RSNplusWomen´s WorldTeams 2025: Uno-X Mobility

Kampf um den Klassenerhalt mit punktuellen Verstärkungen

Von Jens Claussen

Foto zu dem Text "Kampf um den Klassenerhalt mit punktuellen Verstärkungen"
Das Frauen-Team von Uno - X Mobility geht stark verjüngt in die Saison. | Foto: Cor Vos

27.01.2025  |  (rsn) - Die Frauen von Uno - X Mobility gehen in ihre vierte WorldTour-Saison. Dabei sind sie ihren männlichen Kollegen weiterhin einen Schritt voraus: Sie starten in der höchsten Liga des Radsports, während die Männer im sechsten Jahr in Folge im ProTeam-Status feststecken. Und auch in der Besetzung des Kaders schlägt das Frauen-Team von Manager und Ex-Weltmeister Thor Hushovd eine andere Richtung ein: Sind bei den Männern ausschließlich Norweger und Dänen in Lohn und Brot, setzt sich das Frauen-Team aus acht verschiedenen Nationen zusammen - verteilt auf 18 Fahrerinnen.

In Sachen Erfolg und Sichtbarkeit aber standen die Uno-X-Frauen bislang klar im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Abseits von Landesmeisterschaften gelangen den Frauen 2024 nur drei UCI-Siege auf .1-Level, den Männern dagegen 24, darunter auch eine WorldTour-Etappe.

Immerhin: 2025 begann für die Fahrerinnen von Sportdirektorin Alexandra Greenfield und der österreichischen Sportlichen Leiterin Anna Badegruber mit dem Podestplatz von Mie Björndal Ottestad bei der Tour Down Under verheißungsvoll. Allerdings werden Spitzenergebnisse dieses Jahr auch wirklich nötig. Denn am Jahresende endet der WorldTour-Lizenzzyklus und in der für die Vergabe der 15 Plätze ab 2026 wichtigen Zweijahresrangliste rangiert Uno-X Mobility derzeit nur auf eben jenem 15. Rang. ___STEADY_PAYWALL___

Um den Erhalt der Erstliga-Lizenz zu sichern, hat sich Uno-X mit dem Norweger Martin Vestby (von Liv – AlUla – Jayco), Ehemann von Ex-Profi Emma Johansson, die dem Teamvorstand angehört, viel Erfahrung an Bord geholt. Auf fahrerischer Seite dagegen setzt man eher auf die Jugend.

Gaskjenn, Zanetti und drei Teenagerinnen

Denn auch wenn mit Ingvild Gaskjenn eine inzwischen im Peloton etablierte Allrounderin mit starkem Antritt geholt wurde, gleichen die Zu- die Abgänge zur Saison 2025 auf den ersten Blick nicht aus: Das Team hat Bahn-Weltmeisterin Julie Norman Leth sowie die Schwedin Wilma Oluasson (beide Karriereende) und auch die Straßen-Weltmeisterin von Doha 2016, Amalie Dideriksen (zu Cofidis), verloren. Neben Gaskjenn ist aber nur die endschnelle und hügelfeste Schweizerin Linda Zanetti mit WorldTour-Erfahrung neu hinzugekommen.

Kamilla Aasebö (18), Mia Gjertsen (18) und Alberte Greve (19) hingegen entstammen allesamt der dänischen Talentschmiede Team Rytger und haben kaum Erfahrung bei den Profis. Lediglich Greve fuhr 2024 bereits bei Lotto – Dstny und kam auch zu einigen WorldTour-Einsätzen. Während die Transfers also nicht unbedingt die sofortigen Heilsbringer im Kampf um den Klassenerhalt sein müssen, dürften diejenigen, die schon länger im Team sind, die Hoffnungen schultern.

Björndal Ottestad im Gelben Trikot der Tour de Normandie 2024. | Foto: Cor Vos

So präsentierte sich Mie Björndal Ottestad mit Platz drei bei der Tour Down Under wiedererstarkt und bestätigte ihren positiven Trend von 2024, als sie zum zweiten Mal nach 2020 Norwegische Meisterin wurde und die Normadie-Rundfahrt gewann. Die 27-Jährige gilt als respektable Rundfahrerin, hatte aber in der Vergangenheit mit Verletzungspech zu kämpfen. Bei einem Sturz auf der 4. Etappe der Tour de France 2023 zog sie sich ihre zweite schwere Gehirnerschütterung innerhalb eines Jahres zu, kurz vor Saisonbeginn 2024 brach sie sich außerdem die Hand.

Neben Ottestad sind vor allem die Sprinterinnen Anniina Ahtosalo, Maria Giulia Confalonieri und Susanne Andersen sowie die Bergspazialistin Katrine Aalerud und Klassikerfahrerin Anouska Koster für die Punktejagd in Uno-X-Farben verantwortlich.

