“Ich dachte von Anfang an: keine gute Idee“

Blythe: 1-fach-Kurbel für Aqua Blue-Aus mitverantwortlich

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Blythe: 1-fach-Kurbel für Aqua Blue-Aus mitverantwortlich"
Adam Blythe (Aqua Blue Sport) | Foto: Cor Vos

04.09.2018  |  (rsn) - Das irische ProContinental-Team Aqua Blue Sport wird keine Rennen mehr bestreiten und hat sich auch vom geplanten Einsatz bei der Tour of Britain auf den letzten Drücker zurückgezogen. Der Rennstall steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das ist nicht neu. Doch in der britischen Eurosport-Sendung "Bradley Wiggins Show" hat Aqua Blue-Profi Adam Blythe sich nun auch zu den Gründen für den Niedergang der Equipe geäußert. Der 28-Jährige machte die Partnerschaft mit 3T als Radhersteller und das Benutzen des mit einer 1-fach-Kurbel ausgestatteten 3T Strada dafür mitverantwortlich.

"Ich weiß so viel, wie ihr von der Presse", sagte er zunächst über das Aus seines Teams, das seine Fahrer aber vertragsgerecht bis Saisonende zahlen will. "Es ist einfach den Bach runtergegangen. Die Besitzer haben sich zurückgezogen und haben das Team beendet. Wir fahren also keine Rennen mehr bis Saisonende."

Doch dann erklärte Blythe auch, was seiner Meinung nach ausschlaggebend für die Negativspirale ist, die nun zum endgültigen Niedergang des Rennstalls führte. n der Negativspirale um sein Team hält: "Ehrlich gesagt die 3T-Räder. Ich denke, sie machen großartige Lenker, aber schreckliche Räder. Wir sind das ganze Jahr auf einem Kettenblatt gefahren. Das ist schrecklich", so Blythe. "Es ist wie ein Bahnrad mit Gangschaltung. Normalerweise schaltet man am Berg auf das 38er Blatt, aber wir haben nur hinten ein Zehnerritzel bis zu 42 Zähnen und vorne eben das 50er Blatt."

Schon sein österreichischer Teamkollege Stefan Denifl hatte vor einigen Tagen gegenüber radsport-news.at erklärt, dass das Material ungeeignet gewesen sei. "Wir haben durch das Material die ganze Saison gelitten. Weil die Kette einfach vom Rad fiel, verloren wir gute Ergebnisse. Teamkollegen bekamen teilweise Knieschmerzen durch die Räder", sagte er.

Blythe erklärte nun: "Ich hielt es von Anfang an für keine gute Idee, aber das Team hat einen Vertrag darüber unterschrieben und das war's dann. Wir mussten also damit klarkommen." Der Brite fuhr wie Denifl seit der Teamgründung 2017 für den Rennstall. Jetzt müssen beide schleunigst ein neues Team finden und gleichzeitig hoffen, dass Aqua Blue Sport dem Wort von Eigentümer Rick Delaney treu bleibt und seine Fahrer bis Saisonende bezahlt.

Blythes Auftritt in der Bradley Wiggins Show:

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