RSN Rangliste, Platz 32: Andreas Klöden (RadioShack)

Vor Unglück kann man sich nicht schützen

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Vor Unglück kann man sich nicht schützen"
Andreas Klöden bei der Tour de France 2011 | Foto: ROTH

21.12.2011  |  (rsn) - Es hätte die Tour de France des Andreas Klöden werden können. Der RadioShack-Profi präsentierte sich zum Saisonhöhepunkt in Topform und war ein chancenreicher Anwärter auf das Podium der 98. Frankreich-Rundfahrt. Doch dann machte Klöden doppeltes Sturzpech einen Strich durch die Rechnung. Schließlich musste der 36-Jährige auf der 13. Etappe aufgeben.

"Es ist so schrecklich. Ich war in der Form meines Lebens – alles lief gut, aber du kannst dich nicht vor Unglück schützen: Zweimal bin ich wegen Fahrern vor mir, die zu viel riskiert haben, gestürzt", sagte Klöden nach seinem erzwungenen Ausstieg.

Erfolgreicher war der Routinier im Frühjahr gewesen. Nach dem fünften Gesamtrang bei der Algarve-Rundfahrt (Kat. 2.1) feierte Klöden bei Paris-Nizza seinen ersten Saisonerfolg. Bei der "Fahrt in die Sonne" gewann er die 5. Etappe, trug für einen Tag das Gelbe Trikot des Gesamtführenden und schloss die Rundfahrt hinter Tony Martin (HTC-Highroad) auf einem guten zweiten Platz ab. Einen weiteren Tagessieg sicherte sich Klöden beim Critérium International (Kat. 2.HC), wo er das abschließende Zeitfahren für sich entscheiden konnte.

Noch besser lief es im April bei der Baskenland-Rundfahrt. Im spanischen Norden fuhr Klöden auf gleich vier Etappen auf`s Podium. Mit seinen konstanten Lesitungen konnte sich der Rundfahrtspezialist auch den Gesamtsieg sichern - es war sein zweiter nach dem Jahr 2000.

"Es ist unglaublich, dass ich hier nach elf Jahren wieder gewinnen konnte“, freute sich Klöden, der seinen fünften und letzten Saisonerfolg im Zeitfahren des Giro del Trentino (Kat. 2.1) feiern konnte.

Nach dem vorzeitigen Tour-Aus nahm Klöden bei der Vuelta a Espana einen neuerlichen Anlauf. In der letzten großen Rundfahrt des Jahres sollte er als Helfer fungieren. Da seine Rückenverletzung aber noch nicht vollständig auskuriert war, musste Klöden unter Schmerzen auch in Spanien aufgeben - und zwar wieder auf der 13. Etappe.

"Die Rückenschmerzen waren nie ganz verschwunden und machten Andreas auch schon zu Beginn der Vuelta zu schaffen. Er hat gehofft, dass es sich bessert, aber das war überhaupt nicht der Fall", erklärte Teamsprecher Philippe Maertens damals gegenüber Radsport News.

Danach bestritt der zweimalige Tour-Zweite keine weiteren Rennen mehr, sondern kurierte seine Blessuren vollständig aus.

2012 wird Klöden für das fusionierte Team RadioShack-Nissan an den Start gehen. In der neu formierten Super-Mannschaft um die Brüder Schleck wird er wieder in den kleineren Rundfahrten seine Freiheiten bekommen. Bei der Tour de France wird er zu den wichtigsten Helfern der Schlecks gehören.  Klöden kann aber auch die Rolle als Joker übernhemen, kommen doch die beiden langen Zeitfahren seinen Stärken entgegen. In der Form der abgelaufenen Saison wäre dem Wahl-Schweizer jedenfalls viel zuzutrauen.

 

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