Neu ist bei Uno-X Mobility in dieser Saison der Radsponsor. Fortan sieht man das Team nicht mehr auf Rennrädern von Dare, sondern von Ridley. Die Partnerschaft mit dem belgischen Hersteller, der besonders aus dem Cross bekannt ist, wurde für erstaunliche zehn Jahre vereinbart.

Der Top-Transfer 2025: Ingvild Gaskjenn

Nach zwei Jahren im "Ausland" bei Liv – AlUla - Jayco kehrt Gaskjenn in ihre Heimat zurück – wenn auch zu einem anderen Team. 2017 begann ihre Profikarriere bei Hitec Products. Dort fuhr sie bis 2022. Nachdem in den Anfängen hauptsächlich kleinere Rundfahrten auf Gaskjenns Programm standen, entwickelte sie sich in den letzten Jahren zu einer konstanten Fahrerin für die Klassiker.

Auf diesem Terrain gelang ihr auch der internationale Durchbruch, als sie im vergangenen Jahr unter anderem Dritte beim Amstel Gold Race und 13. beim Flèche Wallonne wurde. Auf diesem Terrain muss im Frühjahr erneut mit ihr gerechnet werden. Auch wenn sie hier noch nicht zu den Top-Favoritinnen zählt, scheint es wahrscheinlich, dass Gaskjenn im Team eine geschützte Rolle erhält.

Gaskjenn möchte sich bei den Frühjahrsklassikern weiter verbessern. | Foto: Cor Vos

Im Fokus: Anniina Ahtosalo

In einem Land, in dem der nordische Skisport dominiert, ist die Anzahl an Starterinnen bei Nationalen Meisterschaften recht übersichtlich: ungefähr zwei Hände voll. Da ist es wenig überraschend, dass ein WordTour-Profi Jahr für Jahr ganz oben auf dem Podium steht. Also nichts Besonderes mehr für Ahtosalo, die in den letzten drei Jahren das weiß-blaue Trikot der Finnischen Meisterin sowohl auf der Straße als auch im Zeitfahren tragen durfte.

Außergewöhnlich hingegen ist die Entwicklung, die die finnische Sprinterin in den vergangenen drei Jahren durchlaufen hat. Denn Ahtosalo wurde zu einer Siegfahrerin für das Team, in dem sie 2022 Profi geworden ist. Sie gewann 2024 das Zeitfahren der U23 bei den Europameisterschaften sowie die Trofeo Maarten Wynants (1.1), als sie im Sprint die Vorjahressiegerin Chiara Consonni hinter sich ließ.

Endgültig angekommen in der Weltspitze der schnellen Frauen ist die erst 21-Jährige, als sie bei der Auftaktetappe der letztjährigen Tour nur um Haaresbreite hinter Charlotte Kool ihren ersten Grand-Tour-Sieg verpasste. Ahtosalo bringt alle Voraussetzungen mit, in die Fußstapfen ihrer Landsfrau Lotta Henttala zu treten, die 2017 Gent-Wevelgem gewann und Dritte im Straßenrennen der WM von Doha 2016 war.

Ahtosalo (Bildmitte) ganz oben auf dem Podium des U23-Zeitfahrens bei der EM in Limburg. | Foto: Cor Vos

Das Aufgebot: :
Katrine Aalerud (Norwegen / 30), Kamilla Aasebö (Norwegen / 18), Anniina Ahtosalo (Finnland / 21), Susanne Andersen (Norwegen / 26), Solbjörk Minke Anderson (Dänemark / 20), Elinor Barker (Großbritannien / 30), Teuntje Beekhuis (Niederlande / 29), Marte Berg Edseth (Norwegen / 26), Simone Boilard (Kanada / 24), Maria Giulia Confalonieri (Italien / 31), Ingvild Gaskjenn (Norwegen / 26), Mia Gjertsen (Norwegen / 18), Alberte Greve (Dänemark / 19), Rebecca Koerner (Dänemark / 24), Anouska Koster (Niederlande / 31), Mie Björndal Ottestad (Norwegen / 27), Anne Dorthe Ysland (Norwegen / 22), Linda Zanetti (Schweiz / 22)

Davon Neuzugänge:
Kamilla Aasebö (Neo-Profi), Ingvild Gaskjenn (Liv AlUla Jayco), Mia Gjertsen (Neo-Profi), Alberte Greve (Lotto Dstny Ladies), Linda Zanetti (Human Powered Health)

Teamleitung:
Manager: Thor Hushovd
Sportdirektor: Alexandra Greenfield
Sportliche Leiter: Anna Badegruber, Martin Vestby, Jesper Bundgaard Vinkel, Huub Duijn, Jelle De Jong, Emil Mielke Vinjebo

Material:
Rahmenhersteller: Ridley
Gruppe: Shimano
Laufräder: DT Swiss
Reifen: Schwalbe
Trikot: Bioracer
Helm: Sweet Protection

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