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30.12.2022 | (rsn) - Große Siege und bittere Niederlagen, dramatische Szenen und kuriose Ereignisse: Das Radsportjahr 2022 hatte viel zu bieten. Radsport-news.com blickt in einer vierteiligen Serie auf die letzten zwölf Monate zurück.
Juli
Die Tour de France (2.UWT) stand ganz im Zeichen Dänemarks – und das nicht nur wegen des Grand Depart in Kopenhagen. Denn am Ende eines packenden Duells zwischen Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) und Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma) entpuppte sich der dänische Vorjahreszweite als der Stärkere und sicherte sich souverän den Gesamtsieg.
Deutsche Etappensiege gab es diesmal nicht zu bejubeln. Lennard Kämna (Bora - hansgrohe) fehlten an der Super Planche des Belles Filles nur wenige Meter zum zweiten Tour-Etappensieg seiner Karriere und wenige Tage später verpasste der Fischerhuder um elf Sekunden das Gelbe Trikot. Simon Geschke (Cofidis) verpasste nach neun Tagen im Gepunkteten Trikot denkbar knapp den Sieg in der Bergwertung. Auf der letzten Bergetappe wurde der Freiburger noch von Vingegaard auf den zweiten Platz verdrängt.
Eine lange Durststrecke beendete der Luxemburger Bob Jungels (AG2R Citroën), der sich nach jahrelangen Verletzungsproblemen wieder im Kreis der Weltbesten zurückmeldete und die 9. Tour-Etappe nach einem starken Solo über 65 Kilometer gewann.
Für Jonas Rutsch (EF Education – Easy Post) war die zweite Teilnahme an der Frankreich-Rundfahrt zwar kein sportliches Highlight. Dennoch wird sie dem Wiesbadener für immer in Erinnerung bleiben. Rutsch machte seiner Freundin nach dem großen Finale auf den Champs Elysées einen Heiratsantrag.
Bei der Tour de France Femmes sicherte sich Top-Favoritin Annemiek van Vleuten (Movistar) nach acht packenden Etappen souverän den Gesamtsieg vor ihrer Landsfrau Demi Vollering (SD Worx). Die Deutsche Meisterin Liane Lippert (DSM) arbeitete sich am letzten Tag als Zehnte der Bergankunft an der Super Plance des Belles Filles noch auf Rang 16 des Schlussklassements vor.
Über zwei neue Trikots konnten sich im Juli zwei junge deutsche Fahrer freuen. Jannis Peter (P&S Benotti) wurde Nationaler Meister der U23, Felix Engelhardt (Tirol KTM) sicherte sich sensationell den U23-Europameistertitel.
Für negative Schlagzeilen sorgte der portugiesische Kontinental-Rennstall W52-Porto, dem nach mehreren Dopingfällen vom Radsportweltverband UCI die Lizenz entzogen wurde.
August
Der August stand zunächst im Zeichen der deutschen Rennen. Mit der EM in München, den Cyclassics in Hamburg (1.UWT) und schließlich der Deutschland Tour (2.Pro) reihten sich die Highlights nur so aneinander. Auf der Straße blieben für die deutschen Starter und Starterinnen – auch wegen eines Sturzes von Pascal Ackermann - die Medaillen aus. Bei den Männern gewannen der Niederländer Fabio Jakobsen (Straßenrennen) und der Schweizer Stefan Bissegger (Zeitfahren) jeweils Gold, bei den Frauen siegte die Schweizerin Marlen Reusser im Kampf gegen die Uhr, im Straßenrennen setzte sich Jakobsens Landsfrau Lorena Wiebes durch.
Dafür waren die deutschen Bahnfahrerinnen und -fahrer umso erfolgreicher. Emma Hinze gewann im Sprint und im Zeitfahren jeweils EM-Gold, Lea Sophie Friedrich siegte im Keirin. Dazu holten Hinze und Friedrich gemeinsam mit Pauline Grabosch auch im Teamsprint die Goldmedaille. Bei den Männern sicherte sich Maximilian Dörnbach auf der Kurzstrecke im Zeitfahren Bronze.
Im Ausdauerbereich ging in der Einerverfolgung der Männern Gold an Nicolas Heinrich. Bei den Frauen siegte Mieke Kröger vor Lisa Brennauer, die nach der Heim-EM ihre Karriere beendete. Ihren Abschied vergoldete die Allgäuerin an der Seite von Kröger, Lisa Klein und Franziska Brauße mit dem Sieg in der Mannschaftsverfolgung. Gold gewannen auch Theo Reinhardt und Roger Kluge im Madison. Abgerundet wurde die starke Bilanz durch die Silbermedaillen von Moritz Malcharek im Scratch und Theo Reinhardt im Punktefahren sowie Bronze im Steherrennen durch Daniel Harnisch und Peter Bäuerlein.
Mit einem Überraschungscoup endeten die Hamburger Cyclassics (1.UWT). In der Hansestadt setzte sich Marco Haller (Bora – hansgrohe) nach starker Teamleistung im Sprint sensationell vor dem Top-Favoriten Wout Van Aert (Jumbo – Visma) durch. Bei der anschließenden Deutschland Tour gab es für die deutschsprachigen Fahrer auf den einzelnen Etappen dagegen zu holen. Zumindest konnten sich Jakob Geßner (Lotto – Kern Haus) und Georg Zimmermann (Intermarché – Wanty Gobert) über Siege in der Berg- beziehungsweise Nachwuchswertung freuen. Den Gesamtsieg sicherte sich Adam Yates (Ineos Grenadiers), der auch die Bergankunft am Schauinsland für sich entschied.
Erfolgreicher für die deutschen Sprinter war zuvor die Polen-Rundfahrt (2.UWT) verlaufen, bei der sowohl Ackermann als auch Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) je eine Etappe gewannen.
Beeindruckend war auch die Vorstellung von Michel Heßmann bei der Tour de l`Avenir (2.NCUP). Der 190 Zentimeter große Münsteraner gewann mit der Nationalmannschaft nicht nur das Teamzeitfahren, sondern war danach auch drei Tage im Gelben Trikot des Gesamtführenden unterwegs. Heßmann lieferte auch in den Bergen eine starke Vorstellung ab und schloss die prestigeträchtige U23-Rundfahrt auf Rang drei ab. Es war die erste Podiumsplatzierung eines Deutschen seit 13 Jahren.
Am 19. August startete mit der Vuelta a Espana auch die letzte Grand Tour des Jahres. Die Spanien-Rundfahrt stand zunächst ganz im Zeichen von Jumbo – Visma um Kapitän Primoz Roglic. Auf den ersten vier Etappen trugen vier verschiedene Jumbo-Fahrer das Rote Trikot des Gesamtführenden, schließlich der Titelverteidiger selbst. Allerdings war Roglic die Gesamtführung nur einer Etappe wieder los und konnte sie danach nicht mehr zurückerobern.
Über die “Zwischenstation“ Rudy Molard (Groupama – FDJ) ging das Rote Trikot am Ende der 5. Etappe an Vuelta-Debütant Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl), der es danach souverän bis Madrid verteidigen und den ersten Gesamtsieg bei einer Grand Tour feiern sollte. Der dreinmalige Vuelta-Champion Roglic dagegen musste nach einem Sturz auf der 16. Etappe das Rennen aufgeben.
Besonders bitter verlief der Monat für Eric Lutter (P&S Benotti). Der Dresdener stürzte in Polen beim Memorial Henryka Lasaka (1.2) und büßte dabei einen Finger ein. Es war der negative Höhepunkt einer anhaltenden Verletzungs- und Krankenmisere bei der Mannschaft von Lars Wackernagel.
In die Schlagzeilen geriet auch Nairo Quintana (Arkéa - Samsic). Der Kolumbianer wurde während der Tour de France positiv auf Tramadol getestet und büßte dadurch nachträglich noch seinen sechsten Gesamtrang bei der Frankreich-Rundfahrt ein. Quintana bestreitet die Einnahme des verbotenen Mittels, doch der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte die Disqualifikation. Zudem trennte sich Arkéa - Samsic vorzeitig vom zweimaligen Tour-de-France-Zweiten, der immer noch auf Teamsuche ist.
September
Mann des Monats war zweifelsohne Remco Evenepoel. Der 22-jährige Belgier feierte nicht nur einen ungefährdeten Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana (2.UWT), sondern kürte sich nach einem langen Solo in Australien mit einem Vorsprung von über zwei Minuten auf die Konkurrenz zum Weltmeister im Straßenrennen der Elite.
Mit Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) musste ein Fahrer, der Evenepoel hätte gefährlich werden können, auf seinen WM-Start verzichten. Der Niederländer verbrachte die Nacht vor dem Straßenrennen auf einer Polizeistation, nachdem er im Hotel mit Jugendlichen in Streit geraten war. Van der Poel war zunächst zu einer Geldstrafe und einem dreijährigen Einreiseverbot nach Australien verurteilt worden. Dagegen legte der 27-Jährige aber erfolgreich Einspruch ein.
In Erinnerung bleiben wird zudem der WM-Sieg von Annemiek van Vleuten. Die Niederländerin war wenige Tage zuvor in der Mixed Staffel gestürzt und hatte sich dabei einen Ellenbogenbruch zugezogen. Dennoch ging sie an den Start des Straßenrennens stürmte mit unbändigem Kampfgeist zu Gold. Liane Lippert verpasste dagegen nach starker Leistung als Vierte knapp die Medaillenränge.
Für Emil Herzog war Australien hingegen eine Reise wert. Der Simmerberger sicherte sich im WM-Straßenrennen der Junioren die Goldmedaille, nachdem er zuvor im Zeitfahren schon Bronze gewonnen hatte. Auch Ricarda Bauernfeind fuhr bei den Welttitelkämpfen eine Medaille ein, und zwar Bronze im Straßenrennen der U23. Bei den Männern gewann im Einzelzeitfahren überraschend der Norweger Tobias Foss die Goldmedaille. Die Niederländerin Ellen van Dijk entschied das Zeitfahren der Frauen für sich. Die Schweiz feierte den Titel in der Mixed Staffel.
Vorzeitig beendet werden musste die Tour of Britain (2.Pro). Aufgrund des Todes von Queen Elizabeth II wurde die Rundfahrt nach fünf von acht Etappen abgebrochen.
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