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17.12.2025 | (rsn) – Das “Vertragsjahr” begann zäh für Linda Riedmann (Visma - Lease a Bike). Nach einer verzögerten Vorbereitung und einem verspätetem Saisoneinstieg konnte sie bei ihrem ersten geplanten Jahreshöhepunkt, den Frühjahrsrennen, nicht performen wie gewünscht. Mit entsprechend gemischten Gefühlen sprach die 22-Jährige in ihrer Off-Season mit RSN über diese Zeit.
“Meine Saison ist nicht ganz so gestartet, wie ich es mir erhofft hatte”, blickte Riedmann auf den letzten Winter zurück. “Ich hatte Mitte November 2024 eine Gehirnerschütterung, mit der ich mehr oder weniger den ganzen Winter über zu tun hatte. Dazu kamen dann noch Rücken- und Knieprobleme, so dass ich erst Anfang Januar beschwerdefrei trainieren und damit spät Ende März in den Rennbetrieb einsteigen konnte - und das natürlich nicht mit der Form, die ich erwartet hatte”. ___STEADY_PAYWALL___
So startete sie ihre vierte Saison bei den Profis nicht bereits bei der Tour Down Under (2.WWT) in Australien, sondern erst auf flämischen Straßen bei Brügge-de Panne (1.WWT), wo sie das Ziel auf Rang 120 überquerte. “Das war eigentlich alles anders geplant. Ursprünglich wollte ich bei den Frühjahrsklassikern im Vergleich zum Vorjahr nochmal einen Schritt nach vorne machen. Ich bin zwar danach auch noch die Flandern-Rundfahrt (1.WWT) und Paris-Roubaix (1.WWT) gefahren; aber nicht, weil die Form gut war, sondern als Ersatz für ausgefallene Kolleginnen”, räumte sie ein.
Im Rahmen der Vier-Ländermeisterschaften in Österreich wurde Linda Riedmann (re.) Deutsche U23-Meisterin | Foto: Cor Vos
Im Mai kam die gebürtige Karbacherin dann besser in Schwung und konnte in ihrer Heimat bei der Main-Spessart-Rundfahrt (Bundesliga) ihren ersten Saisonsieg einfahren. Nach einem soliden weiteren Formaufbau mit Top-20-Ergebnissen in den Gesamtklassements der Tour of Norway (2.1) und Tour of Britain (2.WWT) räumte Riedmann daraufhin bei den Deutschen Meisterschaften mit dem Titel im U23-Straßenrennen - im Rahmen der 4-Länder-Meisterschaften in Österreich - und Platz zwei im U23-Zeitfahren in ihrer Altersklasse regelrecht ab.
“Im Zeitfahren hatte ich einen Top-Tag und mir die Strecke auch sehr gut eingeteilt; da bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Nicht hingegen mit meiner Leistung beim Straßenrennen der Elite einen Tag später”, ärgerte sie sich noch immer wenig über ihren 20. Platz in Linden. “Ich habe auch bis dato keine Ahnung, was da los war. Die Strecke war zwar nicht ideal für mich, aber auch nicht wirklich schlecht. Doch als es zum ersten Mal bergauf richtig schnell wurde, wurde ich schon abgestellt und bin dann letztendlich mit meiner Gruppe ins Ziel gefahren”, blickte sie nach wie vor leicht genervt zurück.
Die misslungene Vorbereitung und das mäßige Frühjahr hätten sie dann auch um die Teilnahme an einer Grand Tour gebracht, so Riedmann. “Ich hatte schon gehofft, dass ich zumindest eine große Landesrundfahrt bestreiten könnte, aber bei der Entscheidung des Teams, wer den besten Job für unsere Leaderinnen machen könnte, war ich leider nicht dabei”, resümierte sie diese, für sie enttäuschende Phase der Saison.
Der Druck auf die Deutsche Bergmeisterin von 2024 wuchs danach an. “Ich wollte und musste mich 2025 beweisen und mich weiterentwickeln, hatte aber die ersten Monate das Gefühl, einen Rückschritt zu machen." Und auch die Gespräche mit dem Team über ihre weitere Zukunft liefen nicht wie erhofft. “Ich habe schnell gemerkt, dass beide Seiten da recht unterschiedliche Vorstellungen über meine Rolle in der Mannschaft haben. Ich möchte eine Siegfahrerin sein und davon gibt es im Team leider viele.”
