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Afrikanische Fahrer als “Kameltreiber“ bezeichnet

Moster sorgt mit rassistischer Entgleisung für Olympia-Eklat

Foto zu dem Text "Moster sorgt mit rassistischer Entgleisung für Olympia-Eklat"
Die Olympischen Ringe | Foto: Cor Vos

28.07.2021  |  (rsn) - Das 44,2 Kilometer lange Olympische Zeitfahren brachte für das deutsche Duo Maximilian Schachmann und Nikias Arndt die Plätze 15 und 19. Doch ihre sportlichen Leistungen wurden durch Patrick Moster in den Schatten gestellt. Der BDR-Sportdirektor sorgte für einen Eklat, als er einem Arndt bei dessen Rennen von der Strecke aus zweimal zurief, “die Kameltreiber“ vor ihm zu überholen.

Damit meinte der Funktionär im Diensten des Bundes Deutscher Radfahrer Azzedine Lagab aus Algerien und Amanuel Ghebreigzabhier aus Eritrea, die vor Arndt gestartet waren. Die Mikrofone der TV-Produktion fingen ein, wie Moster hinter seinem Fahrer herlief und rief: “Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber! Komm!“.

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Für seine rassistische Entgleisung bat Moster später gegenüber der Deutschen Presseagentur dpa um Entschuldigung: “Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren“, sagte der BDR-Sportdirektor.

ARD-Kommentator Nass: "Das ist unwürdig“

Auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, meldete sich im Deutschlandfunk zu Wort. “Das deutsche Team steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben. Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat. Wir werden noch heute das persönliche Gespräch mit ihm suchen“, kündigte Hörmann an.

Deutlich kritischer fiel der Kommentar von Florian Nass aus. “Wenn ich das so richtig verstanden habe, was er da gerufen hat, dann war das total daneben. Da fehlen mir die Worte“, sagte der ARD-Sportreporter in der Live-Übertragung. “So etwas hat im Sport überhaupt nichts verloren. Das ist absolut unterirdisch. Pardon, da fällt mir nichts ein. Und dessen muss man sich bewusst sein, wenn man an einem internationalen Rennen teilnimmt, bei dem Kameras und Mikrofone aufgestellt sind. Das ist unwürdig“, so Nass.

BDR-Präsident Rudolf Scharping nannte die Mosters Wortwahl "nicht akzeptabel. Wir werden darüber nach den Olympischen Spielen sprechen und dabei die Entschuldigung von Moster auch in die Bewertung einbeziehen, sowie den besonderen Stress, dem das deutsche Männer-Team Straße ausgesetzt war.“ Damit spielte Scharping auf den positiven Coronatest von Simon Geschke an, der sich seitdem in Quarantäne in einem Tokioter Hotel befindet. Die restlichen Mitglieder des deutschen Teams hatten eine unruhige Nacht. Emanuel Buchmann etwa wurde mehrfach getestet und konnte kaum schlafen, ehe er tagsdrauf doch zum Straßenrennen antreten durfte.

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