Reaktionen zur 18. Etappe der Tour de France

Arndt: “Hätte nicht damit gerechnet, dass die durchkommen“

Foto zu dem Text "Arndt: “Hätte nicht damit gerechnet, dass die durchkommen“"
Nikias Arndt (Bahrain Victorious) | Foto: Cor Vos

20.07.2023  |  (rsn) - An einem Tag, der den Sprintern vorbehalten schien, hatten am Ende die Ausreißer überraschend die Nase vorn. Auf der 18. Etappe der Tour de France holte sich der Däne Kasper Asgreen (Soudal - Quick Step) nach 185 Kilometern zwischen Moûtiers und Bourg-en-Bresse überraschend den Sieg vor dem Niederländer Pascal Eenkhoorn (Lotto – Dstny). Top-Favorit Jasper Philipsen (Alpecin – Deceuninck) entschied den Sprint des Feldes für sich, was aber nur Rang vier bedeutete.

Die Stimmen zur 18. Etappe der Tour de France:

Kasper Asgreen (Soudal - Quick Step / Etappengewinner / Eurosport): "Die Situation war nicht ideal. Ich hätte gehofft, noch mehr Begleiter zu haben, so zwischen sechs bis acht. Aber es ist die letzte Woche der Tour, nach sehr harten zwei Wochen. Und da haben wir schon gesehen, dass kleine Gruppen die Sprinter überraschen können. Deshalb wollte ich nichts ausschließen. Es war ein Teamzeitfahren, denn ohne Pascal, Victor und Jonas hätte ich es nicht geschafft. Wir alle hätten den Sieg uns verdient, aber ich freue mich natürlich, dass er mir gelungen ist. Es bedeutet mir so viel, die letzten Jahre seit meinen Sturz bei der Tour de Suisse waren schwierig."

Pascal Eenkhoorn (Lotto – Dstny / Etappenzweiter / Team): “Ich denke, wir haben unseren Plan perfekt umgesetzt. Ich habe gehofft, dass noch mehr Fahrer mit mir nach vorne springen würden, aber niemand war an meinem Rad. Der Vorsprung war nie groß, aber am Ende einer Tour weißt Du, dass Du immer eine Chance hast. Victor (Campenaerts) ist irre gut gefahren und hat im Finale sichergestellt, dass wir vorne blieben. Der Sprint war ehrlich und ein zweiter Platz ist schade, aber wenn man sich den anschaut, dann muss man zugeben, dass Asgreen stärker war.“

Julian Alaphilippe (Soudal - Quick Step / Eurosport): "Ich freue mich riesig für ihn (Asgreen). Für uns war es eine schwierige Tour von Beginn an. Das ist zwar keine Überraschung, aber wir haben es fast jeden Tag probiert. Heute war ein guter Tag für Kasper, es zu probieren. Es waren so starke Fahrer in der Gruppe vorne und da ist es normal, dass man denen nicht zu viel Zeit gibt. Ich dachte schon, dass es für die Jungs möglich ist, denn du spürst die Geschwindigkeit im Feld und der Abstand ist immer noch konstant bei 40 Sekunden. Er war super motiviert und hatte die Beine."

Jasper Philipsen (Alpecin - Deceuninck / Etappenvierter / Grünes Trikot / letour.fr): "Ich frage mich auch, warum wir es nicht geschafft haben. Wir sind eine Minute hinter den Ausreißern geblieben, mehrere Teams haben sich an der Jagd mit uns beteiligt, aber man muss akzeptieren, dass sie ihren Vorsprung sehr gut verteidigen konnten. Ich weiß nicht, ob es damit zusammenhängt, dass wir in der dritten Woche sind und alle ein wenig müde sind. Ich glaube, sie hatten einfach super Beine, sie waren sehr stark.“

Matthias Skjelmose (Lidl – Trek / Eurosport): "Jeder wusste, was passiert, aber wir haben 15 Minuten zu lang gewartet. Das nervt, aber so ist es nun einmal. Philipsen war so übermächtig im Sprint, deshalb sind alle Teams vorsichtig, weil sie wissen, dass sie nur eine Chance haben mit mehr Leuten im Finale. Jeder spielte sein Spiel, wir versuchten den Zeitabstand so gering wie möglich zu halten, wussten aber, dass die vorne auch mal Vollgas fahren werden. Wir haben zu lange gewartet."

Nikias Arndt (Bahrain Victorious / ARD / RSN): “Die Kooperation war durch den Tag weg gut, die haben einfach nur extrem gut gegengehalten. Die letzten fünf Kilometer war auch Rückenwind und das ist ein Riesenvorteil für Ausreißer. Und die Teams waren auch etwas verbraucht und die Chance haben sie genutzt. Ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass die durchkommen.“

Victor Campenaerts (Lotto – Dstny / Ausreißer): "Ich dachte mir, dass passt schon von Beginn an. Kasper war dabei und Abrahamsen ist vielleicht nicht so bekannt, aber ich weiß, wie gut er bergauf fährt und was für ein guter Fahrer er ist. Wir haben uns gleich gut verstanden. Das Feld spielt es nicht mehr so schlau aus, gehen auf eine Minute runter und dann kann halt leicht jemand nachspringen. Und das war unsere Taktik, Pascal (Eenkhoorn) dann noch nachzuschicken. Wir haben hart gekämpft als wir zu viert waren und wir kamen durch. Würde ich mir den Leadout noch einmal anschauen, würde ich ihn schrecklich finden. Ich bin mit dem höchsten Gang gefahren, den ich noch treten konnte. Ich wollte bis 300 Meter vor dem Ziel durchziehen, aber hatte dann mit Krämpfen zu kämpfen."

Simon Geschke (Cofidis / RSN): "Mir geht es nicht so gut. Ich konnte nichts essen im Rennen. Eine Krankheit oder auch eine Kleinigkeit mit dem Magen reicht halt in der dritten Woche schon, das man dann .... Die ersten beiden Rennstunden ging es noch, in der dritten habe ich aber gemerkt, dass es mir den Stecker zieht. Am Berg der 4. Kategorie war ich schon allein hinten und speziell nach gestern, wo ich mich komplett leergefahren habe, fehlten die Reserven.“

Nils Politt (Bora – hansgrohe / RSN): “Das Problem war, dass die Sprinterteams zu nervös waren und den Ausreißern keinen guten Vorsprung gegeben haben. Dann haben die natürlich auch gespielt und dann fährt Eenkhorn noch hin und dann haben wir es aus der Hand gegeben. Wir wollten unbedingt mit Jordi sprinten, haben zuerst Patrick (Konrad) nach vorne geschickt, dann mich.“

Jordi Meeus (Bora - hansgrohe): "Es war eigentlich ein entspannter Tag mit der kleinen Gruppe, aber wir wussten, dass es starke Fahrer sind und deshalb hielten wir sie nahe bei uns. In der hügeligen Phase waren einige Attacken, ein weiterer Fahrer von Lotto kam nach vorne. Die Ausreißer spielten es clever und sind bis zur Linie vorne geblieben. Das Team hat mich gut positioniert, aber mir fehlten am Ende ein wenig die Beine. Das war nicht unser bester Tag."

Rolf Aldag (Sportdirektor Bora – hansgrohe / RSN): "Es war ein knappes Ding, aber die vorne sind auch superstark gefahren. Wenn du als Feld über 40 Kilometer keine Minute zubekommst, dann kommt der Sieger verdient aus dieser Gruppe.“

Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma / Gelbes Trikot /letour.fr.): "Es war kein anstrengender Tag, aber er war am Ende sehr schnell, weil es einen großen Kampf zwischen der Ausreißergruppe und dem Feld gab. Trotzdem war ich froh, dass ich den ganzen Tag an den Rädern der Sprinterteams bleiben konnte. Meine Strategie für die nächsten Tage besteht im Wesentlichen darin, mich zu konzentrieren und aus Schwierigkeiten herauszuhalten. Meine Teamkollegen haben das heute hervorragend gemacht. Wir werden uns erst entspannen, wenn die Etappe in Paris beendet ist."

Tadej Pogacar (UAE Team Emirates / Gesamtzweiter / letour.fr.): "Heute Morgen beim Start gab es viele Emotionen. Alle sind zu mir gekommen, um mit mir zu reden und mich zu trösten. Ich möchte ihnen allen danken. Ich kann mir immer noch nicht erklären, was gestern passiert ist. Ich war optimistisch, nachdem die ersten beiden Wochen gut verlaufen sind, aber vielleicht war meine Vorbereitung nicht gut genug. Wenn ich mir aber das Gesamtbild anschaue, können wir trotzdem stolz auf uns sein. Ich bin immer noch Zweiter in der Gesamtwertung und unsere Tour de France ist gut: Wir sind Zweiter und Dritter, wir haben zwei Etappen gewonnen und vielleicht gelingt es uns, noch eine weitere zu gewinnen.“

Mehr Informationen zu diesem Thema

11.06.2024Cofidis setzt auf erfahrenes Tour-Team inklusive Geschke

(rsn) – Die französische WorldTour-Mannschaft Cofidis präsentierte am Dienstag die ersten sechs Fahrer ihres Tour-de-France-Kaders in einer Presseaussendung und verkündete dabei auch, dass Simon

10.01.2024“Wir brauchen keine vier Soßen“: Wie Roglic Bora besser macht

(rsn) – Primoz Roglic macht Bora – hansgrohe besser. Das lässt sich schon sagen, bevor der Slowene überhaupt ein einziges Rennen gefahren ist. Während sich das erst Anfang März ändern und Rog

07.10.2023Thomas: “Ineos Grenadiers ist ein Team im Wandel“

(rsn) – Der letzte Tour-de-France-Sieg liegt schon vier Jahre zurück und vor allem daran lässt sich ablesen, dass Ineos Grenadiers längst nicht mehr das beste Grand-Tour-Team der Welt ist. Dennoc

30.07.2023Niewiadoma machte ihre Hausübungen für die Pyrenäen

(rsn) – Als am Col d‘Aspin auf der 7. Etappe der Tour de France Femmes die beiden Favoritinnen Demi Vollering (SD Worx) und Annemiek Van Vleuten (Movistar) erstmals in die Offensive gingen, konnte

27.07.202320 Sekunden Zeitstrafe: Vollering und SD Worx entsetzt

(rsn) – Der Kampf um den Gesamtsieg bei der Tour de France Femmes, er war bislang einer um Sekunden. Lediglich deren acht hatte Demi Vollering (SD Worx) an den ersten vier Tagen mit großem Aufwand

27.07.2023Cofidis erfolgreich, aber Geschke “nicht so gut drauf“

(rsn) – Am Sonntag erwartete Simon Geschke (Cofidis) seine Teamkollegen in Paris zum großen Finale der 110. Tour de France, die er auf der 18. Etappe aufgrund heftiger Magenprobleme verlassen musst

26.07.2023Vingegaard euphorisch in Kopenhagen empfangen

(rsn) – Der Sieger der Tour de France, der Däne Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma), wurde am Mittwochnachmittag in Kopenhagen von mehreren 10000 Menschen empfangen. Eine große Menge versammelte si

25.07.2023Buchmann zweifelt an seinem Comeback als GC-Fahrer

(rsn) - Für einen Moment war die Hoffnung wieder da. Die Hoffnung darauf, einen Emanuel Buchmann zu sehen, wie er sich im Juli 2019 bei der Tour de France präsentiert und dabei einen sensationellen

24.07.2023Tour-Achter Gall derzeit kein Thema für Bora - hansgrohe

(rsn) – Auch wenn ab August wieder Wechsel verkündet werden dürfen: Bora – hansgrohe und Felix Gall (AG2R - Citroën) werden nicht in einem Satz auftauchen. Nach der starken Vorstellung des Öst

24.07.2023Auch ohne Etappensiege imponieren Bauhaus und Zimmermann

(rsn) – Wie im Vorjahr kein Etappensieg und kein Fahrer in den vordersten Regionen des Klassements: Die Bilanz der nur sieben deutschen Starter bei der 110. Tour de France liest sich auf den ersten

24.07.2023Rückblick: Die 110. Tour de France in Zahlen

(rsn) – Drei hart umkämpfte Wochen, 21 Etappen und insgesamt 3405 Kilometer liegen hinter den Teilnehmern der diesjährigen Tour de France. Radsport-news.com blickt auf die 110. Frankreich-Rundfah

24.07.2023Pogacar vs. Vingegaard: Wer ist der beste Rundfahrer?

