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28.12.2025 | (rsn) – Sie war die fleißigste Punkte- und Ergebnissammlerin des Frauenradsports in den ersten zweieinhalb Monaten der Saison 2025: Als das Peloton aus Italien von Mailand-Sanremo zurück nach Belgien reiste und bis Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) dann in De Panne und Wevelgem zwei weitere Sprintsiege feiern konnte, hatte niemand mehr UCI-Punkte gesammelt als Noemi Rüegg (EF Education – Oatly).
Die da noch 23-jährige Schweizerin gewann gleich zu Saisonbeginn die Tour Down Under (2.WWT), wurde zwei Wochen später Dritte des Cadel Evans Race (1.WWT), fuhr bei Strade Bianche (1.WWT) auf Rang neun und bei der Trofeo Alfredo Binda (1.WWT) auf den sechsten Platz. Bei Mailand-Sanremo (1.WWT) schließlich landete sie hinter Wiebes und Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) auf dem dritten Podestplatz.
Schon Mitte März war daher klar: Die Saison 2025 konnte für Rüegg gar nicht mehr zu einer schlechten werden. "Ich bin sehr, sehr zufrieden mit der Saison, konnte mich sehr steigern im Vergleich zum Vorjahr", sagte Rüegg daher nun auch im Rückblick zu radsport-news.com. "Ich hatte natürlich schon einen super Einstieg mi der Tour Down Under und danach die Klassiker gingen auch besser, als erwartet – mit dem Sanremo-Podium und so weiter. Ich war eigentlich fast immer in den Top Ten." ___STEADY_PAYWALL___
Schon 2024 gewann Rüegg bei der Mallorca Challenge in Colonia de Sant Jordi ihr erstes Saisonrennen. 2025 nun dauerte es nur bis zum zweiten Renntag, bis sie am Willunga Hill auf der 2. Etappe der Tour Down Under triumphierte und das Führungstrikot eroberte, das sie auch tagsdrauf nicht mehr abgab.
Noemi Rüegg bejubelt ihren Sensationssieg am Willunga Hill bei der Tour Down Under 2025. | Foto: Cor Vos
"Das war wirklich einzigartig. Der Sieg kam recht unerwartet, denn ich bin zwar schon mit großen Ambitionen angereist. Aber beim ersten Rennen ist es schwer abzuschätzen, wie gut man in Form ist. Da war das schon ein Riesenhighlight, das mir für die ganze Saison Selbstvertrauen gegeben hat", blickte Rüegg auf ihren furiosen Start in Australien zurück. "Ich glaube der Saisonstart liegt mir, und dieses Jahr konnte ich auch eine Konstanz danach beweisen. So wurde auch Sanremo, ein großes Ziel für mich in diesem Jahr, mit dem Podium zu einem großen Highlight."
Allerdings wurde Rüeggs Höhenflug am 23. April abrupt gestoppt. Beim Flèche Wallonne, gerade vier Tage nach ihrem 24. Geburtstag, stürzte sie in der Abfahrt von der Cote de Cherave auf dem Weg zur ersten Passage der Mur de Huy über eine vor ihr zu Boden gegangene Kontrahentin: Schlüsselbeinbruch.
"Das kam zu einem doofen Zeitpunkt. Ich war ja wirklich sehr gut in Form im Frühjahr und hatte große Ambitionen auch noch für Liege (Lüttich-Bastogne-Lüttich) und die Vuelta", so Rüegg, die nach dem Sturz zunächst wieder aufs Rad gestiegen war. "Ich bin weitergefahren, habe aber dann natürlich schnell gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Deshalb bin ich dann in Huy zum Teambus abgebogen."
Das tolle Frühjahr endete für sie also schmerzhaft, doch Rüegg versuchte dem im Nachhinein nun auch etwas Positives abzugewinnen. "Ich konnte mich recht gut fangen und vielleicht war es auch gar nicht so schlecht, dass ich da eine Pause bekommen habe. Denn so bin ich dann wirklich stark wieder zurückgekommen bei der Tour de Suisse", meinte sie.
Rüegg auf dem Podium bei Mailand-Sanremo als Drittplatzierte neben Siegerin Lorena Wibes (Bildmitte) und Marianne Vos (links). | Foto: Cor Vos
Bei ihrer Heimat-Rundfahrt im Juni fuhr sie auf den ersten drei Etappen auf die Plätze sechs, acht und drei und rutschte erst am Schlusstag aus den Top Ten der Gesamtwertung heraus. Ende Juni musste sie in Fischingen dann ihr Schweizer Meistertrikot an Steffi Häberlin (SD Worx – Protime) weiterreichen, aber der Blick war bereits voraus auf die Tour de France gerichtet.Â
Dafür absolvierte Rüegg im Juli ein Höhentrainingslager in Andorra, doch die Vorbereitung auf die wichtigste Rundfahrt der Saison verlief nicht wirklich gut. Und so wurde ausgerechnet die 'Grand Boucle' dann auch zur sportlich größten Enttäuschung der Saison.
