Tirreno - Adriatico: Die letzten zehn Jahre

Roglic und Pogacar zuletzt das Maß aller Dinge

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Roglic und Pogacar zuletzt das Maß aller Dinge"
Primoz Roglic, der Tirreno-Sieger von 2019 und 2023 | Foto: Cor Vos

03.03.2024  |  (rsn) - Praktisch parallel zu Paris - Nizza findet mit Tirreno - Adriatico (2.UWT) jährlich ein weiteres Etappenrennen an, bei dem sich zum einen die Favoriten für Mailand-Sanremo einem letzten Formtest unterziehen, zum anderen wird es aber auch einer der ersten Schlagabtausche der Klassementfahrer, die im weiteren Saisonverlauf bei den Grand Tours um die Siege streiten.

49. Tirreno - Adriatico 2014: Alberto Contador
Alberto Contador (Tinkoff - Saxo) feierte seinen einzigen Gesamtsieg bei der italienischen Fernfahrt. Am Ende hatte der Tinkoff-Kapitän deutliche 2:05 Minuten Vorsprung auf Nairo Quintana (Movistar), Rang drei ging an seinen Teamkollegen Roman Kreuziger, der 2:14 Minuten Rückstand aufwies. Den Grundstein legte Contador mit seinem Sieg bei der Bergankunft Cittareale, die nach stolzen 244 Kilometern erreicht wurde. Am Tag darauf feierte der Spanier seinen nächsten Tagessieg und verwies dabei Simon Geschke (Giant - Shimano) auf Platz zwei

Zur Sonderseite:

50. Tirreno - Adriatico 2015: Nairo Quintana
Nach Platz zwei im Vorjahr sicherte sich Nairo Quintana (Movistar) dieses Mal den Sieg. Nach sieben Teilstücken lag der Kolumbianer 18 Sekunden vor Bauke Mollema (Trek Factory Racing) und 31 vor Rigoberto Uran (Etixx - Quick-Step). Die Vorentscheidung über den Gesamtsieg war auf der 5. Etappe mit der Bergankunft in Terminillo gefallen, wo Quintana als Solist mit 41 Sekunden Vorsprung auf Mollema gewann. Für das beste deutsche Ergebnis sorgte Gerald Ciolek (MTN - Qhubeka), der auf der 6. Etappe hinter Peter Sagan (Tinkoff - Saxo) Zweiter wurde. Das abschließende Einzelzeitfahren ging an den Schweizer Fabian Cancellara (Trek Factory Racing).

Zur Sonderseite:

51. Tirreno - Adriatico 2016: Greg Van Avermaet
Die vom Profil her leichteste Austragung der letzten Jahre ging an Greg Van Avermaet (BMC Racing). Der Belgier hatte nach sieben Teilstücken einen Minivorsprung von einer Sekunde auf Peter Sagan (Tinkoff) ins Ziel gerettet. Das Gesamtpodium komplettierte der Luxemburger Bob Jungels (Etixx - Quick-Step). Dabei profitierte Van Avermaet von der schneefallbedingte Absage der Königsetappe mit Ziel am Monte San Vicino. Der Belgier übernahm am Tag darauf mit seinem Etappensieg in Cepagatti die Gesamtführung und rettete diese im abschließenden Einzelzeitfahren, in dem Tony Martin (Etixx - Quick-Step) beim Sieg von Fabian Cancellara (Trek - Segafredo) Dritter wurde, ins Ziel.

Zur Sonderseite:

52. Tirreno - Adriatico 2017: Nairo Quintana
Zwei Jahre nach seinem ersten Coup ließ Nairo Quintana (Movistar) seinen zweiten Tirreno-Sieg folgen. Dieses Mal hatte der Kolumbianer 25 Sekunden Vorsprung auf Rohan Dennis (BMC) und 36 auf Thibaut Pinot (FDJ). Auch bei der diesjährigen Austragung legte Quintana den Gesamtsieg mit seinem Soloerfolg bei der Bergankunft am Terminillo. Durch seinen Sieg im abschließenden Einzelzeitfahren konnte sich Dennis noch auf Platz zwei im Klassement vorschieben.