(rsn) – Wer ist der beste Rundfahrer der Welt? Für diesen inoffiziellen Titel kommen derzeit nur zwei Profis in Betracht: Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates). D

Weitere Radsportnachrichten

10.01.2026Bei Autopanne: Soudal – Quick-Step hilft

Als Pannenhelfer in Aktion traten die sich derzeit im spanischen Calpe auf die Saison 2026 vorbereitenden Profis von Soudal – Quick-Step. Wie das belgische Team in den Sozialen Medien schrieb, verl

10.01.2026Diese WorldTour-Profis haben noch keinen Vertrag für die Saison 2026

(rsn) – Das neue Jahr hat begonnen, doch noch immer stehen einige WorldTour-Profis ohne neuen Vertrag da. Nicht alle Fahrer, die 2025 noch in der Elite-Liga des Radsports angestellt waren, werden in

10.01.2026Ries beendet mit 27 seine Profikarriere

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

09.01.2026SD Worx verabschiedet sich für 2026 von Grand-Tour-Ambitionen

(rsn) – Understatement oder neue Realittät? Danny Stam, Sportdirektor von SD Worx – Protime, hat bei der Präsentation des Teams in Antwerpen angekündigt, dass ein Grand-Tour-Sieg in der kommend

09.01.2026Mit Ritzeln und Kette in Gold: Red Bull präsentiert neues Evenepoel-Rad

(rsn) - Unauffällig ist anders. Red Bull - Bora - hansgrohe hat das neue Arbeitsgerät von Remco Evenepoel präsentiert. Und eigentlich können alle Beteiligten nur hoffen, dass der 25-Jährige nicht

09.01.2026Picnic – PostNL setzt voll auf Poole und Bittner

(rsn) – Auch nach dem Abgang des Tour-de-France-Vierten Oscar Onley will sich das Team Picnic – PostNL im kommenden Jahr auf Gesamtwertungen konzentrieren. Der 22 Jahre alte Max Poole soll die Rol

09.01.2026Medien: Onley mindestens doppelt so teuer wie Evenepoel

(rsn) - Offizielle Bestätigungen gibt es nicht, doch wie mehrere Medien nun berichten, hat Ineos Grenadiers mehr als doppelt so viel Geld auf den Tisch gelegt, um Oscar Onley aus seinem Vertrag bei P

09.01.2026Verschneite Querfeldein-Titelkämpfe in Bensheim

(rsn) – Am kommenden Wochenende werden im südhessischen Bensheim die Deutschen Meisterschaften im Cross ausgetragen. Wie schon 2018 finden die Titelkämpfe rund um den Bikepark am Berliner Ring im

09.01.2026Mit Kool weniger Druck für Pieterse und Kastelijn

(rsn) – Das Top-Frauenteam der Gebrüder Philip und Christoph Roodhooft bestach in seinem dritten WorldTour-Jahr vor allem wieder durch eines - die Konstanz der beiden Leistungsträgerinnen Puck Pie

09.01.2026Die Trikots der Women´s WorldTour-Teams für die Saison 2026

(rsn) – 14 Rennställe umfasst die Women´s WorldTour in der Saison 2026. Doch wie treten diese 14 Mannschaften im neuen Jahr auf? Welche Farben zieren ihre Trikots, welche Art von Designs werden ge

09.01.2026Die Trikots der WorldTour-Teams für die Saison 2026

(rsn) - Wie sieht das Peloton 2026 aus? Welche Farben werden in der kommenden Saison vorherrschend sein? Nach und nach stellen die WorldTour-Rennställe ihre Trikots für das neue Jahr vor - den Anfan

09.01.2026Eine Reise ins Universum des japanischen Keirin

(rsn) – Im Keirin geht es um Olympia-Medaillen. Der sogenannte ´Kampfsprint´ ist in Europa, Australien und Amerika längst angekommen und für spannende Rennen bekannt. Doch in seiner Heimat Japan

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)