Kalifornien: Bauhaus Siebter in Morro Bay

Lupenreiner Hattrick: Wolfsrudel schnappt mit Jakobsen erneut zu

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Fabio Jakobsen (Deceuninck - Quick-Step) feiert seinen Sieg in Morro Bay. | Foto: Cor Vos

16.05.2019  |  (rsn) - In Kalifornien macht der "Wolfpack" seinem sich selbst gegebenem Namen alle Ehre: Denn die Fahrer des Teams Deceuninck - Quick-Step gaben sich während der ersten vier Etappen der 14. Kalifornien-Rundfahrt auf breiter Front beeindruckend erfolgshungrig - ein echtes Wolfsrudel eben. Nach Kasper Asgreen und Remi Cavagna hat in Morro Bay mit Fabio Jakobsen nun bereits der dritte Quick-Step-Profi in Folge triumphiert.

Der Niederländer setzte sich nach 212,5 Kilometern auf dem malerischen Highway 1 entlang der Pazifikküste im Massensprint vor dem Belgier Jasper Philipsen (UAE Team Emirates) und Auftaktsieger Peter Sagan (Bora - hansgrohe) aus der Slowakei durch.

"Wir sind hier in guter Form angereist und die vorherigen Siege in dieser Woche haben unser Selbstbewusstsein weiter gestärkt. Wir reiten einfach gerade auf einer Welle und nutzen jede Chance, die wir kriegen", freute sich Jakobsen über den Quick-Step-Hattrick in Kalifornien und 29. Saisonsieg des belgischen Rennstalls insgesamt. "Ich hatte heute starke Beine und das Team hat mich in den hektischen Schlusskilometern sehr gut beschützt. Die ansteigende Ankunft hat mich gezwungen, sehr tief zu gehen, aber ich habe auf den perfekten Moment gewartet, um zu beschleunigen und einen weiteren Sieg für unser Team zu holen."

Phil Bauhaus (Bahrain - Merida) fuhr als bester Deutscher auf den siebten Platz, Rick Zabel (Katusha - Alpecin), der auf derselbenZielgeraden vor zwei Jahren Zweiter geworden war, als er für Alexander Kristoff den Sprint anfahren wollte, der Norweger aber nicht mehr an ihm vorbeikam, landete in Morro Bay diesmal auf dem zwölften Platz. Ebenfalls in die Top 15 kamen Maximilian Schachmann (Bora - hansgrohe) auf Rang 14 und Max Walscheid (Sunweb) auf dem 15. Platz. Damit behauptete Schachmann auch seinen fünften Gesamtrang.

Van Garderen und Moscon mit Glück im Unglück

Dabei wäre er um ein Haar als Gesamtdritter ins Bett gegangen. Denn erst ein Jury-Entscheid nach dem Rennen sorgte dafür, dass Tejay van Garderen (EF Education First) und Gianni Moscon (Ineos) die ersten beiden Plätze im Kampf ums Gelbe Trikot behaupten konnten. Beide waren im Finale gestürzt und erreichten das Ziel mit deutlicher Verspätung. Doch die Jury entschied, beide mit der Siegerzeit zu werten, obwohl van Garderen bereits sieben Kilometer und auch Moscon etwas mehr als drei Kilometer vor dem Zielstrich zu Boden gegangen war.

"Der Massensturz kurz vor dem Ziel ereignete sich nur knapp vor der 3-Kilometer-Marke. Die Kommissäre haben entschieden, dass alle Fahrer die von dem Vorfall betroffen waren oder aufgehalten wurden, die Zeit des Hauptfeldes bekommen sollten", erklärte die Jury später offiziell. Moscons Sturz wurde daher gemäß der 3-Kilometer-Regel behandelt, und van Garderen hatte Glück im Unglück: Er wurde durch die versperrte Straße dort aufgehalten, als er gerade wegen seines eigenen Sturzes kurz zuvor auf der Jagd zurück ins Feld gekommen war. Deshalb wurde die 3-Kilometer-Regel auch auf den Mann aus Boulder, Colorado, angewendet und er konnte sein Gelbes Trikot verteidigen.

So lief das Rennen:

Die neben der zum Lake Tahoe wohl landschaftlich schönste Etappe der Kalifornien-Rundfahrt entlang der Küste wurde von durchwachsenem Wetter begleitet. Wolken und auch einige Regentropfen begleiteten das Peloton den berühmten Highway 1 hinunter von der Motorsport-Rennstrecke in Laguna Seca in die Küstenstadt Morro Bay. Wie gewohnt entstand früh eine Ausreißergruppe, die aus Fahrern der ProContinental-Teams bestand und bis zu 5:20 Minuten an Vorsprung herausfuhr.

Aus dieser Gruppe sicherte sich Michael Hernandez (Nationalteam USA) die drei Bergpreise des Tages während Joonas Henttala (Novo Nordisk) den Zwischensprint gewann. Nach den Sonderwertungen begann im Hauptfeld aber die Jagd auf die Ausreißer, um den erwarteten Massensprint herbeizuführen - organisiert durch zahlreiche Mannschaften.

Routine-Tag endet im Sturz-Chaos

25 Kilometer vor dem Ziel war von den einst fünf Minuten nur noch knapp eine Minute Vorsprung übrig, und an der Zehn-Kilometer-Marke hatte man die Spitzenreiter bereits im Blick. Dann aber wurde es chaotisch: van Garderen musste nach einem Sturz das Rad wechseln und bekam das seines Teamkollegen Lachlan Morton. Damit verbremste er sich aber in einer der nächsten Kurven und verlor weitere Zeit.

Als sich der Gesamtführende auf der Verfolgung des Feldes befand, um sein Gelbes Trikot zu verteidigen, kam es kurz vor der 3-Kilometer-Marke zu einem Massensturz, in den auch Moscon involviert war und durch den die gesamte Straße blockiert war. Weil van Garderen in seiner Verfolgungsjagd dort aufgehalten wurde, entschied die Jury schließlich, dass auch er mit der Zeit des Hauptfeldes gewertet werden sollte, obwohl er 50 Sekunden nach Tagessieger Jakobsen im Ziel ankam.

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