Mit Zuversicht zu Paris-Roubaix

Generalprobe gelungen: Jetzt kommt für Degenkolb „das Sahnestück“

Von Felix Mattis aus Oudenaarde

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John Degenkolb (Giant-Alpecin) bei der 99. Flandern-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

06.04.2015  |  (rsn) – Die Flandern-Rundfahrt ist Geschichte, jetzt richten sich alle Gedanken auf das grobe Pflaster von Nord-Frankreich: Paris-Roubaix steht am kommenden Sonntag auf dem Programm, und der Vorjahreszweite John Degenkolb (Giant-Alpecin) scheint gewappnet. Sein siebter Platz bei der Flandern-Rundfahrt deutet auch drei Wochen nach dem Sanremo-Sieg noch auf eine gute Form hin.

„Ich bin zuversichtlich. Roubaix liegt mir noch etwas besser“, sagte Degenkolb beim Ausfahren auf der Rolle nach der 99. Ausgabe der „Ronde“. „Ich habe einen Sieg und eine Top-10-Platzierung, und jetzt kommt das Sahnestückchen“, zog der 26-jährige zufrieden Zwischenbilanz nach zwei der drei Monumenten, die auf seinem Frühjahrs-Speiseplan standen.

Gefallen hat dem Frankfurter nicht nur das Feedback, das er von seinen eigenen Beinen bekam, sondern auch der Auftritt seiner Teamkollegen, die ihn bis zur dritten und letzten Überquerung des Oude Kwaremont noch gut unterstützen konnten und lediglich im Finale zurückfielen. „Wir haben Geschlossenheit gezeigt und zusammengehalten. Das lässt für nächste Woche hoffen.“

Bis es am kommenden Sonntag aufs noch gröbere Pflaster in Frankreich geht, steht für Degenkolb nun in erster Linie eines auf dem Programm: „Erholung, Erholung, Erholung. Und am Donnerstag dann nochmal Training“, erklärte er.

Dabei wird Degenkolb darauf hoffen, dass seine Beschwerden vom Sturz beim E3 Preis nun vollständig abklingen. „In der Hüfte ist links nach wie vor eine Prellung. Es dauert eben, bis das Hämatom weg ist“, sagte er in Oudenaarde – eine große Beeinträchtigung scheint der Schmerz aber nicht gewesen zu sein. „Meine Beine tun jetzt sowieso weh“, scherzte er nach den 265 Kilometern über Hellinge und Kopfsteinpflaster.

Auch in Roubaix wird Degenkolb es wieder mit Alexander Kristoff (Katusha) zu tun bekommen, den er in Sanremo im Endspurt bezwang, der aber in Flandern nun der mit Abstand stärkste Mann im Feld war. Es musste fast Angst machen, wie Kristoff die letzten zehn Kilometer nach Oudenaarde ganz alleine im Wind fuhr, weil Niki Terpstra (Etixx-Quick-Step) ihm nicht mehr helfen wollte, und wie er trotzdem keine Zeit einbüßte, sondern seinen Vorsprung auf die Verfolger sogar noch ausbaute und am Ende Terpstra problemlos bezwang.

„Das spricht für Kristoffs Stärke“, sagte Degenkolb nach einem anerkennenden Grinsen, als radsport-news.com ihm die Vorstellung des Norwegers in Oudenaarde schilderte. „Aber es bedeutet auch, dass er es nächste Woche sicher nicht einfacher haben wird.“

Denn auch wenn eine Woche genug Zeit ist, um sich von der Anstrengung im Finale zu erholen, so werden Kristoff und sein Team in Roubaix nun kaum Hilfe erwarten dürfen. So wie Degenkolb in Flandern, als ihn angesichts des Sanremo-Siegs kaum jemand an die Spitze heranführen wollte, so könnte es in Roubaix Kristoff gehen, wenn die Konkurrenz attackiert.

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