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15.06.2014 | (rsn) – Das Team Stölting kann auf ein perfektes Wochenende zurückblicken. Nachdem Max Werda in Polen bei der Tour of Malopolska (Kat. 2.2) zwei Etappensiege und den Gesamterfolg erringen konnte, zogen seine Teamkollegen am Sonntag bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Cottbus nach und feierten durch Max Walscheid und Phil Bauhaus einen Doppelerfolg.
„Wir haben schon jetzt das starke Jahr 2013 bestätigt und sogar noch übertroffen. Die Jungs haben sich den sportlichen Aufstieg in den ProContinental-Bereich redlich verdient. Sie sind die Zukunft des deutschen Radsports“, freute sich Mark Musebrink von der Stölting Service Group im Gespräch mit radsport-news.com.
Den Sieg in Cottbus errang der Gelsenkirchener Rennstall wie schon in Polen mit einer taktischen Meisterleistung im Finale. „Viele der Kontrahenten haben beim Sprint auf mich geachtet“, so Bauhaus nach dem Rennen zu radsport-news.com.
Verständlich, schließlich zeigte der Bocholter zuletzt beim Garmin Velothon, der Bayern-Rundfahrt und der Luxemburg-Rundfahrt mit Top-Ten-Ergebnissen starke Leistungen. „Deshalb haben wir im Vorhinein schon besprochen, dass Max Walscheid bei etwa 400 Metern vor dem Ziel seinen Sprint eröffnen sollte“, erklärte Bauhaus.
Teamchef Jochen Hahn ergänzte gegenüber radsport-news.com: „Ich wusste, dass Max so einen langen Sprint fahren kann. Überrascht hat mich aber, dass die Konkurrenz auf diesen Trick herangefallen ist.“ Die nämlich zögerte, als Walscheid antrat und gewährte dem Neuwieder zwei Tage nach dessen 21. Geburtstag einen Vorsprung, den er bis ins Ziel retten sollte.
„Ich selbst dachte vor dem Rennen, dass die 400 Meter etwas zu weit bis ins Ziel sein würden. Aber dass es geklappt hat zeigt auch, dass Jochen Hahn an mich geglaubt hat“, meinte Walscheid, der sich bei 200 Metern vor dem Ziel kurz umdrehte und eine große Lücke feststellte, zu radsport-news.com. „Da habe ich gedacht, dass es klappen könnte. Realisiert habe ich diesen Erfolg aber noch nicht. Es ist auf jeden Fall der wichtigste Sieg meiner Karriere und ich bin super happy“, sagte der neue Deutsche U23-Meister, der zuletzt schon zweifacher Etappensieger bei der Tour de Berlin war.
Bauhaus eröffnete schließlich seinen Sprint 200 Meter vor dem Ziel, und fuhr knapp hinter seinem Teamkollegen als Zweiter über den Zielstrich.
Doch nicht nur im Finale hatte das Team Stölting alles im Griff. In der 17 Fahrer starken Spitzengruppe waren mit Arne Egner und Lucas Liss gleich zwei Mann des Rennstalls aus Gelsenkirchen mit dabei. „Wir wollten das Rennen schwer machen. Das ist uns gelungen“, erklärte Bauhaus.
Und auch, als die Gruppe auf sechs Fahrer schrumpfte, waren Egner und Liss noch immer mit dabei. „Wäre die Gruppe durchgekommen, dann hätte Lucas beste Chancen auf den Sieg gehabt. So musste MLP Team Bergstraße schon alle Körner aufopfern, um die Gruppe fünf Kilometer vor dem Ziel zu stellen“, beschrieb Hahn das Finale.
Obwohl er im Sprint den Titel also knapp seinem Teamkollegen Walscheid überlassen musste, überwog bei Bauhaus die Freude. „Unser Ziel war es, dass wir unseren Titel verteidigen. Wer letztlich gewinnt, das war uns egal. Ob es Max und ich sein würde, das war Nebensache.“
Der 19-Jährige könnte seine Chance in zwei Wochen bekommen, denn da wird er ebenso wie sein Teamkollege Silvio Herklotz, dessen Nachfolge als U23-Meister Walscheid antrat, bei den Deutsche Profi-Meisterschaften im nordhessischen Baunatal antreten, wo ebenfalls ein sprinterfreundlicher Kurs befahren wird. „Mal schauen, was dort geht“, so Bauhaus, vor dem Duell mit den Sprint-Assen André Greipel (Lotto-Belisol), Marcel Kittel und John Degenkolb (beide Giant-Shimano).
In der jetzigen Verfassung ist dem Team Stölting zumindest zuzutrauen, die deutschen Weltklassesprinter etwas ärgern zu können.
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