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22.06.2024 | (rsn) – Sie war die große Unbekannte im Straßenrennen der Frauen bei den Deutschen Meisterschaften in Bad Dürrheim: Rosa Klöser (Maap – Rose). 20 Tage nach ihrem Sieg beim Gravel-Klassiker Unbound im US-Bundesstaat Kansas hat die 27-Jährige ihr Debüt bei einer Straßen-DM gegeben und 72 Kilometer vor dem Ziel in der steilen Rampe von Aasen auch den Sprung in die entscheidende zehnköpfige Selektion des Tages geschafft.
Dort mischte sie munter mit, bis 15 Kilometer vor Schluss das Rennen durch eine Attacke von Titelverteidigerin Liane Lippert (Movistar) endgültig explodierte. 2:58 Minuten nach Siegerin Franziska Koch (dsm-firmenich – PostNL) kam Klöser als Neunte ins Ziel und sorgte doch für einiges Staunen bei der Konkurrenz.
Während Leonie Laubig (Primeau Vélo – Groupa Abadie), die Zweite nicht für ein Top-Team fahrende Vertreterin in der Favoritinnengruppe, einigen der WorldTour-Asse bereits bekannt war, weil sie immerhin im Vorjahr ebenfalls DM-Zehnte wurde und bei der Burgos-Rundfahrt auch schon in der WorldTour unterwegs war, kannte die 27-jährige Klöser an der Spitze des Rennens wohl kaum jemand. ___STEADY_PAYWALL___
"Die eine oder andere kannte meinen Namen, aber ich glaube die meisten – gerade die WorldTour-Pros – kannten mich nicht. Aber das ist auch nicht verwerflich, gerade weil ich noch nicht viel auf der Straße gefahren bin", sagte Klöser radsport-news.com nach dem Rennen und lag mit dieser Einschätzung richtig, wie Koch auf der Siegerinnen-Pressekonferenz bestätigte:
"Ich dachte mir: Alle hier sind WorldTour-Fahrerinnen bis auf die Beiden. Das ist doch schon mal schön für sie. Um ehrlich zu sein, kannte ich sie nicht", gab die neue Deutsche Meisterin zu. Und als RSN sie aufklärte, dass Klöser vor drei Wochen das Unbound Gravel gewonnen hatte, ging Koch ein Licht auf. "Aaaahh, okay! Ich wusste, dass Unbound eine Deutsche gewonnen hat. Aber ich hätte sie jetzt nicht mit Namen gekannt."
Ähnlich ging es auch sämtlichen Pressevertretenden vor Ort in Bad Dürrheim. Während Klöser spätestens seit ihrem Sieg Anfang Juni in Emporia in der Gravel-Szene eine Berühmtheit ist, ist die in Kopenhagen lebende Doktorandin in der breiteren deutschen Sport-Öffentlichkeit bislang kaum bekannt.
Das zeigt einerseits, dass die neue UCI-Disziplin jenseits der stets von Straßen-Profis besuchten Gravel-Weltmeisterschaften noch um ihr Standing kämpft. Andererseits aber bewies Klöser, dass nicht nur Ex-Straßenfahrer auf dem Schotter ihren zweiten Frühling erleben können, sondern auch anders herum aus dem Gravelsport interessante Fahrerinnen für das Straßen-Peloton hervorgehen können.
"Es ist nicht akut ein Disziplinwechsel geplant, aber ich finde es auf jeden Fall cool, die Disziplinen zwischendurch zu mischen", erklärte Klöser im Ziel. "Ich glaube, ich könnte noch ein paar VO2-Einheiten brauchen, um ganz vorne ums Podium zu kämpfen. Aber es hat auf jeden Fall mega Bock gemacht. Es ist einfach etwas ganz Anderes: Bei der Straße gibt es immer auch diese intensiven, fast intervallartigen Phasen. Und beim Gravel ist es eben den ganzen Tag Vollgas und dann noch mal die doppelte Distanz."
Rosa Klöser (Maap - Rose) in der zehnköpfigen Spitzengruppe bei der DM 2024. | Foto: Hennes Roth
Gerade die Spitzigkeit, an den Anstiegen auf die harten Attacken der Konkurrenz zu reagieren, fehlt der 27-Jährigen, die erst vor knapp drei Jahren überhaupt mit dem Radsport begonnen hat, noch. Das sah man im Rennen auch – und letztlich spielte ihr der Rennverlauf da auch in die Karten. Denn so richtig hart angetreten wurde eigentlich nur zwei Mal: bei der ersten Selektion 72 Kilometer vor Schluss und beim Angriff von Lippert, Koch und Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) am vorletzten Anstieg 15 Kilometer vor dem Ziel. Doch dass die bei Geilenkirchen an der niederländischen Grenze in Übach-Palenberg aufgewachsene Klöser grundsätzlich die Basis und den Motor hat, auch auf der Straße auf hohem Niveau mitzuhalten, deutete sich in Bad Dürrheim auf jeden Fall an.
"Am Ende hat es 'nur' für einen neunten Platz, also die Top 10 gereicht. Als Liane am letzten Berg attackiert hat, waren mir die hinteren Oberschenkel zu. Aber ich darf zufrieden sein, denke ich, für eine erste Straßen-Meisterschaft. Ich glaube, wir haben die Gravel-Community ganz gut repräsentiert", grinste Klöser im Ziel. "Ich habe mich gefreut, vorne mit dabei zu sein. Es war auf jeden Fall cool mit den Mädels! Wir haben gut zusammengearbeitet und ein gutes Tempo gemacht."
Nach zwei sehr geschäftigen Monaten auf dem Rad – vor Unbound wurde Klöser im Mai bereits Dritte beim Traka 200, einem ebenfalls prestigeträchtigen Gravel-Event in Spanien, sowie Zweite beim deutschen Lauf zur UCI Gravel World Series in Aachen und vor einer Woche noch mal Zweite beim Gravel World Series-Rennen im französischen Millau, das Carolin Schiff (Canyon Cllctv) gewonnen hat – legt Klöser nun eine kleine Pause ein. Schließlich gilt es auch ihre Doktorarbeit zur 'Dekarbonisierung der globalen Schifffahrt' voranzutreiben.
Doch wenn Klöser das nächste Mal bei einem Straßenrennen auftritt, werden zumindest die Deutschen im Peloton nun wohl alle wissen, wer die Frau in Lila-Grau ist.
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