Die Stars der Vuelta a Espana im Favoritencheck

Fünf Sterne nur für Miguel Angel Lopez

Foto zu dem Text "Fünf Sterne nur für Miguel Angel Lopez"
Miguel Angel Lopez (Astana)| Foto: Cor Vos

22.08.2018  |  (rsn) - Bei der letzten GrandTour des Jahres wird der Nachfolger von Vorjahressieger Chris Froome (Sky) gesucht, der diesmal nicht am Start steht. Erster Anwärter auf das Rote Trikot ist der Kolumbianer Miguel Angel Lopez (Astana) der als einziger fünf Sterne erhielt. Nach enttäuschenden GrandTour-Vorstellungen in dieser Saison wollen aber auch Nairo Quintana (Movistar), Simon Yates (Mitchelton-Scott), Richie Porte (BMC), Rigoberto Uran (EF-Drapac) und Fabio Aru (UAE Team Emirates) in die Erfolgsspur zurückkehren. Ebenfalls mit großen Ambitionen tritt der Ravensburger Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe) an.

Die Favoriten im Überblick:

+++++
Miguel Angel Lopez (Astana): Nach Platz drei beim Giro d`Italia nimmt der Kolumbianer bei der Vuelta a Espana einen erneuten Anlauf, seine erste GrandTour zu gewinnen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Denn der 24-Jährige hatte nach dem Giro genügend Zeit zu regenerieren und zeigte zuletzt mit einem Etappensieg und Rang zwei bei der Burgos-Rundfahrt ansprechende Form. Zudem hat Lopez eine starke Mannschaft an seiner Seite. Mit Pello Bilbao, Jan Hirt, David Villella, Dario Cataldo und Omar Freile stehen gleich fünf starke Helfer parat, die im Hochgebirge das Rennen bestimmen können. Zahlreiche Bergetappen und wenige Zeitfahrkilometer spielen dem südamerikanischen Kletterspezialisten zusätzlich in die Karten.

++++
Nairo Quintana (Movistar): Nach einer enttäuschenden Tour de France, die er auf Rang zehn abschloss will der Kolumbianer Wiedergutmachung betreiben. Nach der Absage von Mikel Landa geht Quintana als alleiniger Movistar-Kapitän ins Rennen und will seinen zweiten Gesamtsieg nach 2016 einfahren. Allerdings stehen hinter der Form des 28-Jährigen noch einige Fragezeichen. Denn seit der Tour ist Quintana kein Rennen mehr gefahren. Für ihn sprechen die Streckenführung mit wenigen Zeitfahrkilometern, dazu ein starkes Team mit Alejandro Valverde, Richard Carapaz, Andrey Amador und Winner Anacona, das in den Bergen auf Augenhöhe mit Astana agieren wird.

+++
Rigoberto Uran (EF-Drapac): Nachdem er in Folge eines Sturzes bei der Tour de France aussteigen musste, will der Tour-Zweite von 2017 nun in Spanien glänzen. Der Kolumbianer dürfte unter den Klassementfahrern hinter Richie Porte (BMC) der beste Zeitfahrer sein und könnte auf den insgesamt 42 Kilometern im Kampf gegen die Uhr Zeit gegen die Konkurrenz gutmachen. In den Bergen wird es für Uran, der sich mit Rang sechs bei der Clasica San Sebastian zurückmeldete, vor allem darum gehen, so lange wie möglich an seinen Landsleuten Lopez und Quintana dranzubleiben. An der mannschaftlichen Unterstützung sollte das Unternehmen Podium nicht scheitern. Mit Michael Woods, Pierre Rolland und Daniel Moreno hat der 31-Jährige drei Edelhelfer der Extraklasse dabei.