Zur Sonderseite:

53. Tirreno - Adriatico 2018: Michal Kwiatkowski
Nach zwei Gesamtsiegen bei Paris - Nizza schlug Michal Kwiatkowski (Sky) nun erstmals bei Tirreno - Adriatico zu. Der Pole wies nach sieben Etappen einen Vorsprung von 24 Sekunden auf Damiano Caruso (BMC) auf, Rang drei ging an seinen Teamkollegen Geraint Thomas, der 32 Sekunden Rückstand hatte. Für die deutschen Erfolgserlebnisse sorgte Marcel Kittel (Katusha - Alpecin), der das zweite und das sechste Teilstück für sich entschied. Kwiatkowski selbst konnte sich nicht in die Liste der Etappensieger eintragen, fuhr aber auf den anspruchsvollen Etappen konstant vorne rein, wodurch er auf der 5. Etappe auch die Gesamtführung übernommen hatte, die er bis ins Ziel brachte.

Zur Sonderseite:

54. Tirreno - Adriatico 2019: Primoz Roglic
Im Vorjahr noch Tirreno-Etappensieger, gelang Primoz Roglic (Jumbo - Visma) 2018 sein erster Gesamtsieg bei der siebentägigen Fernfahrt. Dabei entwickelte sich Tirreno zu einem wahren Sekundenkrimi, den der Slowene am Ende mit einer Sekunde Vorsprung gegen Adam Yates (Mitchelton - Scott) zu seinen Gunsten entschied, während Jakob Fuglsang (Astana) als Gesamtdritter 30 Sekunden Rückstand aufwies. Yates hatte bereits am zweiten Tag die Gesamtführung übernommen und war mit einem Vorsprung von 25 Sekunden auf Yates in das abschließende Einzelzeitfahren gegangen. Hier war Roglic allerdings 26 Sekunden schneller als der Brite und sichere sich so den Gesamtsieg.

Zur Sonderseite:

55. Tirreno - Adriatico 2020: Simon Yates
Was seinem Zwillingsbruder Adam im Vorjahr noch knapp verwehrt geblieben war, holte nun Adam Yates (Mitchelton - Scott) nach. Bei der wegen der Corona-Pandemie auf den September verschobenen, dieses Mal acht Etappen umfassenden Fernfahrt hatte der Brite am Ende 17 Sekunden Vorsprung auf Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) und 29 auf den Polen Rafal Majka (Bora - hansgrohe). Yates legte den Grundstein für seinen Gesamterfolg mit seinem Solosieg an der Bergankunft in Sassotetto. Für die deutschen Starter war die Fernfahrt erfolgreich gestartet, so gewann Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) die ersten beiden Etappen und trug für zwei Tage das Führungstrikot und gewann am Ende die Punktewertung.

Zur Sonderseite:

56. Tirreno - Adriatico 2021: Tadej Pogacar
Wieder in den März zurückgekehrt und auf sieben Tagesabschnitte reduziert, bot Tirreno - Adriatico 2021 die große Bühne für Tadej Pogacar (UAE Team Emirates). Der Slowene siegte mit deutlichen 1:03 Minuten Vorsprung auf Wout Van Aert (Jumbo - Visma) und sogar 3:57 Minuten vor Mikel Landa (Bahrain - Victorious), der das Podium komplettierte. Pogacar stürmte mit seinem Soloerfolg bei der Bergankunft in Prati di Tivo an die Spitze der Gesamtwertung und baute die Führung an den nachfolgenden Tagen sukzessive aus.

Zur Sonderseite:

57. Tirreno - Adriatico 2022: Tadej Pogacar
Erstmals seit Vincenzo Nibali, der 20212 und 2013 gewann, gelang einem Fahrer bei Tirreno - Adriatico die Titelverteidigung. Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) lag dieses Mal in der Endabrechnung sogar deutliche 1:52 Minuten vor dem Gesamtzweiten Jonas Vingegaard (Jumbo - Visma). Wie im Vorjahr komplettierte Mikel Landa (Bahrain - Victorious / +2:33) das Podium. Pogacar übernahm mit seinem Sieg an der Mini-Bergankunft in Bellante die Gesamtführung und baute diese durch seinen Solocoup in Carpegna weiter aus. Für einen perfekten Abschluss aus deutscher Sicht sorgte Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious), der sich in San Benedetto del Tronto den Sprintsieg sicherte.

zur Sonderseite:

