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24.06.2022 | (rsn) - Jason Osborne (Alpecin - Fenix Development) hat im Rahmen der Zeitfahr-DM in Marsberg den fünften Lauf der Rad-Bundesliga gewonnen - ohne es zu wissen. Es gab nämlich direkt nach dem Rennen keine Siegerehrung für die Bundesliga, da erst noch die Ergebnisse der U23 und der Elite zusammengerechnet werden mussten.
Osborne selbst haderte mit seiner Leistung im Zeitfahren, die deutlich hinter seinen eigenen Erwartungen zurückgeblieben war. Die Rad-Bundesliga hatte der enttäuschte Osborne gar nicht auf dem Schirm. Von radsport-news.com zum Bundesliga-Sieg befragt, konnte er keine Antwort geben. Zwar kannte er seine Tagesplatzierung (11.), wusste aber nicht, ob vor ihm noch jemand aus dem Elite-Ranking für die Bundesliga starberechtigt war oder ob aus dem U23-Feld ein Fahrer schneller gewesen war.
Auch die Konkurrenten vermochten zunächst nicht zu sagen, ob Osborne für die Bundesliga überhaupt startberechtigt war. Bisher hatte er noch kein Rennen der Serie bestritten. Der Blick auf die Meldeliste für das Zeitfahren auf der Website der Rad-Bundesliga half auch nicht weiter, denn auch dort war Osborne nicht gemeldet. Erst der Blick auf die allgemeine Meldeliste für die Rennserie verschaffte Klarheit. Osborne ist prinzipiell als Einzelstarter für die Rad-Bundesliga gemeldet und hat somit das Bundesliga-Rennen gewonnen.
Voller Laktat dank 600 Watt
Dies war für Osborne allerdings nur ein schwaches Trostpflaster. Denn der Ex-Ruderer war in das anspruchsvolle Einzelzeitfahren über 27,5 Kilometer gegangen, um bei der Elite ganz vorne zu landen. Nachdem er an der Zwischenmessung hinter dem späteren Sieger Lennard Kämna und dessen Teamkollegen Nils Politt noch auf Medaillenkurs gelegen hatte und Dritter war, reichte es am Ende nur zu Rang elf.
"Bis zum Start lief eigentlich alles perfekt. Aber dann war ich irgendwie nicht mit dem Kopf bei der Sache. Ich hatte eigentlich einen ganz klaren Pacing-Plan, auch für den ersten Anstieg. Da wollte ich zwischen 520 und 530 Watt treten", berichtete Osborne am Abend gegenüber radsport-news.com. Doch als er am Ende des Anstiegs auf seinen Powermeter schaute, stand dort eine erschreckend hohe Zahl: 600 Watt hatte er im Schnitt berghoch getreten und somit "mächtig überpaced". Dafür büßte er im weiteren Rennverlauf. "Ich war voller Laktakt, noch die kleinste Welle bereitete mir Schwierigkeiten", so Osborne.
Wie es zu dem Aussetzer zu Beginn kam, konnte Osborne nicht definitiv sagen. "Vielleicht habe ich mir einfach zu viel Druck gemacht. Ich wollte schon ein richtig gutes Ergebnis erreichen", meinte der Alpecin-Fahrer, der aber auch etwas aus dem Malheur mitnimmt. "Man sollte nicht zu verbissen sein", sagte er abschließend.
Knolle neuer Gesamtführender der Bundesliga
Immerhin blieb ihm der Sieg in der Rad-Bundesliga, 55 Sekunden war er am Ende schneller als Tobias Buck-Gramcko von Rad-net Rose. Dessen Sportlicher Leiter Ralf Grabsch freute sich gegenüber radsport-news.com nicht nur über den zweiten Platz für seinen Schützling, der gleichbedeutend war mit der Silbermedaille bei der U23 hinter Maurice Ballerstedt (Alpecin - Fenix), der seinerseits - um die Verwirrung perfekt zu machen - nicht für die Rad-Bundesliga gemeldet ist.
"Es ist von der kompletten Mannschaft her gut gelaufen. Für uns ist das ein wichtiger Erfolg. Wir können stolz sein, wie wir das Zeitfahren absolviert haben", spielte Grabsch gegenüber radsport-news.com auch auf die Plätze vier und neun durch Pirmin Benz und Moritz Kretschy an. Dazu hatten sich Nicolas Heinrich (14.) und Moritz Czasa (17.) noch in den Top 20 platziert. Damit gewann Rad-net Rose auch die Tagesmannschaftswertung.
In der Gesamteinzelwertung gab es derweil auch einen Führungswechsel. So büßte Michiel Stockman (Saris Rouvy Sauerland) seine Spitzenposition ein, da er nur auf Rang 49 landete. Neuer Führender ist allerdings nach Platz drei in der Tageswertung dessen Teamkollege Jon Knolle, der schon nach seinem Auftaktsieg in Bruchsal das Führungstrikot getragen hatte. Jan Hugger (Lotto - Kern Haus) bleibt weiterhin Gesamtzweiter.
Die Rad-Bundesliga wird am 24. Juli bei Rad am Ring auf dem Nürburgring fortgesetzt.
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