"Das war schon ein 'Lowlight', denn da habe ich mir etwas mehr erhofft. Aber in der Vorbereitung hat einiges nicht so gepasst, auch mit meinem Höhentrainingslager. Es war einfach alles ein bisschen harzig, und ich habe mich die ganze Tour-Woche nie so richtig wie ich selbst gefühlt, war immer auf der Suche nach einem guten Gefühlt. Das war rückblickend so das schlechteste Rennen in meiner Saison", so die Schweizerin.
Doch der unglückliche Sommer war nach dem Ende der Frankreich-Rundfahrt noch nicht vorbei. Denn nur zwölf Tage später folgte die nächste große Enttäuschung, als Rüeggs EF-Team zu jenen Mannschaften gehörten, die vor dem Start der Tour de Romandie von der UCI-Jury wegen eines Machtkampfes zwischen Weltverband und Teamverantwortlichen ausgeschlossen wurden. "Ich hatte mich auf die Romandie eigentlich mega gefreut. Desahlb war das auch echt schade", so Rüegg, die anchließend auch beim Classic Lorient Agglomeration (1.WWT) in Plouay noch stürzte und aufgeben musste.
Bitter: Nach einer bärenstarken Leistung im Mixed Relay verpasste die Schweiz um Noemi Rüegg (rechts) und Marlen Reusser (links) den Titel wohl nur aufgrund eines Defekts. | Foto: Cor Vos
Auf das Über-Frühjahr folgte also ein Sommer zum Vergessen. Doch Rüegg konnte das Blatt im Herbst noch einmal wenden. Und auch wenn in Ruanda bei den Weltmeisterschaften sowie in Frankreich bei den Europameisterschaften nicht alles perfekt glatt lief, so verabschiedete sie sich noch mit zwei Bronzemedaillen aus den jeweiligen Mixed-Staffeln und zwei 20. Plätzen aus den beiden Straßenrennen – vor allem bei der WM als sehr starke Teamplayerin im Dienst von Marlen Reusser und Elise Chabbey – sowie schließlich einem dritten Platz bei Tre Valli Varesine (1.Pro) sehr gut aus der Saison.
"Die WM-Vorbereitung ist uns wirklich gut gelungen", blickte Rüegg auf das Höhencamp mit dem Schweizer Nationalteam im September zurück, aus dem die ganze Mannschaft bärenstark herauskam. In Kigali bei den Weltmeisterschaften wirkte die Frauen-Nationalmannschaft mit dem weißen Kreuz auf der Brust wie das klar stärkste Team – über alle Rennen hinweg.
"Ich war dort in einer sehr guten Form und es hat echt nicht viel gefehlt, dass wir dort als Team etwas ganz Großes hätten zeigen können – mit dem Teamzeitfahren sowieso, das tut immer noch ein bisschen weh", so Rüegg mit Blick auf das abgefahrene Schaltwerk an Reussers Rad während der Mixed Staffel. Der Defekt kostete die Schweiz den sonst wohl sicheren WM-Titel.Â
"Und auch im Straßenrennen haben wir eigentlich alles richtig gemacht, sind genau nach Plan gefahren und zum Schluss hat es halt nicht ganz gereicht", so Rüegg, die als Teil früher Gruppen wichtige Vorarbeit für Chabbey und Reusser geleistet hatte, bevor die in der Schlussrunde um die Medaillen fuhren – mit Platz vier und neun als der schieren Power nicht wirklich entsprechenden Ergebnissen für Swiss Cycling.
Im WM-Straßenrennen von Kigali war Rüegg (vorne) einer der größten Aktivposten. | Foto: Cor Vos
2026 in Montreal dürften die Schweizerinnen, die schon im Dezember ein Nationalteam-Trainingslager in der Toskana abhielten, wieder zu den Favoritinnen gehören. Darauf freut sich Rüegg schon jetzt. Denn auch in Kanada will sie wieder mit von der Partie sein und auch insgesamt plant sie mit einem fast identischen Rennprogramm wie 2025.
Losgehen soll es erneut bei der Tour Down Under in Australien. Im März warten wieder Strade Bianche, Trofeo Alfredo Binda und Mailand-Sanremo, bevor es im April mit der Flandern-Rundfahrt, den Ardennnen-Klassikern und im Mai schließlich der Vuelta a Espana weitergeht. Und im Sommer will sie bei der Tour de France diesmal auftrumpfen.
"Die Tour ist dieses Jahr natürlich ein besonders großes Ziel – gerade weil die ersten zwei Tage in der Schweiz stattfinden und mir vom Kurs her auch ziemlich gut entgegenkommen. Das wird sicher ein großes Highlight", so Rüegg, die in Lausanne und Genf mit ihren Fähigkeiten als sehr endschnelle Hügelspezialistin sogar vom Gelben Trikot träumen könnte. "Wenn alles klappt, warum nicht?"
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