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27.12.2025 | (rsn) – Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM – zondacrypto) hatte hohe Erwartungen an ihre dritte WorldTour-Saison, wie sie es RSN noch im März dieses Jahres anlässlich eines langen Interviews zu verstehen gab. Auch wenn ihr der erhoffte große Wurf hinsichtlich eines Podiumsplatzes beim Giro d’Italia (2.WWT) letztendlich verwehrt blieb, blickte die ehemalige Ski-Bergsteigerin mit sich im Reinen auf die vergangenen Monate zurück.
“Im Großen und Ganzen kann ich ganz zufrieden mit meiner Saison sein. Ich konnte nochmals einen Schritt nach vorne machen und mich in meiner Leistungsentwicklung weiter steigern“, hob sie zunächst die positiven Aspekte in ihrer Bilanz hervor. Um nahtlos anschließen zu lassen, dass sie sich mit Blick auf ihre Resultate deutlich mehr auf der Habenseite erhofft hatte. “Ich hatte mir tatsächlich mehr vordere Platzierungen gewünscht, muss aber eingestehen, welchen Schritt der Frauen-Profiradsport in diesem Jahr nochmals gemacht hat. Die Leistungsdichte ist dermaßen hoch, dass ich, besonders in meinem jungen Alter, nicht zu selbstkritisch mit mir sein darf“, versuchte sie zu relativieren. ___STEADY_PAYWALL___
Auch wenn die großen Ziele verpasst wurden, hatte Antonia Niedermaier eine starke Saison. | Foto: Cor Vos
Die erst 22-Jährige startete Anfang Februar mit der UAE Tour (2.WWT) so früh wie noch nie in den Rennbetrieb. Und obwohl ihr mit dem siebenten Platz in der Gesamtwertung und dem Gewinn des Nachwuchstrikots ein Einstand nach Maß gelang, werden sie und die Rundfahrt in den Emiraten keine Freunde werden. “Da ist einfach zu viel Windkante, das ist nichts für mich“, musste sie auch im Nachhinein noch lachen. Deutlich wohler fühlte sich die Bergfahrerin bei hügeligen Eintagesrennen, wie sie mit einer starken Vorstellung bei ihrer ersten Teilnahme bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.WWT) unter Beweis stellte. Niedermaier beendete den schweren Ardennenklassiker in prominenter Gesellschaft der späteren Tour-Siegerin Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike) auf dem 14. Platz.
Über den “spanischen Block“ – Navarra Classic (1.Pro / 23. Platz), Itzulia Women (2.WWT / 8. Platz Gesamtwertung) und Vuelta a Burgos (2.WWT / DNF wegen Erkrankung) und ein anschließendes Höhentrainingslager in Tirol ging es dann für den letzten Feinschliff in der Vorbereitung auf den Giro d’Italia zu den Deutschen Meisterschaften. Lediglich die neue Deutsche Straßenmeisterin Franziska Koch (FDJ United – Suez) verhinderte dort ein Doppel-Gold von Niedermaier, nachdem diese am Tag vor dem Straßenrennen überlegen Deutsche Zeitfahrmeisterin geworden war – erstmals in der Eliteklasse. Am Ende eines klassischen Ausscheidungsfahrens auf einem anspruchsvollen Parcours in Linden überquerte sie 14 Sekunden nach Koch als Zweite die Ziellinie und meinte rückblickend: “Ich wusste, dass Franzi an den kurzen Anstiegen einen kleinen Vorteil hat und habe zusätzlich noch meine Beine vom Vortag gespürt. Aber keine Ausreden, Franzi war bärenstark und an diesem Tag einfach die Beste“.
In überlegener Manier wurde Niedermaier Deutsche Zeitfahrmeisterin. | Foto: Cor Vos
Als Beste, ganz oben auf dem Podium, wollte Niedermaier ursprünglich den Giro beenden. Erstmalig bei einer Grand Tour erhielt sie von der Teamleitung volle Rückendeckung, indem sie als Leaderin in die Rundfahrt geschickt wurde. “Der Giro in diesem Jahr war extrem hart mit einem äußerst anspruchsvollen Kurs, auf dem es "keine einfache Etappe" gab.
