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13.12.2011 | (rsn) – Vom Amateur zum WorldTour-Fahrer – und das innerhalb einer Saison. Rüdiger Selig hat dieses Kunststück geschafft. Der Fahrer vom Team Jenatec krönte ein sehr erfolgreiches Jahr mit einem Profivertrag bei Katjuscha, dem künftig von Hans-Michael Holczer geführten russischen WorldTour-Rennstall.
Damit wurde auch die Prognose von Seligs Trainer Torsten Wittig wahr. „Vor etwa zwei Jahren sagte 'Wille' zu mir, dass ich 2012 Profi werden könne“, sagte Selig zu Radsport News.
Den Vertrag hat sich der Sprintspezialist redlich verdient, auch wenn Selig selbst nicht zu hundert Prozent mit seiner Saison zufrieden war. „Ich habe zu oft die Plätze zwei, drei und vor allem vier belegt. Es hat anfangs einfach ein Sieg gefehlt“, sagte er rückblickend.
Schon in der ersten Saisonhälfte fuhr der 22-Jährige mehrere Top-Ergebnisse ein. So wurde er im Mai bei der Premiere des ProRace Berlin (Kat. 1.1) beachtlicher Vierter. Seinen ersten Saisonsieg feierte er Anfang Juni bei der Tour de Berlin, einem prestigeträchtigen Mehretappenrennen der Klasse U23. Bei den Deutschen Meisterschaften in Neuwied mischte Selig im Straßenrennen der Profis ebenfalls vorne mit und wurde Neunter. Bei der polnischen Mazzovia-Tour (Kat. 2.2) trug der Berliner sogar für zwei Tage das Führungstrikot und beendete die Rundfahrt auf Rang zwei.
Angesichts dieser Erfolge wurde das Team Leopard-Trek auf Selig aufmerksam und verpflichtete den schnellen Deutschen als Stagiaire. Bei der Star-Equipe aus Luxemburg fand sich Selig schnell zurecht und holte einen dritten Etappenrang beim Circuit Franco Belge (Kat. 2.1), den er zudem auf Platz acht beendete. Eine Woche zuvor hatte er bei der WM in Kopenhagen im U23-Straßenrennen als Vierter eine Medaille knapp verpasst.
Der ganz große Coup gelang Selig Anfang Oktober, als er das Eintagesrennen Binche-Tournai-Binche (Kat. 1.1) gewann. „Gegen Ende der Saison kam ich ganz gut in Schwung und habe mit den Erfolgen bei der WM, beim Circuit Franco Belge und vor allem Binche-Tournai-Binche meine Erwartungen übertroffen“, so Selig, der ergänzte: „Bei der WM hätte ich mir eine Medaille gewünscht und ich wäre gerne U23-Meister auf der Straße geworden – aber der letzte Sieg hat für alles entschädigt.“
Selig machte sich lange Zeit auch Hoffnungen auf ein Engagement bei Leopard-Trek. Doch nach der Fusion mit RadioShack war für den Deutschen kein Platz mehr im Kader. Dafür stattete ihn Katjuscha mit einem Profivertrag aus.
„Ich möchte mich bei den Profis etablieren, meine Erwartungen erfüllen und mir einen Namen machen“, lauten Seligs Zielsetzungen für das erste Profijahr. Ganz einfach wird das nicht werden. „In erster Linie werde ich versuchen, so viel wie möglich zu lernen und für das Team zu arbeiten", fügte er der Katjuscha-Neuling deshalb an.
Sein neuer Sportlicher Leiter Torsten Schmidt traut Selig jedenfalls einiges zu. „Er hat schon mit seinem Sieg in Binche gezeigt, was er drauf hat. Wir wollen ihm nicht zu viel Druck machen, aber ich denke, er kann schon früh in der Saison ein paar gute Ergebnisse einfahren“, so Schmidt zu Radsport News.
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