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19.03.2010 | (rsn) – Mit der 101. Auflage von Mailand-San Remo steht am Samstag der erste große Klassiker des Jahres auf dem Programm. Am Start stehen 26 Mannschaften – bis auf Footon-Servetto alle ProTour-Teams sowie neun Zweitdivisionäre, darunter die beiden Schweizer Teams Cervélo und BMC Racing.
Die Strecke: Mit 298 Kilometern ist die „Classicissima“ das längste Rennen im internationalen Kalender des Radsportweltverbandes UCI. Die diesjährige Strecke ist identisch mit der aus der vergangenen Saison. Nach dem Start im Zentrum der lombardischen Metropole Mailand führt die erste Rennhälfte über flaches Terrain und wird wohl wieder von Ausreißern bestimmt werden. Am Passo del Turchino bei Kilometer 142 beginnt der zweite, hügeligere Teil des italienischen Radsport-Monuments. Ein erster Schlüsselpunkt wird aber erst der Le Mànie-Anstieg nach 204 Kilometern sein, bevor ab Kilometer 245 die legendären Capi (Hügel) entlang der Mittelmeerküste das Finale einläuten.
Aber frühestens in der Cipressa, 25 Kilometer vor dem Ziel, wahrscheinlich aber sogar erst am drei Kilometer langen Poggio, von dessen Spitze aus nur noch eine sieben Kilometer lange Abfahrt hinab nach San Remo folgt, werden sich die Favoriten ganz vorne zeigen. Diese beiden Anstiege werden wieder für die entscheidende Selektion im Feld sorgen. Das Rennen endet auch in diesem Jahr an der Strandpromenade Lungomare Italo Calvino. Die legendäre Via Roma im Zentrum von San Remo wird nach Protesten der ansässigen Geschäftsinhaber wohl auch künftig wohl nicht mehr als Zielankunft in Frage kommen.
Die Favoriten: Wie jedes Jahr stellt sich auch diesmal die Frage: Wird es zur Sprintankunft einer größeren Gruppe kommen oder triumphiert ein Ausreißer wie zuletzt der Schweizer Fabian Cancellara (Saxo Bank) im Jahr 2008? Der dreifache Zeitfahrweltmeister steht wieder am Start, nachdem er 2009 verletzungsbedingt hatte absagen müssen. Kein Interesse an einem Massensprint haben auch die Italiener Filippo Pozzato (Katjuscha/San Remo-Sieger von 2006), Stefano Garzelli (Acqua & Sapone/Sieger von Tirreno-Adriatico), Alessandro Ballan (Lampre), der Belgier Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto) oder der Franzose Thomas Voeckler (Bbox Bouygues Telecom).
Dagegen steht allerdings die geballte Macht der Sprinter. Hier einen Top-Favoriten auszumachen fällt schwer. Hinter der Form von Titelverteidiger Mark Cavendish (HTC-Columbia) muss man ein dickes Fragezeichen setzen. Der Brite konnte zuletzt bei Tirreno-Adriatico nicht überzeugen und wartet weiter auf seinen ersten Saisonsieg. Kaum besser lief es beim „Rennen zwischen den Meeren“ für den zweifachen „Classicissima“-Gewinner Oscar Freire (Rabobank). Der Spanier, dem bisher drei Siege in dieser Saison gelangen, hatte bei Tirreno-Adriatico gesundheitliche Probleme, hofft aber, am Samstag wieder in Bestform zu sein.
Dagegen lief für den Belgier Tom Boonen (Quick Step) und den Italiener Daniele Bennati (Liquigas) die Vorbereitung nach Wunsch. Beide konnten jeweils eine Tirreno-Etappe gewinnen. Ohne Sieg beendete Bennatis Landsmann Alessandro Petacchi (Lampre) die Fernfahrt. Der 36-Jährige hat immer noch mit den Folgen eines Sturzes zu kämpfen, die auch seine Chancen für Mailand-San Remo schmälern dürften.
Wie Cavendish warten noch der Norweger Thor Hushovd (Cervélo TestTeam) und der US-Amerikaner Tyler Farrar (Garmin-Transitions) auf ihre ersten Saisonsiege. Hushovd, im vergangenen Jahr Dritter in San Remo, wird nach dem Ausfall von Heinrich Haussler die alleinige Kapitänsrolle beim Schweizer Zweitdivisionär übernehmen. Farrar, der sich selbst nicht zum Favoritenkreis zählt, wird sich die Führungsrolle vielleicht sogar mit dem Südafrikaner Robert Hunter teilen müssen. Nach seinem Sieg auf der letzten Etappe von Tirreno-Adriatico zählt dagegen Hushovds Landsmann Edvald Boasson Hagen zum engeren Favoritenkreis. Sein Sky-Team hat zudem mit dem Het Nieuwsblad-Gewinner Oscar Freire eine weitere Option. Der erfahrene Spanier ist immer für einen entschlossenen Ausreißversuch gut. Außenseiterchancen hat der Australier Allan Davis (Astana), der im Vorjahr Platz vier belegte.
Ohne große Chancen geht das geschwächte deutsche Milram-Team ins Rennen. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall der beiden Kapitäne Gerald Ciolek und Fabian Wegmann wäre eine Spitzenplatzierung eine Überraschung. Am ehesten kommen dafür noch Linus Gerdemann und Christian Knees in Frage. Gerdemann gewann den Auftakt von Tirreno-Adriatico, konnte aber wegen eines Magen-Darm-Infekts das Rennen nicht zu Ende fahren.
Die Teams: HTC Columbia, Ag2r, Astana, Caisse d’Epargne, Euskaltel, Française des Jeux, Garmin – Transitions, Lampre, Liquigas, Omega Pharma – Lotto, Quick Step, Rabobank, Sky, Katjuscha, Milram, RadioShack, Saxo Bank, Androni Giocattoli, Acqua & Sapone, Carmiooro NGC, BMC Racing, BBOX Bouygues Telecom, Cervélo Test Team, Colnago – CSF Inox, ISD
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