58. Tirreno - Adriatico 2023: Primoz Roglic
Nach 2019 konnte Primoz Roglic (Jumbo - Visma) seinen zweiten Gesamtsieg bei Tirreno - Adriatico einfahren. Der Slowene hatte bei der 58. Austragung 18 Sekunden Vorsprung auf Joao Almeida (UAE Team Emirates) und 23 auf Tao Geoghegan Hart (Ineos Grenadiers). Eine starke Rundfahrt fuhr Lennard Kämna (Bora - hansgrohe), der mit 34 Sekunden Rückstand Vierter wurde. Der Deutsche war schon zum Auftakt vorne mit dabei, als er im Zeitfahren Zweiter wurde, die gleiche Platzierung fuhr Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious) auf der sprinterfreundlichen 3. Etappe heraus. Danach übernahmen die Bergfahrer um Roglic, der am vierten Tag die Mini-Bergankunft in Tororeto gewann, dadurch aber zumindest noch nicht die Gesamtführung übernehmen konnte. Diese hatte nämlich Kämna übernommen. Am Tag darauf zog Roglic mit seinem nächsten Tagessieg aber am Bora-Profi vorbei und ließ mit einem weiteren Tagessieg auf der 6. Etappe keinen Zweifel aufkommen, dass er die Fernfahrt gewinnen würde.

Zur Sonderseite:

Mehr Informationen zu diesem Thema

10.03.2024Milan ist der Schnellste der schnellsten Tirreno-Etappe

(rsn) – Beim Sprinterfolg von Jonathan Milan (Lidl – Trek) hat sich Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) den Gesamtsieg bei der 59. Ausgabe von Tirreno-Adriatico (2.UWT) geholt. Auf den 154 K

10.03.2024Ayuso explodierte am Monte Petrano im Kampf um den Etappensieg

(rsn) – Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) ist der überragende Fahrer bei Tirreno-Adriatico (2.UWT). Nach seinen beiden Etappensiegen führt der Däne die Gesamtwertung mit 1:24 Minuten Vors

09.03.2024Nur Teamzeitfahren trübt starke Woche von Bora - hansgrohe

(rsn) – Auch am Tag vor dem Finale bei Paris-Nizza (2.UWT) wirkt das Teamzeitfahren vom Dienstag in Auxerre für Bora – hansgrohe noch nach. Denn dass sich die Männer in Dunkelgrün dort selbst a

09.03.2024Vingegaard auch am Monte Petrano eine Klasse für sich

(rsn) – Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) hat auch die Königsetappe bei Tirreno-Adriatico dominiert. Auf dem sechsten Teilstück über 180 Kilometer von Sassoferrato zum Monte Petrano griff

08.03.2024“Glück im Unglück“: Kämna kommt bei Sturz glimpflich davon

(rsn) – Jai Hindley auf Podiumskurs und Lennard Kämna noch ganz dicht dran an den Top 10 - auch wenn der am vergangenen Wochenende bei Strade Bianche gestürzte Dani Martinez dieser Tage nicht mehr

08.03.2024Tirreno: Ein Antritt reicht Vingegaard zu Sieg und Blau

(rsn) – Mit einer Machtdemonstration hat Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) die 5. Etappe von Tirreno-Adriatico (2.UWT) gewonnen. Der Däne griff auf dem Weg nach Valle Castellana 29 Kilomete

08.03.2024Kahnbeinbruch: Froome muss Tirreno-Adriatico aufgeben

(rsn) – Chris Froome wird nicht mehr zur 5. Etappe von Tirreno-Adriatico antreten können. Wie sein Team Israel - Premier Tech auf X mitteilte, hat sich der Brite bei einem Sturz auf der 2. Etappe

07.03.2024Milan bezwingt Philipsen und holt auch das Blaue Trikot

(rsn) – Jonathan Milan (Lidl – Trek) hat in Giulianova an der Adria-Küste die 4. Etappe des 59. Tirreno-Adriatico (2.UWT) gewonnen und sich damit auch die Gesamtführung der italienischen Fernfah

06.03.2024Bauhaus sorgt für ersten deutschen UCI-Sieg des Jahres

(rsn) – Nikias Arndt riss bereits die Arme hoch, da war die Ziellinie noch gut 50 Meter entfernt. Der Sieg war gewiss – allerdings nicht für ihn, sondern seinen Teamkollegen. Phil Bauhaus hat auf

05.03.2024Philipsen nutzt Merliers frühen Sprintstart und jubelt in Follonica

(rsn) – Im Vorjahr war er an gleicher Stelle noch Zweiter hinter Fabio Jakobsen, doch nun bildete Follonica die Kulisse für den ersten Saisonsieg von Jasper Philipsen (Alpecin – Deceuninck). Der

