RSN-Rangliste, Platz 11: Philipp Walsleben

Mit zwei Siegen in den Ruhestand verabschiedet

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Mit zwei Siegen in den Ruhestand verabschiedet"
Philipp Walsleben (Alpecin - Fenix) hat die Schlussetappe des Arctic Race of Norway gewonnen. | Foto: Cor Vos

06.12.2021  |  (rsn) - Nachdem er 2017 seine Cross-Karriere beendet hatte, wechselte Philipp Walsleben (Alpecin - Fenix) auf die Straße, wo er sich stetig weiterentwickelte und 2021 seine erfolgreichste Saison absolvierte. Übertreffen wird sie der 34-Jährige allerdings nicht mehr können, denn Walsleben entschloss sich im Herbst, nun auch seine Karriere als Straßenprofi zu beenden.

Auf sein letztes Jahr als Berufsradfahrer blickte der Routinier gegenüber radsport-news.com aber gerne zurück. "Mit zwei Etappensiegen und noch mal einem Schritt in der persönlichen Entwicklung fällt meine Saisonbilanz unterm Strich positiv aus, damit war ich auf jeden Fall zufrieden", sagte Walsleben.

Ein erstes Highlight war im März der Start bei der Strade Bianche, wo er zunächst in der Ausreißergruppe des Tages fuhr und dort auch wichtige Helferdienste für seinen Teamkollegen, den späteren Sieger Mathieu van der Poel, leisten konnte. "Das war ein guter Tag. Ich konnte, da ich in der Gruppe saß, direkt anfangen hart zu fahren und bin auch einigermaßen ins Ziel gekommen. Es war ein zufriedenstellender Tag bei einem so geilen und schweren Rennen", blickte der Kleinmachnower auf das über Naturstraßen führende Rennen durch die Toskana zurück.

Sein erstes persönliches Spitzenresultat fuhr Walsleben im Mai auf der Schlussetappe der Andalusien-Rundfahrt (2.Pro) ein, als er sich in einem anspruchsvollen Finale vorne behaupten konnte. Im Sprint einer kleinen Gruppe musste er sich schließlich nur dem Briten Ethan Hayter (Ineos Grenadiers) geschlagen geben. "Dort mit ein paar guten Leuten den Berg hochhacken können, das war auch schön", kommentierte Walsleben seinen zweiten Platz.

Rekordteilnehmer bei der Boucles de la Mayenne

Bei der anschließenden Boucles de la Mayenne (2.Pro), bei der er zum Rekordteilnehmer aufstieg, glänzte Walsleben gleich zum Auftakt, als er aus einer Ausreißergruppe heraus seinen ersten Saisonsieg einfuhr. "In der Mayenne habe ich ein paar Sachen richtig gemacht und dort meine Erfahrung ausgespielt", so Walsleben, der im Gesamtklassement hinter dem vierfachen Etappensieger Arnaud Demare (Groupama - FDJ) Rang zwei belegte.

In der zweiten Saisonhälfte bildeten das Arctic Race of Norway (2.Pro), die Deutschland Tour (2.Pro) und die Luxemburg-Rundfahrt (2.Pro) ein Highlight-Trio. Während in der Heimat und in Luxemburg keine nennenswerten Resultate heraussprangen, konnte Walsleben auf der Schlussetappe in Norwegen einen weiteren Ausreißercoup landen und dort unter anderem den ehemaligen Flandern- und Roubaix-Sieger Niki Terpstra (TotalEnergies) hinter sich lassen. "Der Sieg in Norwegen war cool", meinte Walsleben, der in der zweiten Saisonhälfte aber auch gerne größere Rennen wie die Polen-Rundfahrt oder gar die Vuelta a Espana bestritten hätte.

"Das hätte ich mir schon gewünscht und war schade. Ich hätte mich da schon gerne noch mal getestet und weiterentwickelt. Aber auf der anderen Seite hätte ich sonst nicht den Sieg in Norwegen geholt", so Walsleben, der schließlich beim Münsterland-Giro (1.Pro) am 3. Oktober sein letztes Profirennen bestritt.

