Interview mit dem Santic-Wibatech-Sportdirektor

Peter: “Der erste UCI-Sieg ist unser oberstes Ziel“

Von Christoph Adamietz

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Das Team Santic - Wibatech | Foto: Team Santic - Wibatech

11.02.2023  |  (rsn) - Wie fällt die Bilanz 2022 aus, was hat sich im Winter im Team geändert und was ist für die neue Saison geplant? Auch in diesem Jahr hat sich radsport-news.com bei den mittlerweile neun deutschen Kontinental-Mannschaften umgehört. Im sechsten Teil beantwortet Otto Peter, Sportlicher Leiter bei Santic - Wibatech, unsere Fragen. 

Wie fällt die Bilanz der ersten KT-Saison des Teams aus?
Peter: Insgesamt sind wir zufrieden. Es fing alles schon sehr vielversprechend an mit einem zweiten Platz durch Bartosz Rudyk auf der letzten Etappe der Istrian Spring Trophy. Leider hatten wir in den Wochen danach mit vielen verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen. In der zweiten Saisonhälfte konnten wir wieder Fuß fassen und Ergebnisse einfahren. Uns fehlte zwar der erhoffte erste UCI-Sieg, dennoch sind wir mit der Leistung der Mannschaft zufrieden.

Sie haben dem Team für 2023 ein fast komplett neues Gesicht verpasst. Was sind die Gründe dafür?
Peter: Da gab es mehrere. Einige Fahrer haben ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen beendet oder bilden sich beruflich weiter. Andere wiederum fahren nur noch Gravelrennen. Wir möchten uns natürlich auch weiterentwickeln und da ist ein Personalwechsel ganz normal.

Sie haben das Aufgebot außerdem deutlich vergrößert. Warum?
Peter: Wir hatten ein großes Problem mit einer hohen Anzahl an Ausfällen. Einige Fahrer sind mit schweren Verletzungen monatelang ausgefallen. Somit war es ständig derselbe Kern von Fahrern, die all unsere Renntage abdecken musste. Zum Ende der Saison war dann schon bei einigen Fahrern der Akku leer. Durch die größere Mannschaft können wir nun sicherstellen, dass wir immer das beste Aufgebot für das jeweilige Rennen am Start haben. Die Fahrer können nun auch wichtige Pausen nach harten Rennblöcken einlegen und sich gezielt auf ihre Highlights vorbereiten. Wir werden trotz einer Mannschaft von 15 Fahrern aber weiterhin vorwiegend eingleisig fahren, abgesehen von ein paar U23 UCI-Rennen, die parallel zu anderen UCI-Rennen stattfinden.

Unter den Neuzugängen war zunächst auch der polnische WorldTour-Profi Kamil Malecki. Wie sehr schmerzt es, dass er kurzfristig doch noch ein höherklassiges Team gefunden hat?
Peter: Klar schmerzt es etwas, aber vielmehr freuen wir uns für ihn, dass er doch noch eine Chance in einem Profiteam bekommen hat. Wir legen auch niemandem Steine in den Weg, denn am Ende steht das Wohl der Fahrer bei uns an erster Stelle!

Sie hatten im letzten Jahr nur Deutsche und Polen im Kader, nun wurden auch ein Österreicher und ein Slowene verpflichtet. Soll das Team internationaler werden?
Peter: Ja, wir wollen uns nicht nur auf Deutschland oder Polen begrenzen, wir sind für alle Nationalitäten offen. Mit einer direkten Nähe unseres Teamsitzes zu Österreich und vielen Rennen im Osten, hat es mit den beiden Neuzugängen Mario Gamper (Österreich) und Leon Sarc (Slowenien) super gepasst.