"Der einzig flache Tag war der, als die Windkante ging, die wir ja bekanntlich leider verschlafen haben. Das hat mich in der Endabrechnung dann den einen oder anderen Platz gekostet“, analysierte sie, warum es unterm Strich nicht zu einem Podiumsplatz gereicht hat. Trotz dessen stand am Ende mit Rang fünf im Gesamtklassement ihre bis dato beste Platzierung bei der Italien-Rundfahrt zu Buche, gekrönt durch die Auszeichnung zum Gewinn der Nachwuchswertung.
Ein Machtkampf um GPS-Trackingsysteme zwischen der UCI und einigen WorldTeams zum Start der Tour de Romandie Feminin (2.WWT) kostete Niedermaier dann im Verlauf ihrer WM-Vorbereitung wichtige Rennkilometer. Stunden im Rennsattel, die ihr definitiv gefehlt hätten, wie sie im Nachgang bestätigte. “Die Tour de Romandie war mein letztes wichtiges Vorbereitungsrennen für die WM und dort nicht starten zu können, hat ein richtiges Loch gerissen. Ein Höhentrainingslager als Ersatz wäre zu kurzfristig gewesen und ich war wirklich in einer schwierigen Lage“, schilderte sie die Konsequenzen der Disqualifikation ihres Teams. “Ich habe dann versucht, die Situation durch Training bestmöglich zu kompensieren. Aber das kann natürlich keine Rennen ersetzen.“
Die Giro-Etappensiegerin von 2023 bei der Tour de Romandie des Vorjahres | Foto: Cor Vos
Denkbar ungünstige Voraussetzungen also, denen sich Niedermaier ausgesetzt sah, als sie zu ihrem zweiten Saisonhighlight, der Straßen-WM in Ruanda, aufbrach. Innerhalb von sieben Tagen musste die gebürtige Rosenheimerin dort drei Rennen unter klimatisch extrem fordernden Bedingungen bestreiten. “Das war schon ein toughes Programm“, meinte sie dann auch. “Das Einzelzeitfahren (6. Platz) war echt hart, da habe ich die Veränderung der Umgebungsbedingungen am meisten zu spüren bekommen“, erinnerte sie sich.
“Beim Mixed-Relay (5. Platz) habe ich mich dann ganz gut gefühlt und zum Straßenrennen kann ich nur sagen: Ich bin noch nie so einen harten Kurs gefahren!“ Dass sie sich auf einmal in der Spitzengruppe wiederfand, sei taktisch im Vorfeld nicht geplant gewesen. “Das war schon ein komisches Rennen, unsere Gruppe war auch gar nicht durch eine Attacke entstanden“, wunderte sie sich immer noch ein wenig über den Rennverlauf in Kigali.
Zu ihrer eigenen Überraschung wurde diese Gruppe von den Verfolgerinnen bis Rennende nicht mehr gestellt. Ein ideales Szenario also für die junge Deutsche, um sich den Traum von einer WM-Medaille erfüllen zu können. Wären da nicht die gesundheitlichen Probleme in der letzten Rennstunde gewesen. “Da habe ich Bauchkrämpfe bekommen, konnte nicht mehr mitfahren und bin am Ende auf Platz sechs alleine ins Ziel getrudelt.“
Bei den unmittelbar darauf stattfindenden Europameisterschaften ging Niedermaier dann krank ins Straßenrennen. Dennoch konnte sie eine weitere Top-Ten Platzierung einfahren und beendete das Rennen auf dem achten Platz.
Bis zur letzten Rennstunde war Niedermaier beim WM-Straßenrennen in Kigali noch auf Medaillenkurs. | Foto: Cor Vos
Niedermaier weiß inzwischen um ihren Wert für die Mannschaft. Mit 1106 eingefahrenen UCI-Punkten rangierte sie hinter Kasia Niewiadoma und Chiara Consonni an Position drei im teaminternen Ranking und kann dementsprechend selbstbewusst auf das kommende Jahr schauen. Hier möchte sie laut eigener Aussage zunächst mehr Augenmerk auf die Frühjahrsklassiker legen, um dann hoffentlich vom Team die Möglichkeit zur erhalten, bei ihrer ersten Tour de France Femmes (2.WWT) am Start zu stehen.
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