RSNplus“Kenne den Feldberg in- und auswendig“

Rutsch will sich den “Aha-Moment“ bei Eschborn-Frankfurt holen

Von Joachim Logisch

Foto zu dem Text "Rutsch will sich den “Aha-Moment“ bei Eschborn-Frankfurt holen"
Joans Rutsch beim Start der Deutschland Tour 2022 in Weimar. | Foto: Cor Vos

01.04.2023  |  (rsn) - Seit seinem U23-Sieg bei Gent-Wevelgem vor vier Jahren hat Jonas Rutsch (EF Education – EasyPost) kein Rennen mehr gewonnen. Nach seinen starken Helferleistungen in diesem Frühjahr geht der Odenwälder am 1. Mai aber motiviert in den deutschen Klassiker Eschborn-Frankfurt.

"Mein Team weiß, dass es mein Heimrennen ist, das ich es sehr mag, und dass mir die Strecke entgegenkommt. Wenn ich die Chance habe, das Rennen zu gewinnen oder ein richtig gutes Ergebnis einzufahren, dann muss ich sie dieses Jahr nutzen. Die Strecke gibt das her", sagte Rutsch im Rahmen der Pressekonferenz.

Jonas Rutsch (EF Education – EasyPost) sorgte bei der Flandern-Rundfahrt in einer Ausreißergruppe für Tempo. | Foto: Cor Vos

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Obwohl er 1,97 Meter groß und knapp 80 Kilogramm schwer ist, zeigte Rutsch sich überzeugt, dass ihm die verschärfte Strecke mit zwei Feldberg-Überquerungen entgegenkommt. "Ich kenne hier jeden Stock und Stein, weil ich hier oft trainiert habe. Ich glaube, dass viele Teams unterschätzen werden, wie sehr es die Strecke in sich hat", so der gebürtige Erbacher, der vier Jahre in Wiesbaden nahe am Kurs gewohnt hat. "Ich kenne auch den Feldberg in- und auswendig und weiß genau, wo ich pacen muss", fügte Rutsch an.

Während der Feldberg in der ersten Taunusrunde von Oberursel aus erklommen werden muss, führt die zweite Passage nun entgegengesetzt, ausgehend vom Mammolshainer Stich über die Billtalhöhe, auf Frankfurts 881 Meter hohen Hausberg hinauf. Um sich alles noch mal genau einzuprägen, fuhr Rutsch die neue Passage noch einmal ab, wie er radsport-news.com verriet.

"Ich werde vielleicht nicht mit den Besten über den Berg kommen, aber bis ins Ziel sind es noch 80 Kilometer", zeigte er sich zuversichtlich, dass er auf dem Weg zur Alten Oper im Zentrum der Mainmetropole wieder aufschließen zu können, um dann seinerseits eine Attacke zu setzen.

Am Ende belegte Rutsch bei der Ronde Platz 29. | Foto: Cor Vos

Obwohl Rutsch als nur einer von fünf Profis alle sechs belgischen Klassiker bestritt, glaubt "die Ziege", wie er früher auch wegen seiner Zähigkeit von seinen Teamkollegen genannt wurde, dass ihm dabei die Kraft nicht ausgehen wird. "Ich bin so ziemlich alles gefahren, was in Belgien so rumflog. Das war schon kräftezehrend. Ich bin aber auf jeden Fall voll erholt. Ich habe etwas rausgenommen und danach einen kleinen Aufbau in Richtung Frankfurt absolviert. Ob ich in Topform bin, werden wir am 1. Mai sehen. Die Strecke wird es definitiv fordern", betonte Rutsch.

Zwei Kämpfer an der Spitze: Rutsch nutzt den Windschatten von Nils Politt (Bora - hansgrohe). | Foto: Cor Vos

Besondere Motivation holt er sich aus dem letzten Jahr, als er wie gewohnt offensiv fuhr und einige Akzente setzen konnte."Ich musste damals zwar auf die Zähne beißen. Als ich aber die Attacke den Mammolshainer hochgefahren bin und alle schrien, habe ich Gänsehaut bekommen. Das war schon sehr emotional."

Mit seinem Frühjahr ist Rutsch zufrieden, obwohl er sich bei Paris-Roubaix etwas mehr ausgerechnet hatte. Doch nach zwei Defekten und 30 Kilometer auf dem Rad eines Teamkollegen war er chancenlos. "Ich denke, das Frühjahr war sehr konstant. Allerdings hat mir ein wenig der 'Aha-Moment' gefehlt", gab er zu. Den würde er sich jetzt am liebsten in Frankfurt holen.

Für Autogramme findet der Odenwälder immer Zeit. | Foto: Cor Vos

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