05.03.2024Ganna: “Hoffe, dass die wichtigeren Siege später kommen“

(rsn) – 2024 ist noch nicht das Jahr des Filippo Ganna (Ineos – Grenadiers). Auch im zweiten Zeitfahren des Jahres setzte es für den Stundenweltrekordler eine Niederlage, wenn auch nur eine sehr

04.03.2024Kämna 14. im Auftakt-Zeitfahren von Tirreno-Adriatico

(rsn) – Nach Rang zwei im Vorjahr, wo das Auftaktzeitfahren auf dem exakt gleichen Parcours durch Regen beeinflusst wurde, hat Lennard Kämna (Bora – hansgrohe) die 59. Auflage von Tirreno-Adriati

Weitere Radsportnachrichten

14.04.2024Fast wie bei der Tour? Bauernfeind prägt Amstel als Ausreißerin

(rsn) – Lediglich drei Deutsche standen am Sonntag beim Amstel Gold Race der Frauen am Start. Eine davon aber prägte das um 56 auf 101,4 Kilometer verkürzte und zweigeteilte Rennen durch die Hüge

14.04.2024Radsport live im TV und im Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wie geht´s zum Liveticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir jeden Morgen

14.04.2024Schachmann: “Schnell gemerkt, dass ich nicht bei 100% bin“

(rsn) – Nach einem zweiten und einem dritten Platz stand Tom Pidcock (Ineos Grenadiers) beim Amstel Gold Race erstmals in seiner Karriere auf dem obersten Treppchen. Der Brite rang nach 253,6 Kilome

14.04.2024Loir et Cher: Heidemann hält seine Rundfahrtenbilanz intakt

(rsn) - Mit einer starken Leistung konnte sich Miguel Heidemann (Felt - Felbermayr) am Schlusstag der Tour du Loir et Cher (2.2) noch auf Platz zehn der fünftägigen Rundfahrt nach vorne arbeiten.De

14.04.2024Doubs: Dorn dreht in “kuriosem“ Rennen sein Wochenende

(rsn) - Nachdem es am Freitag bei der Classic Grand Besancon Doubs (1.1) nicht mit einem Ausreißversucht geklappt hatte und er am Tag darauf bei der Tour du Jura (1.1) früh aus der Spitzengruppe zur

14.04.2024Hirschi glänzt beim Amstel Gold Race offensiv und wird Zweiter

(rsn) – Marc Hirschi (UAE Team Emirates) hat seinen Freifahrtschein beim ersten der drei großen Ardennenklassiker in Abwesenheit von Kapitän Tadej Pogacar eindrucksvoll genutzt und wurde am Ende d

14.04.2024Motorrad-Polizist bricht sich bei schwerem Amstel-Unfall fünf Rippen

(rsn) – Der Polizist, der im Rahmen des Amstel Gold Race der Frauen beim Vorausfahren vor dem Peloton zur Streckensicherung mit einem wendenden Auto kollidiert ist und dabei schwer stürzte, ist ver

14.04.2024Bei Buschek löst sich nach Rang vier “der angestaute Druck“

(rsn) - Für das Team Tirol KTM läuft es weiter rund. Nachdem in diesem Frühjahr schon Sebastian Putz und Marco Schrettl mit internationalen Spitzenresultaten aufwarten konnte, schlug nun Paul Busch

14.04.2024Highlight-Video des 58. Amstel Gold Race

(rsn) – Tom Pidcock (Ineos Grenadiers) hat erstmals in seiner Karriere das Amstel Gold Race (1.UWT) gewonnen. Der 24-jährige Brite entschied die 58. Ausgabe des einzigen niederländischen Eintagesr

14.04.2024Pidcock nimmt beim Amstel Revanche für umstrittene Niederlage

(rsn) – Vor drei Jahren wurde Tom Pidcock (Ineos Grenadiers) wegen einer falsch ausgerichteten Zielkamera um den Sieg beim Amstel Gold Race gebracht, am Sonntag aber gewann er nach 253,6 Kilometern

14.04.2024Highlight-Video des 10. Amstel Gold Race Ladies Edition

rsn) – Aus dem vorzeitigen Jubel wurden bittere Tränen: Weil sie sich einige Meter zu früh aufrichtete, hat Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) den schon sicher geglaubten Sieg beim 10. Amstel Gol

14.04.2024Wiebes jubelt, aber Vos gewinnt ihr zweites Amstel Gold Race

(rsn) – Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) hat zum zweiten Mal nach 2021 beim Amstel Gold Race (1.WWT) triumphiert und ihrer Landsfrau Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) kurz vor der Ziellinie n

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine