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Bikefitting: Die wichtigsten Fragen - und Antworten

Von Thomas Geisler

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| Foto: ergonBike.com/ pressedienst-fahrrad

07.08.2022  |  Beim Radfahren bilden Fahrer/in und Fahrrad im Idealfall eine Einheit. Damit das Duo perfekt harmoniert und die Kraft optimal übertragen wird, kann man/ frau das Fahrrad individuell anpassen und einstellen lassen - Bikefitting heißt das Schlagwort. Der pressedienst-fahrrad gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen dazu.

Was ist Bikefitting überhaupt?
Grob gesagt: Bikefitting ist das Anpassen des Rads und seiner Komponenten an die individuellen Körpermaßedes/ der Fahrer/in. Hier können wenige Millimeter mitunter deutliche Veränderungen bewirken. Das kann von der Anpassung der Sattelhöhe bis hin zur Positionierung der Cleats an den Schuhen gehen. Auch Vermessungen des Körpers gehören dazu, um basierend auf der Daten-Analyse die individuell richtigen Einstellungen vorzunehmen.

Für wen ist Bikefitting geeignet?
Jede/r Radler/in kann von Bikefitting profitieren. Wer mehr als 500 Kilometer im Jahr fährt oder längere Touren plant, sollte sich über Bikefitting Gedanken machen. Die richtige Sitzhaltung steigert die Leistungsfähigkeit und den Komfort. Außerdem werden die Gelenke geschont. Bei einer falschen Sitzhaltung droht ein erhöhter Gelenkverschleiß, z. B. an den Knien. Probleme können dabei auch erst nach Jahren auftreten, wenn bereits irreversible Schäden erzeugt wurden. Deshalb gilt es, frühzeitig Maßnahmen zu treffen.

Was wird beim Bikefitting gemacht?
Generell kann man zwei Vorgehensweisen unterscheiden. Erstens: Bikefitting beim Fahrradkauf. Hier werden Körperdaten erfasst und anhand bestimmter Parameter das passende Fahrrad mit der Wunscheinstellung entweder Custom-made aufgebaut oder aus einem Pool entnommen. Die andere Möglichkeit ist die Optimierung. Hier werden nach dem Kauf Radfahrer/in und Fahrrad untersucht und Verbesserungen bei der Einstellung vorgenommen, an der Sitzhaltung, am Sattel oder den Griffen. Eine dritte, eher seltene Möglichkeit praktiziert der Fahrradhersteller Ghost: Dabei werden gesammelte Körperdaten genutzt, um daraus bereits bei der Fahrradentwicklung Größen-Cluster zu ermitteln und die Fahrradrahmen ergonomisch für das jeweilige Cluster zu optimieren.

Welche Fitting-Systeme gibt es?
Die Anzahl an Bikefitting-Systemen nimmt stetig zu und wird auch zu einer Art Glaubensfrage. Velotraum-Geschäftsführer Stefan Stiener beispielsweise nutzt für seine Analyse eine Art Ergometer, auf dem er, während der/ die Radfahrer/in pedalieren, unterschiedliche Einstellungen vornehmen kann. So können die Proband/innen direkt beim Fahren entscheiden, welche Einstellung ihnen passt – ähnlich, wie man es vom Brillenkauf kennt.
Es gibt aber auch Körpervermessung per Laser und eine anschließenden Datenabgleich mit bestehenden Rädern. Auch möglich: eine Video-Analyse des Radfahrenden auf dem Bike, oder ein Fitting-Tool per Druckmess-Folien. Welches System zum besten Ergebnis führt, kann man nicht pauschal sagen, da Fahr-Komfort auch viel mit persönlicher Wahrnehmung zu tun hat.

Wo kann ich Bikefitting machen lassen?
Die Anzahl an geschulten Fachhändler/innen wächst. Diese sind jedoch meist auf bestimmte Fahrradmarken spezialisiert und nutzen das System eines speziellen Fahrradherstellers. Eine weitere Möglichkeit ist die Vermessung direkt beim Hersteller für ein Custom-made-Bike, wie es u. a. Velotraum anbietet. Unabhängige Vermessung bieten spezielle Rad-Labore an; hier reicht das Angebot von der einfachen Einstellung bis zur detaillierten Analyse für Spitzensportler/innen.

Was kostet ein Bikefitting?
Eine Stunde professionelles Bikefitting kostet in etwa 100 Euro. Wie viel man insgesamt bezahlen muss, hängt vom Umfang ab. Der Preis kann bis an die 500 Euro oder höher gehen, umfasst dann allerdings auch Leistungen wie das Erstellen eines detaillierten Trainingsplans. Zu den Leistungen können noch Materialkosten kommen. Die Vermessung bei Fachhändler/innen ist hingegen je nach Aufwand günstiger, oft sogar kostenlos oder wird beim Radkauf verrechnet.

Kann ich Bikefitting auch zu Hause machen?
Für professionelles Bikefitting braucht es ausgebildetes Fachpersonal und ein geschultes Auge, aber die Grundeinstellungen lassen sich auch zu Hause durchführen. Ergonomie-Spezialist Ergon hat dafür in Zusammenarbeit mit dem renommierten Bikefitter Kim Tofaute eine Fitting-Box entwickelt, die beim Einstellen der wichtigsten Parameter wie Sattelhöhe, Lenkerabstand oder Pedal-Position hilft.

Geht Bikefitting auch bei einem Online-Kauf?
Beim Online-Kauf von Bekleidung oder Schuhen ist es möglich, sich über einen Online-Konfigurator digital vermessen zu lassen und so das passende Produkt zu finden. Erste Online-Fahrradhändler planen ähnliche Programme und führen erste Tests durch. Basierend auf den Körperdaten werden dabei 3D-Avatare erstellt, die auf animierten Rädern fahren. Damit sollen insbesondere Neueinsteiger/innen eine Online-Hilfe erhalten, um die passende Rahmengröße und Satteleinstellung zu finden. Ein Bikefitting kann das aber nicht ersetzen.

Thomas Geisler ist Redakteur beim pressedienst-fahrrad.

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