Statt bei einer Grand Tour zu starten, fuhr Riedmann die Tour of Norway | Foto: Cor Vos
Auf eigene Rechnung konnte Riedmann dann bei Tour de l'Avenir fahren. Hier wurde sie 24. im Gesamtklassement und Zweite der Punktewertung hinter der Französin Cèlia Gery, der sie auch auf der 3. Etappe unterlegen war. Im Trikot der Nationalmannschaft war Riedmann mit einer freien Rolle ins Rennen gegangen; zunächst eine Umstellung für die Frau, deren Aufgaben bei Visma hauptsächlich im Sprintzug lagen, meinte sie. “Im Vergleich zu den Jahren zuvor lagen mir die Etappen und ich hatte mir besonders die Dritte herausgesucht."
Als sie dann von ihrer U23-Nominierung für die WM in Ruanda erfuhr, war sie doch recht überrascht. “Damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet, da German Cycling im Vorfeld nur wenige Startplätze in Aussicht gestellt hatte. Dann kam ein Anruf von Lisa Brennauer (U23-Bundestrainerin) im August, als ich gerade im Höhentrainingslager war. Da war ich dann erstmal mega happy”. Nachdem sie das Zeitfahren mit einem für sie unbefriedigendem 29. Platz abschloss, zeigte Riedmann ein überzeugendes Straßenrennen, bei dem sie sogar lange Zeit auf Medaillenkurs lag und letztlich Zehnte wurde.
“Als ich in der vorletzten Runde am Kopfsteinpflasterberg mit den ersten fünf bis sechs Fahrerinnen rübergekommen bin, hatte ich schon die Hoffnung, ums Podium mitfahren zu können. Am letzten Pflasteranstieg vor dem Ziel hat es mir dann den Stecker gezogen. Da hatte ich mir doch mehr erhofft, zumal ich mich in der Runde davor noch ganz gut gefühlt hatte”, gab sie rückblickend zu.
Riedmanns mutige Soloflucht bei der EM wurde nicht belohnt. | Foto: Cor Vos
Platz zehn im Endergebnis ermutigte Riedmann dann aber zu einer noch couragierten Fahrweise bei der kurz darauf stattfindenden Straßen-EM in der Ardèche . “Bei dem Streckenverlauf geht ein fünfter Platz voll in Ordnung”, erzählte sie mit etwas Abstand. Schaut man genauer auf den Verlauf des Rennens, hätte Riedmann aber auch durchaus U23-Europameistern werden können. “Ich hatte genau an der Stelle attackiert, die ich mir vorgenommen hatte und konnte mich mit einer Französin absetzen. Auf der langen Abfahrt konnte ich diese dann abhängen und hatte auf den letzten eineinhalb Runden des Stadtkurses noch 1:40 Minuten Vorsprung. Ich wurde dann aber am finalen Berg von einer Vierergruppe gestellt und konnte so zum Schluss nur noch um Platz fünf sprinten”, analysierte sie.
Künftig soll es mehr Erfolge geben, womit sie abschließend auch ihre Entscheidung begründete, Visma - Lease a Bike nach der Saison zu verlassen. “Im Team konnte ich nie für mich selbst fahren. Ich möchte aber den nächsten Schritt machen und auch Klassikerrennen gewinnen. Wenn ich weiter bei Visma geblieben wäre, hätte ich dazu kaum Chancen gehabt. Deshalb habe ich mich entschieden, in eine Mannschaft zu wechseln, die an mich als Leaderin glaubt und mir vertraut und In der ich jedes Wochenende das Finale fahren kann und mich nicht mehr 50 Kilometer vor dem Ziel verabschieden muss", sagte Riedmann.
Am 10. Dezember wurde nun offiziell bekanntgegeben, dass sie im kommenden Jahr für das fusionierte ProTeam Lotto-Intermarché fahren wird. Bei der belgischen Equipe, zu deren Aufgebot mit Lea Lin Teutenberg eine zweite Deutsche gehört, hat sie zunächst für ein Jahr unterschrieben.
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