Im Cross hat der ganz große Sieg gefehlt

Zeigte sich der ehemalige U23-Weltmeister mit seiner Cross-Kariere im Rückblick nicht ganz zufrieden - "da hat der eine große Sieg gefehlt" -, fiel sein Fazit zur Straßenlaufbahn versöhnlicher aus. “Da lag die Latte zwar nicht so hoch, aber ich habe mich im Rahmen meiner Möglichkeiten gut entwickelt und habe an einigen Dingen arbeiten können, im Cross hat die Arbeit an den etwas höheren Zielen nicht ganz so geklappt. Entsprechend habe ich mit der Straße mehr Frieden", urteilte Walsleben.

Konkrete Zukunftspläne hat der Brandenburger bisher noch nicht. "Ich glaube schon, dass ich beim Radsport bleibe. Ich habe mich da aber auch schon gegen gewisse Dinge entschieden. Das Problem ist, dass man im Radsport viel unterwegs ist und das soziale Leben und die Familie darunter leidet", sagte Walsleben, der sich Zeit für die Familie und - sofern es die Pandemie zulässt - für den Freundeskreis nehmen möchte.

"Das will ich erst einmal genießen. Ich hätte gerne mal ein normales Jahr, wo ich mir ein halbes Jahr vorher Termine mache und die dann auch einhalte", fügte er an, gab aber auch zu: "So richtig weg vom Radsport komme ich aber nicht, finde mich dort auch gut zurecht."

Mehr Informationen zu diesem Thema

16.12.2021Die radsport-news-Trophäe für den “Fahrer des Jahres“

(rsn) - Zum zweiten Mal in Folge zeichnet radsport-news.com in Zusammenarbeit mit der Kunstgießerei Strassacker Maximilian Schachmann (Bora – hansgrohe) als besten Fahrer des Jahres aus. Schon 2020

16.12.2021Vor den Olympischen Spielen lief es deutlich besser als danach

(rsn) – Dank einer herausragenden ersten Saisonhälfte ist es Maximilian Schachmann (Bora – hansgrohe) gelungen, sich wie schon 2020 den ersten Platz in der Jahresrangliste von radsport-news.com z

16.12.2021Die Radsport-News-Jahresrangliste 2021 im Überblick

(rsn) – Auch in diesem Jahr hat Radsport News wieder mit eigenem Punkteschlüssel den besten Fahrer des deutschsprachigen Raumes ermittelt. In unserer Rangliste 2021 finden Sie die Platzierungen all

16.12.2021Das Punkteschema der Jahresrangliste 2021

(rsn) - Damit Sie nachvollziehen können, nach welchen Kriterien die Radsport-News-Jahresrangliste 2021 erstellt wurde, stellen wir Ihnen an dieser Stelle unser Punkteschema vor:Das Punkteschema der R

15.12.2021Nicht nur in den Zeitfahren Top-Leistungen abgerufen

(rsn) - Mit sechs Siegen - fünf davon in seiner Paradedisziplin Zeitfahren - sowie seinem ersten Rundfahrtsieg der Karriere  - blickt Stefan Küng (Groupama - FDJ) auf die bisher erfolgreichste Sais

14.12.2021Das letzte Quäntchen Glück hat gefehlt

(rsn) – Auch wenn er im Jahr 2021 sechs Rennen gewann, so sprach Pascal Ackermann (Bora – hansgrohe) gegenüber radsport-news.com von einer “ein bisschen verlorenen Saison.“ Das lag vor allem

13.12.2021Erfolgserlebnisse auch in einer Saison mit vielen Problemen

(rsn) – Triumphale Siege wie im Vorjahr, als er eine Etappe der Tour de France und den Flèche Wallonne gewann, gelangen Marc Hirschi nach seinem Wechsel von DSM zum UAE Team Emirates nicht. Dennoch

12.12.2021Schachmann wieder “mit Ambitionen“ zu Paris-Nizza

(rsn) – Maximilian Schachmann (Bora – hansgrohe) wird Ende Januar bei der Mallorca Challenge in die Saison 2022 einsteigen. Das kündigte der Deutsche Meister gegenüber radsport-news.com an. Scha

12.12.2021In einer superstarken Saison einen Kindheitstraum erfüllt

(rsn) - Nils Politt (Bora - hansgrohe) kann in sportlicher Hinsicht auf einen Sommer zurückblicken, wie er im Buche steht. Der Hürther fuhr sich in überragender Manier seinen ersten Etappensieg be

11.12.2021Trotz überragender Ergebnisse nicht ganz zufrieden

(rsn) – Etappensiege beim Giro d`Italia und der Tour de Suisse, dazu der fünfte Platz in der Gesamtwertung der Vuelta a Espana, wo er auch die Nachwuchswertung zu seinen Gunsten entscheiden konnte:

10.12.2021In Saint-Gaudens gelang der große Befreiungsschlag

(rsn) – Ein Tag im Jahr 2021 sticht besonders heraus, wenn die Saison von Patrick Konrad bilanziert wird. Am 13. Juli schrieb der Österreicher Radsportgeschichte, gewann als erst dritter Sportler a

09.12.2021Auch ohne Sieg alles andere als eine schlechte Saison

(rsn) – Erstmals in seiner mittlerweile elf Jahre währenden Profikarriere blieb John Degenkolb (Lotto Soudal) in dieser Saison ohne Sieg. Mit seinen Leistungen und auch den Resultaten konnte der 3

Weitere Radsportnachrichten

08.01.2026Iserbyt muss seine Karriere beenden

(rsn) – In einem emotionalen Video auf Instagram hat Eli Iserbyt (Pauwels Sauzen – Altez) das Ende seiner Karriere erklärt. Seit Februar 2025 hat er ehemalige Weltranglistenerste kein Rennen mehr

08.01.2026Verschneite Querfeldein-Titelkämpfe in Bensheim

(rsn) – Am kommenden Wochenende werden im südhessischen Bensheim die Deutschen Meisterschaften im Cross ausgetragen. Wie schon 2018 finden die Titelkämpfe rund um den Bikepark am Berliner Ring im

08.01.2026Soudal - Quick-Step bindet auch Magnier langfristig

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

08.01.2026Soudal bleibt Titelsponsor bis 2030, Dumoulin wird Renndirektor

(rsn) - Ex-Profi Tom Dumoulin wird neuer Renndirektor des Amstel Gold Race. Der 35-jährige Niederländer übernimmt den Job von Leo van Vliet, allerdings erst zur Austragung 2027. Es wird die 61. sei

08.01.2026Titelverteidiger Plapp fährt hinterher: Vine ist neue Zeitfahrmeister Australiens

(rsn) – Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) hat sich zum zweiten Mal nach 2023 zum australischen Zeitfahrmeister gekrönt. Der 30-Jährige fuhr in Perth, wo auch die Straßenrennen ausgetragen

08.01.2026Als ProTeam: Tudor legt den Fokus auf die Grand Tours

(rsn) – Der Schweizer Rennstall Tudor Pro Cycling hat am Mittwoch im spanischen Moraira etwas östlich von Calpe an der Costa Blanca seinen Medientag vor der Saison 2026 abgehalten. Und Miteigentüm

08.01.2026Nach starker Saison startet erneut die Jagd auf den “Heiligen Gral“

(rsn) – Sechs Neuverpflichtungen nahm FDJ - Suez für das Jahr 2025 unter Vertrag und krempelte das Team damit maßgeblich um. Vom siebten Platz 2024 arbeitete sich die französische Mannschaft zum

07.01.2026Simon Yates beendet Karriere

(rsn) – Der amtierende Giro-Sieger Simon Yates hat am Mittwochmittag völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung seine Karriere beendet. “Ich habe die Entscheidung getroffen, mich vom profess

07.01.2026Pidcock und Pinarello-Sextett zieht es nach Chile

(rsn) – Dass Radsportler vor Saisonbeginn ins Höhentrainingslager ziehen, ist nichts Besonderes. Dass ein Septett von Pinarello einen Monat nach Südamerika reist, ist dann aber doch sehr ungewöhn

07.01.2026Roodhooft: Van der Poel “war einfach so, wie er sein musste“

(rsn) – In der Weihnachtsperiode hat Niels Vandeputte zwei Crossrennen im Trikot von Alpecin – Deceuninck und im neuen Jahr dem von Alpecin – Premier Tech gewonnen. Doch Fahrer der belgischen Ma

07.01.2026Die Hoffnung auf Healy und Highlights

(rsn) – Auf dem Papier war die Saison 2025 eine durchschnittliche für das Team EF Education – EasyPost. Zehn Siege lagen unter der Norm für die US-amerikanische Equipe, Rang zwölf im UCI-Rankin

06.01.2026Mit “Mont Ventoux Norwegens“ und Finale an den Hängen der Ski-WM

(rsn) – Während es 2026 keine Tour of Norway geben wird, weil die öffentlichen Förderungen gestrichen wurden, steht das Arctic Race of Norway (2.Pro) auch in diesem Jahr wieder im Rennkalender. I

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)