Richie Porte (BMC): Nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden bei der Frankreich-Rundfahrt nimmt auch der Australier einen weiteren Anlauf, um erstmals bei einer GrandTour auf dem Podium zu landen. Porte wurde allerdings gerade noch so fit für die Spanien-Rundfahrt und bestritt seit dem 15. Juli keine Rennen mehr. Der 33-Jährige wird versuchen, sich auf den insgesamt 42 Zeitfahrkilometern einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten zu erarbeiten. Portes Helferriege Brent Bookwalter, Rohan Dennis und Nicolas Roche wird im Hochgebirge allerdings so ihre Schwierigkeiten haben.

Fabio Aru (UAE Team Emirates): Nach einer aus gesundheitlichen Gründen verkorksten ersten Saisonhälfte, die im vorzeitigen Ausstieg beim Giro d`Italia endete, will der Italiener nun zurückschlagen. Der Vuelta-Gesamtsieger von 2015 zeigte zuletzt mit Rang zehn bei der Polen-Rundfahrt einen Aufwärtstrend und hat in Spanien mit Dan Martin einen starken Helfer an seiner Seite. Ob Aru aber schon in der Verfassung ist, um seinen zweiten Gesamtsieg nach 2015 kämpfen zu können, scheint fraglich.

Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe): Erstmals in seiner Karriere wird der Ravensburger als Kapitän in eine GrandTour gehen. Hält Buchmann diesem Druck stand, so kann es im Klassement weit nach vorne gehen. Dass die Form stimmt, zeigte der 25-Jährige mit dem siebten Gesamtrang und einem zweiten Etappenplatz bei der Polen-Rundfahrt. Mit Davide Formolo und Rafal Majka weiß der Kletterspezialist starke Teamunterstützung an seiner Seite. Im Flachen wird ihm Routinier Marcus Burghardt zur Seite stehen. Auch das Profil mit vielen Bergen und wenig Zeitfahrkilometern spielt Buchmann in die Karten. Weiterer Pluspunkt: Im Vergleich zu all seinen Rivalen hat er in diesem Jahr noch keine GrandTour in den Beinen und dürfte deshalb noch frisch sein. Probleme könnte Buchmann nur bekommen, wenn Fahrer wie Lopez ihren Turbo zünden, denn plötzliche Tempoverschärfungen kann der Bora-Kapitän noch nicht mitgehen.

Simon Yates (Mitchelton-Scott): Nachdem er beim Giro lange Zeit auf Siegkurs lag, im Finale aber komplett einbrach und nur Rang 21 belegte, will der Australier bei der Vuelta nun bis zum Schluss durchziehen. Yates zeigte zuletzt bei der Polen-Rundfahrt mit dem zweiten Gesamtrang und einem Etappensieg gute Form. In Spanien kann er auf die Unterstützung seines Zwillingsbruders Adam und Jack Haig bauen, beides ausgesprochene Kletterspezialisten.

George Bennett (LottoNL-Jumbo): Der Neuseeländer bildet mit Steven Kruijswijk eine Doppelspitze, doch nachdem der Niederländer schon eine kräftezehrende Tour de France in den Beinen hat, dürfte Bennett stärker einzuschätzen sein. Platz vier bei der Polen-Rundfahrt spricht dafür, dass der 28-Jährige punktgenau zur Vuelta in Form kommt. Im spanischen Hochgebirge wird der Kletterspezialist nicht nur auf Kruijswijk, sondern auch auf den Debütanten Sepp Kuss zählen können.

++
Wilco Kelderman (Sunweb), Alejandro Valverde (Movistar), Louis Meintjes (Dimension Data), David De la Cruz (Sky), Ilnur Zakarin (Katusha-Alpecin), Bauke Mollema (Trek-Segafredo), Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo), Ion Izagirrei, Gorko Izagirre (beide Bahrain-Merida), Thibaut Pinot (Groupama-FDJ)

+
Tony Gallopin (AG2R), Dan Martin (UAE Team Emirates), Enric Mas (Quick-Step Floors), Gianluca Brambilla (Trek-Segafredo), Pierre Rolland, Michael Woods (beide EF-Drapac)

Mehr Informationen zu diesem Thema

19.09.2018Dennis soll BMC in Innsbruck zu drittem Zeitfahrgold führen

(rsn) - Nachdem es in den beiden vergangenen Jahren in den WM-Teamzeitfahren jeweils nur zur Silbermedaille gelangt hat, will BMC am Sonntag zum Auftakt der Straßenweltmeisterschaften von Innsbruck w

18.09.2018Sagan: “Radsport anzuschauen, finde ich langweilig“

(rsn) - Während Chantal Blaak (Boels-Dolmans) ihre Regentschaft als Weltmeisterin mit einem Sieg in ihrem letzten Rennen im Regenbogentrikot beendet hat, musste Peter Sagan (Bora-hansgrohe) auf ein l

18.09.2018Podcast Spezial: Wer waren die Gewinner und Verlierer?

(rsn) - Noch vor dem Schlusswochenende war nicht klar, wer sich am Ende den Gesamtsieg bei der 73. Austragung der Vuelta a Espana sichern wird. Doch auf den entscheidenden letzten beiden Bergetappen,

17.09.2018Denk: “Wir können nicht wirklich zufrieden sein“

(rsn) - Nach starkem Beginn endete die 73. Vuelta a Espana für das mit großen Ambitionen angetretene Team Bora-hansgrohe am Wochenende ernüchternd. Emanuel Buchmann konnte die hohen Erwartungen nic

17.09.2018Britische Rundfahrtasse stellen neuen GrandTour-Rekord auf

(rsn) - Die 73. Vuelta a Espana endete nicht nur mit dem persönlichen Triumph von Simon Yates (Mitchelton-Scott), der erstmals in seiner Karriere eine Grand Tour gewann. Der 26-jährige Brite setzte

17.09.2018Highlight-Video der 21. Etappe der Vuelta a Espana

(rsn) - Simon Yates (Mitchelton-Scott) hat als zweiter Brite nach Chris Froome (Sky) die Vuelta a Espana gewonnen und die Nachfolge seines Landsmanns im Roten Trikot angetreten. Am letzten Tag der Run

16.09.2018Yates nach Giro-Absturz mit neuer Taktik zum Vuelta-Coup

(rsn) – Im Moment großer Enttäuschungen sprechen Sportler gern von "wertvollen Erfahrungen", die sie daraus ziehen würden. Ganz ähnlich war der Wortlaut auch bei Simon Yates (Mitchelton-Scott) n

16.09.2018Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe

(rsn) - Zum Start der 73. Vuelta a Espana sind in Malaga 176 Profis in insgesamt 22 Teams angetreten. Längst nicht alle werden am 16. September das Ziel in der Hauptstadt Madrid erreichen. Sturzverle

16.09.2018Viviani von weit hinten an allen vorbei zum 18. Saisonsieg

(rsn) – 67. Profisieg, 67. Jahreserfolg für Quick-Step Floors: Elia Viviani hat einmal mehr bewiesen, dass er im Jahr 2018 der wohl stärkste Sprinter ist. Der Italienische Meister verwies auf der

16.09.2018Viviani und Simon Yates jubeln in Madrid

(rsn) - Simon Yates (Mitchelton-Scott) hat als zweiter Brite nach Chris Froome (Sky) die Vuelta a Espana gewonnen und die Nachfolge seines Landsmanns im Roten Trikot angetreten. Am letzten Tag der Run

16.09.2018Mas und Lopez kicken Kruijswijk noch vom Podium

(rsn) - Nach einer kleinen Achterbahnfahrt an den vergangenen Tagen wird Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo) die 73. Vuelta a Espana auf dem vierten Platz beenden. Damit wiederholte der Niederländer se

16.09.2018Valverde: “Man muss die Niederlagen akzeptieren“

(rsn) - Die Ambitionen waren groß gewesen. Und lange mischte die spanische Equipe Movistar im Kampf um den Gesamtsieg bei dieser Vuelta a Espana mit. Doch am Ende gehört das Team zu den großen Gesc

Weitere Radsportnachrichten

09.01.2026SD Worx verabschiedet sich für 2026 von Grand-Tour-Ambitionen

(rsn) – Understatement oder neue Realittät? Danny Stam, Sportdirektor von SD Worx – Protime, hat bei der Präsentation des Teams in Antwerpen angekündigt, dass ein Grand-Tour-Sieg in der kommend

09.01.2026Mit Ritzeln und Kette in Gold: Red Bull präsentiert neues Evenepoel-Rad

(rsn) - Unauffällig ist anders. Red Bull - Bora - hansgrohe hat das neue Arbeitsgerät von Remco Evenepoel präsentiert. Und eigentlich können alle Beteiligten nur hoffen, dass der 25-Jährige nicht

09.01.2026Picnic – PostNL setzt voll auf Poole und Bittner

(rsn) – Auch nach dem Abgang des Tour-de-France-Vierten Oscar Onley will sich das Team Picnic – PostNL im kommenden Jahr auf Gesamtwertungen konzentrieren. Der 22 Jahre alte Max Poole soll die Rol

09.01.2026Medien: Onley mindestens doppelt so teuer wie Evenepoel

(rsn) - Offizielle Bestätigungen gibt es nicht, doch wie mehrere Medien nun berichten, hat Ineos Grenadiers mehr als doppelt so viel Geld auf den Tisch gelegt, um Oscar Onley aus seinem Vertrag bei P

09.01.2026Verschneite Querfeldein-Titelkämpfe in Bensheim

(rsn) – Am kommenden Wochenende werden im südhessischen Bensheim die Deutschen Meisterschaften im Cross ausgetragen. Wie schon 2018 finden die Titelkämpfe rund um den Bikepark am Berliner Ring im

09.01.2026Mit Kool weniger Druck für Pieterse und Kastelijn

(rsn) – Das Top-Frauenteam der Gebrüder Philip und Christoph Roodhooft bestach in seinem dritten WorldTour-Jahr vor allem wieder durch eines - die Konstanz der beiden Leistungsträgerinnen Puck Pie

09.01.2026Die Trikots der Women´s WorldTour-Teams für die Saison 2026

(rsn) – 14 Rennställe umfasst die Women´s WorldTour in der Saison 2026. Doch wie treten diese 14 Mannschaften im neuen Jahr auf? Welche Farben zieren ihre Trikots, welche Art von Designs werden ge

09.01.2026Die Trikots der WorldTour-Teams für die Saison 2026

(rsn) - Wie sieht das Peloton 2026 aus? Welche Farben werden in der kommenden Saison vorherrschend sein? Nach und nach stellen die WorldTour-Rennställe ihre Trikots für das neue Jahr vor - den Anfan

09.01.2026Eine Reise ins Universum des japanischen Keirin

(rsn) – Im Keirin geht es um Olympia-Medaillen. Der sogenannte ´Kampfsprint´ ist in Europa, Australien und Amerika längst angekommen und für spannende Rennen bekannt. Doch in seiner Heimat Japan

08.01.2026Iserbyt muss seine Karriere beenden

(rsn) – In einem emotionalen Video auf Instagram hat Eli Iserbyt (Pauwels Sauzen – Altez) das Ende seiner Karriere erklärt. Seit Februar 2025 hat er ehemalige Weltranglistenerste kein Rennen mehr

08.01.2026Soudal - Quick-Step bindet auch Magnier langfristig

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

08.01.2026Soudal bleibt Titelsponsor bis 2030, Dumoulin wird Renndirektor

(rsn) - Ex-Profi Tom Dumoulin wird neuer Renndirektor des Amstel Gold Race. Der 35-jährige Niederländer übernimmt den Job von Leo van Vliet, allerdings erst zur Austragung 2027. Es wird die 61. sei

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)