupten.

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