Welchem der Neuzugänge trauen Sie zu, dass er schnell zu einem Leistungsträger wird?
Peter: Wir haben für die neue Saison eine sehr starke und ausgewogene Mannschaft mit Bergfahrern, Sprintern und Allroundern. Wir trauen jedem der Fahrer eine gute Performance zu. Mit einer Namensnennung würden wir nur Druck auf einen bestimmten Fahrer aufbauen, was wir vermeiden wollen. Zudem haben wir auch viele junge Fahrer im Team, die erst einmal Erfahrung sammeln sollen.

Welchem der Fahrer, die schon 2022 zum Team gehört haben, trauen Sie 2023 den größten Entwicklungssprung zu?
Peter: Jeder der Jungs hat diesen Winter bisher sehr gut genutzt, um sich bestmöglich auf die Saison vorzubereiten. Wir haben auch erstmals zwei Trainer im Team, die das Training der Fahrer überwachen und bei Fehlentwicklungen gleich darauf hinweisen. Unsere polnischen Fahrer waren im Trainingslager schon sehr stark. Ob sie die Leistung dann beim Rennen umsetzen können, wird sich zum Saionstart zeigen.

Was sind die sportlichen Ziele für das zweite Kontinental-Jahr?
Peter: Das oberste Ziel ist natürlich unser erster UCI-Sieg und möglichst viele UCI-Punkte zu sammeln.

Das Team hatte 2022 schon einen sehr guten Rennkalender. Wird der 2023 wieder so ähnlich aussehen oder gar noch etwas mehr aufgepeppt?
Peter: In unserem ersten Jahr als KT-Team konnten wir eine sehr hohe Zahl an UCI-Rennen aufweisen. Der Rennkalender wird dieses Jahr ähnlich aussehen, jedoch haben wir noch einige weitere hochklassige Rennen dazubekommen. Zusätzlich starten wir wegen der größeren Anzahl an U23-Fahrer auch bei weiteren U23-Rennen, um den Jüngeren auch die Chancen zu geben, sich gegen Gleichaltrige zu beweisen.

Die Rad-Bundesliga hat 2022 eine untergeordnete Rolle gespielt, wird das auch 2023 so sein?
Peter: Durch unseren südlichen Standort(Passau) ist es für uns immer eine weite Anreise zu den Rennen der Rad-Bundesliga. Eine Teilnahme an näher gelegenen Rennserien, wie etwa der österreichischen Rad-Bundesliga (ÖRV Radliga), macht für uns mehr Sinn. Zudem liegt unsere Priorität mehr auf UCI-Rennen. Hier können sich unsere Fahrer mit Profiteams messen und sich mit starken Leistungen für diese empfehlen.

Für die deutschen Konti-Teams geht es in der ersten Saisonhälfte auch darum, sich ür die Deutschland Tour zu qualifizieren. Ist Ihr Team schon bereit dazu?
Peter: Als einzige UCI-Rundfahrt in Deutschland ist die Deutschland Tour natürlich auch ein Ziel von uns. Mit der neuen starken Mannschaft sind wir bereit. Die Deutschland Tour ist natürlich eine ideale Plattform, sich als Konti-Team vor einheimischem Publikum zu präsentieren. Das ist extrem wichtig für unsere Sponsoren.

Wann und wo startet das Team in die Saison?
Peter: Unser erstes Rennen wird am 1. März die Umag Trophy in Kroatien sein.

Abgesehen von der zahlreichen personellen Veränderungen: An welchen Stellschrauben haben Sie im Winter noch gedreht?
Peter: Wir haben wir uns auch materialmäßig neu aufgestellt und mit KTM Bike Industrie“ einen starken Partner für unsere neuen Räder gefunden. Wir sind wirklichbegeistert von der Performance des neuen Rahmens, der sein Debüt während der Tour de France 2022 hatte. Bei den Helmen setzten wir auch auf eine neue Kooperation mit Abus. Unsere bisherigen Sponsoren wie unser Bekleidungshersteller Santic und unser Kettenspray Lieferant CICO statten uns auch weiterhin wieder mit erstklassigem Material aus.

 

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