Uhligs Neo-Profi Blog

Von Mai bis August von einem Rückschlag zum nächsten

Von Henri Uhlig

Foto zu dem Text "Von Mai bis August von einem Rückschlag zum nächsten"
Henri Uhlig (Alpecin - Deceuninck) musste in den letzten Monaten viele Rückschläge hinnehmen | Foto: Cor Vos

30.08.2024  |  (rsn) - Lange ist es her, dass ich den letzten Blog-Eintrag gemacht habe: nach meinem WorldTour-Einsatz in Frankfurt. Seitdem ist wenig und doch viel passiert. Kurz darauf standen eigentlich die Tour of Norway und die Dauphiné als Highlight für mich an.

edoch wurde ich an einem All-Out-Trainingstag informiert, dass ich zwei Tage später zum ersten GP New York fliegen muss. Dementsprechend spontan ging es Freitagmittag nach Amerika. Dort kamen wir gegen 3 Uhr deutscher Zeit ins Bett. Das Rennen ging dann gut 35 Stunden später früh morgens los. Jedoch bin ich bereits mit Halsweh aufgewacht. Ich wollte natürlich die lange Reise nicht unnötig machen und bin gestartet, obwohl ich angeschlagen war. Es war ein komisches Rennen mit viel Verkehr. Wir gewannen durch Tibor Del Grosso und ich bin in einer Gruppe als Elfter durchs Ziel.

Auf dem Heimflug wurde ich dann richtig krank und zuhause angekommen zog sich das über drei Wochen. Norwegen wurde wegen New York eh schon abgesagt, aber somit verpasste ich auch die Dauphiné. Nach drei Wochen Training gab ich mein Comeback zur DM, aber eher als Formaufbau und ohne Ziel.

Ein paar Tage später ging es über 40 Stunden Flüge nach China. Dort stand die Tour of Qinghai Lake an: ein achttägiges Rennen mit der Besonderheit, dass die Etappen in über 2.500 Metern Höhe ausgetragen worden sind. Nach zwei Tagen einrollen war ich motiviert, gute Resultate zu holen, jedoch machte mir zwei Stunden vor Start eine erneute Krankheit einen Strich durch die Rechnung. Zum Glück konnte ich am selben Tag noch abreisen und wieder 40h nach Hause fliegen.

Diese Krankheit hat mich wieder über zwei Wochen gekostet. Somit war zwischen Mai und Juli meine ganze Planung zunichte. Ohne viel Training lud mich das Team ein, mein erstes Höhentrainingslager zu machen. Dort merkte ich, wie es mir langsam besser ging, doch dann stürzte ich im Training und war wieder relativ am Boden. Nichtsdestotrotz freute ich mich auf die letzte Saisonhälfte.

Berg- und Talfahrt ging auch im August weiter

Die sollte in Leuven starten, jedoch hatte ich erneut Pech: Mein Flug fiel aus und nach zwei Stunden im Service sagte das Team, ich solle heimfahren. Glücklicherweise hatte ich eine tolle Servicekraft, die mich auf einen Flug um 6 Uhr morgens umbuchte. Rückblickend betrachtet war das aber doch nicht die allerbeste Idee, am Renntag hin- und zurückzufliegen. Dementsprechend waren die Beine nicht da und ich opferte mich fürs Team auf.

Mit der Hoffnung, dass die Höhe ihren Job tut, stand ich motiviert bei der Deutschland Tour am Start. Nach einem miserablen Prolog konnte ich auf Etappe 1 Platz fünf belegen und somit endlich mal wieder ein Rennen vorne beenden. Endlich schien es zu laufen, doch ein Magen-Darm-Infekt warf mich die nächsten zwei Tage zurück. Am letzten Tag hatte ich es wieder im Griff und konnte nochmals als Sieger des Feldsprints Zehnter werden. Immerhin reichte es auch zu Position 16 im GC!

Die guten Beine waren endlich da und somit die Motivation für ein Top Resultat drei Tage später bei der Muur Classic Geraadsbergen. Bei der legendären Überfahrt der Muur war ich vorne dabei, nur ich schätzte eine Kurve in der Abfahrt falsch ein und kam relativ schwer zu Fall. Mit über 90 Sekunden Rückstand zum Feld war ich hoffnungslos unterwegs. Ich kam zwar gut 40 Kilometer vor dem Ziel nochmals zurück, da ich aber enorme Schmerzen hatte, wusste ich, dass es nach ganz vorne nicht reichen wird und habe mich für Tibor aufgeopfert.

Leider gibt es diesmal also nicht viel Positives zu berichten, aber das ist die Realität eines Berufsradfahrers. Jetzt steht in dieser Saison nicht mehr viel an, aber dennoch trainiere ich weiter hart, um nochmals irgendwo einen Erfolg zu haben!

Beste Grüße
Henri

Weitere Radsportnachrichten

09.01.2026SD Worx verabschiedet sich für 2026 von Grand-Tour-Ambitionen

(rsn) – Understatement oder neue Realittät? Danny Stam, Sportdirektor von SD Worx – Protime, hat bei der Präsentation des Teams in Antwerpen angekündigt, dass ein Grand-Tour-Sieg in der kommend

09.01.2026Mit Ritzeln und Kette in Gold: Red Bull präsentiert neues Evenepoel-Rad

(rsn) - Unauffällig ist anders. Red Bull - Bora - hansgrohe hat das neue Arbeitsgerät von Remco Evenepoel präsentiert. Und eigentlich können alle Beteiligten nur hoffen, dass der 25-Jährige nicht

09.01.2026Picnic – PostNL setzt voll auf Poole und Bittner

(rsn) – Auch nach dem Abgang des Tour-de-France-Vierten Oscar Onley will sich das Team Picnic – PostNL im kommenden Jahr auf Gesamtwertungen konzentrieren. Der 22 Jahre alte Max Poole soll die Rol

09.01.2026Medien: Onley mindestens doppelt so teuer wie Evenepoel

(rsn) - Offizielle Bestätigungen gibt es nicht, doch wie mehrere Medien nun berichten, hat Ineos Grenadiers mehr als doppelt so viel Geld auf den Tisch gelegt, um Oscar Onley aus seinem Vertrag bei P

09.01.2026Verschneite Querfeldein-Titelkämpfe in Bensheim

(rsn) – Am kommenden Wochenende werden im südhessischen Bensheim die Deutschen Meisterschaften im Cross ausgetragen. Wie schon 2018 finden die Titelkämpfe rund um den Bikepark am Berliner Ring im

09.01.2026Mit Kool weniger Druck für Pieterse und Kastelijn

(rsn) – Das Top-Frauenteam der Gebrüder Philip und Christoph Roodhooft bestach in seinem dritten WorldTour-Jahr vor allem wieder durch eines - die Konstanz der beiden Leistungsträgerinnen Puck Pie

09.01.2026Die Trikots der Women´s WorldTour-Teams für die Saison 2026

(rsn) – 14 Rennställe umfasst die Women´s WorldTour in der Saison 2026. Doch wie treten diese 14 Mannschaften im neuen Jahr auf? Welche Farben zieren ihre Trikots, welche Art von Designs werden ge

09.01.2026Die Trikots der WorldTour-Teams für die Saison 2026

(rsn) - Wie sieht das Peloton 2026 aus? Welche Farben werden in der kommenden Saison vorherrschend sein? Nach und nach stellen die WorldTour-Rennställe ihre Trikots für das neue Jahr vor - den Anfan

09.01.2026Eine Reise ins Universum des japanischen Keirin

(rsn) – Im Keirin geht es um Olympia-Medaillen. Der sogenannte ´Kampfsprint´ ist in Europa, Australien und Amerika längst angekommen und für spannende Rennen bekannt. Doch in seiner Heimat Japan

08.01.2026Iserbyt muss seine Karriere beenden

(rsn) – In einem emotionalen Video auf Instagram hat Eli Iserbyt (Pauwels Sauzen – Altez) das Ende seiner Karriere erklärt. Seit Februar 2025 hat er ehemalige Weltranglistenerste kein Rennen mehr

08.01.2026Soudal - Quick-Step bindet auch Magnier langfristig

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

08.01.2026Soudal bleibt Titelsponsor bis 2030, Dumoulin wird Renndirektor

(rsn) - Ex-Profi Tom Dumoulin wird neuer Renndirektor des Amstel Gold Race. Der 35-jährige Niederländer übernimmt den Job von Leo van Vliet, allerdings erst zur Austragung 2027. Es wird die 61. sei

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)