Funkverbot in neuer Bundesligasaison

Thüringer Energie-Team: Titelverteidigung ohne "Mann im Ohr"?

19.03.2008  |  (rsn) - Der Klassiker Cottbus-Görlitz-Cottbus eröffnet am Ostermontag die neue Bundesligasaison. Dabei müssen sich alle Fahrer im Peloton auf eine Neuerung einstellen: Seit diesem Jahr herrscht in U23-Rennen Funkverbot. Das Thüringer Energie Team geht als Vorjahressieger der Gesamtwertung optimistisch ins erste Bundesligarennen, sieht aber andere Mannschaften in der Favoritenrolle.

„Wir haben in den letzten Rennen sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir uns im Feld finden und nah beieinander bleiben, damit die Fahrer kommunizieren können“, sagte der Sportliche Leiter Jens Lang mit Blick auf das Funkverbot. Der Weltverband UCI erhofft sich von dem Verbot, dass die U23-Rennen weniger von Taktik geprägt sind und die Eigenständigkeit der Sportler gefördert wird. „Die Guten werden sich trotzdem wieder durchsetzen. Daran ändert diese Regelung nichts. Man kann also nicht sagen, dass ein bestimmter Rennfahrertyp nun völlig untergeht. Für die Mannschaft ist eine Hierarchie wichtig. Einer muss im Rennen ansagen. Aber klar werde auch ich am Streckenrand oder vom Renndienstwagen aus, wenn sich jemand Flaschen holt, mit den Fahrern sprechen“, sagt Lang, der nun nicht mehr über als Mann im Ohr seine Fahrer vor gefährlichen Abfahrten, Fahrbahnverengungen oder Baustellen warnen kann: „Ich habe den Funk oft benutzt, um Streckeninformationen durchzugeben. Dieser Sicherheitsaspekt fehlt nun.“ Beim Bundesligaauftakt, dem 190 km langen Klassiker Cottbus-Görlitz-Cottbus, sieht Lang seine Fahrer nicht in der Favoritenrolle: „Es gibt mit dem Team Ista, das in Malaysia sehr früh in die Saison eingestiegen ist und dadurch schon mehr Rennhärte hat oder dem Team Lamonta mit Vorjahressieger Sebastian Forke und dem Deutschen Meister Dominic Klemme andere, die in der Pflicht stehen.“. Chancen auf dem flachen Kurs, der sehr windanfällig ist, rechnet sich das Thüringer Energie Team trotzdem aus, etwa durch Philipp Klein. Der Erfurter wurde am Sonntag auf der letzten Etappe der „Istrian Spring Trophy“ im Sprint Achter. Für Marcel Barth ist es das erste Rennen der Saison, John Degenkolb feiert beim Bundesliga-Auftakt sein Debüt in der Männerklasse.

Das Thüringer Energie Team hatte im letzten Jahr die Bundesliga gewonnen. Für Thüringen war es der achte Sieg bei bislang neun Austragungen.

Das Thüringer Energie Team-Aufgebot: Florian Frohn, Oliver Giesecke, Marcel Kittel, Karsten Heß, Philipp Klein, Lucas Schädlich, Marcel Barth, John Degenkolb

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