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15.02.2016 | (rsn) - Drei Jahre nach seinem Sieg bei Mailand-Sanremo fängt Gerald Ciolek beim deutschen Zweitligisten Team Stölting Service Gruop fast noch mal von vorne an. Mit radsport-news.com sprach der 29-jährige Pulheimer über seine Zeit bei MTN-Qhubeka und seine Pläne und Wünsche.
Sie sind nach zehn Jahren wieder bei Ihrem ersten Trainer Jochen Hahn zurück...
Gerald Ciolek: "Es ist gut, eine Vertrauensperson im Team zu haben. Jochen hat auch den Kontakt hergestellt. Aber es war nicht so, dass ich zu ihm zurück musste. Es ist ein Nebeneffekt, aber nicht der Hauptgrund, weshalb ich zu Stölting bin."
Ihre Kollegen sagen, dass sie ein harmonisches Umfeld brauchen, um Erfolg zu haben. Stimmt das?
Ciolek: "Das braucht ja jeder irgendwie. Wichtig ist ein Umfeld, das einem vertraut, das klare Ziele vorgibt, und das es auch zu schätzen weiß, wenn sie erfüllt werden. Ein Umfeld, das einen fordert, aber nicht überfordert."
Wussten Sie, wie das Team aussehen wird, als sie bei Stölting unterschrieben?
Ciolek: "Ein paar Personalien kannte ich. Ich wusste, dass Linus Gerdemann und Fabian Wegmann da sind."
Das war für Sie ein Zusage-Grund?
Ciolek: "Ein bekanntes Umfeld und Leute, mit denen ich gut klar komme, sind sehr wichtig für mich!"
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Bei MTN-Qhubeka haben Sie super begonnen und Mailand-Sanremo gewonnen. Der Beginn dort war völlig okay?
Ciolek: "Das war hundertprozentig so. Am Anfang, als ich ins Team kam, war es vielleicht auch ein kleiner Kulturschock."
Warum?
Ciolek: "Ich kam von Quick Step. Da war MTN ja ein Stück zurück. Ein kleineres Team mit sehr gemischten Nationalitäten. Doch es war auch irgendwie ganz lustig und ich habe gemerkt, dass die Sportliche Leitung mir voll und ganz vertraute und viel von mir hielt. Ich fuhr im ersten Rennen auf Platz fünf. Das wurde gefeiert wie ein großer Sieg. Ich sammelte weitere gute Ergebnisse ein und merkte, dass alle zufrieden sind. Die gute Stimmung baute mich natürlich auf. Im Leistungssport ist es aber leider so, dass das verloren geht, weil man, wenn man in einem Jahr zwei Rennen gewonnen hat, im nächsten fünf gewinnen muss. Das funktioniert aber bei den wenigsten Fahrern so."
Irgendwann haben Sie dann das Vertrauen vermisst?
Ciolek: "Im letzten Jahr erlebte die Mannschaft einen Wandel. Da passten zumindest für mich einige Sachen nicht mehr."
Weil MTN-Qhubeka zahlreiche neue Fahrer verpflichtete und vermehrt auf Rundfahrer setzte?
Ciolek: "Das ganze Team war gewachsen und richtete sich anders aus. Das passte dann nicht mehr so zusammen. Sie hatten andere Erwartungen an mich und ich hatte andere Vorstellungen. Deshalb sind wir getrennte Wege gegangen."
Sie sagten, zu MTN zu gehen, war wie ein Kulturschock. Und jetzt zu Stölting?
Ciolek: "Ich habe das ja alles schon mal mitgemacht, ich weiß um die positiven Seiten. Ich empfinde das eher als angenehm."
Sie fühlen sich also auch wieder gut aufgenommen?
Ciolek: "Auf jeden Fall. Es ist alles ein wenig entspannter als bei den großen Mannschaften. Dafür ist einiges nicht ganz so professionell. Im Grunde schafft Stölting aber eine Athmosphäre, in der man sich wohlfühlen kann."
Wie haben Sie es aufgenommen, dass Stölting nicht zu Mailand-Sanremo eingeladen wurde?
Ciolek: "Das war enttäuschend. Wie insgesamt das Rennprogram im Frühjahr etwas enttäuschend ist. Andererseits müssen wir nach dem ganzen Trouble im Dezember, als Cult zurückzog, zufrieden sein, dass wir die Mannschaft so auf die Beine gestellt haben. Auch wenn wir nicht hundertprozentig unser Wunschprogramm fahren können."
Jochen Hahn möchte Sie mehr in den Klassikern einsetzen...
Ciolek: "Ich werde ein etwas anderes Programm fahren. Letztes Jahr wurde ich auf die Schiene geschoben, dass ich der perfekte Fahrer für Flandern und Paris-Roubaix sei. Ich hatte aber schon früher erkannt, dass das nicht unbedingt meine Rennen sind. Das Programm nun sieht eh anders aus, weil wir die Rennen nicht fahren dürfen. Wir hoffen, dass wir das Amstel Gold Race bekommen. Das wäre dann sicher ein Ziel."
Das würde Ihnen mehr liegen?
Ciolek: "Ich bin es nicht so oft gefahren."
Der Cauberg am Ende ist sehr schwer. Wäre das was für Sie?
Ciolek: "Das ist natürlich ein hammerhartes Rennen. Ich kann nicht sagen, wie ich damit zurecht komme. Ich würde es aber versuchen."
Warum liegen Ihnen die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix nicht so?
Ciolek: "Sie kommen mir als Fahrertyp nicht so entgegen. Gerade die flache Strecke ist so ultra schwer, dass ich damit einfach nicht zurecht gekommen bin. Da wurden einfache falsche Erwartungen in mich gesetzt. Andere Rennen passen besser. Mailand-Sanremo liegt mir wie auf den Leib geschneidert."
Sie werden bei Stölting ohne Leadout sprinten?
Ciolek: "Man muss realistisch sein. Mittlerweile versucht ja jedes Team, seinen eigenen Zug durchzubringen. Da fahren dann sechs Teams nebeneinander. Entweder weiß man von Beginn an, man hat die perfekte Mannschaft dafür, dann kann man das auf einem hohen Level versuchen. Andererseits halte ich es für fast sinnvoller, es mit zwei, drei guten Leuten zu versuchen, die einen ins Finale begleiten."
Und Sie so abliefern, dass Sie sich ein Hinterrad suchen können?
Ciolek: "Genau!"
Welche Schwerpunkte haben Sie neben dem Amstel Gold Race?
Ciolek: "Zum Beispiel Hamburg oder Köln. Wir fahren ja trotzdem ein gutes Rennprogramm. Wie gesagt, das Frühjahr ist ein wenig schwierig. Aber dann haben wir viele gute Rennen. Luxemburg, Norwegen. Die Zeiten, wo ich mir das eine oder andere Rennen aussuchen konnte, bei dem ich gut sein wollte, sind ohnehin vorbei. Mein Hauptziel ist, das ganze Jahr über gut und konkurrenzfähig zu sein."
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