Vorschau GP der Südlichen Weinstraße / 3. Buli-Lauf

Am Tag vor Rund um Köln haben die Sprinter das Wort

Von Christoph Adamietz

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Jan Hugger (Lotto - Kern Haus) hat die Erzgebirgsrundfahrt vor Patrick Reißig (Maloja Pushbikers) und Jannis Peter (P&S Benotti) gewonnen und wird in Schweigen im Führungstrikot starten. | Foto: Team P&S Benotti

20.05.2022  |  (rsn) – Die deutschen Kontinental-Teams absolvieren am Wochenende ein volles Radsportprogramm. Am Sonntag steht für sie mit Rund um Köln (1.1) das erste deutsche UCI-Straßenrennen der Saison an. Bereits 24 Stunden kämpfen sie rund um Schweigen an der Südlichen Weinstraße beim dritten Lauf der Rad-Bundesliga um den Sieg.

Bei der Premiere des Großen Preises der Südlichen Weinstraße müssen 135,7 Kilometer absolviert werden. Dabei werden drei Sprint- und vier Bergwertungen abgenommen. Die vier Anstiege sind allesamt im Mittelteil des Rennens vorzufinden und bieten günstige Gelegenheiten zu Attacken. Mit 840 Höhenmetern ist das Rennen aber vom Schwierigkeitsgrad her nicht vergleichbar mit der Erzgebirgsrundfahrt vom vergangenen Wochenende, wo es über 3600 Höhenmeter zu überwinden galt.

"Der Kurs ist nicht all zu schwer und das Rennen nicht sonderlich lang. Ich denke, es wird ein Sprinterrennen“, prognostizierte etwa Florian Monreal, Teamchef von Lotto – Kern Haus, gegenüber radsport-news.com. "Wir hätten uns gerne eine längere Distanz gewünscht, 130 Kilometer können im Feld noch relativ viele Fahrer mitfahren“, ergänzte er.

Oschwald sieht den Wind als wichtigen Faktor

Wolfgang Oschwald, der Verantwortliche bei Saris Rouvy Sauerland, stimmte Monreal der Streckencharakteristik zu, fügte aber gegenüber radsport-news.com an: "Wie immer machen die Fahrer das Rennen, wenn wir etwas Wind haben, muss man sehen, was passiert.“ Ähnlich sah es Gunther Peter, der Sportliche Leiter der Maloja Pushbikers. "Man darf die Strecke nicht unterschätzen, sie könnte windanfällig sein“, befand er im Gespräch mit radsport-news.com.

Als Bundesliga-Spitzenreiter in die Südpfalz reist Jan Hugger (Lotto – Kern Haus), der mit seinem Sieg im Erzgebirge die Führung von Auftaktsieger Jon Knolle (Saris Rouvy Sauerland) übernommen hatte. Für Monreal hat das Heimspiel in Rheinland - Pfalz besonderen Stellenwert, weshalb er als Ziel vorgab: “Für wollen die Gesamtführung verteidigen und um den Tagessieg mitfahren."

Da das Rennen eher auf die Sprinter zugeschnitten ist, hofft Monreal, dass Hugger und Co-Kapitän Pierre-Pascal Keup, der in der Gesamtwertung auf Rang vier liegt, das Rennen schwer machen, um so das Feld auszudünnen. Das Duo startet wegen seiner guten Platzierung in der Bundesliga sowohl am Samstag als auch am Sonntag bei Rund um Köln. Ansonsten baut Monreal am Sonntag in Köln auf frische Kräfte.

P&S Benotti will Aufwärtstrend fortsetzen

Bei Saris Rouvy Sauerland heißt das oberste Ziel, die Führung in der Mannschaftswertung zu verteidigen. Aber auch in der Gesamt-Einzelwertung will man aus der sehr guten Ausgangslage - Knolle ist Zweiter, Abram und Michiel Stockman belegen die Plätze drei und fünf, Johannes Adamietz ist Sechster – Profit schlagen. Von der Rückeroberung des Führungstrikots wollte Oschwald nicht sprechen. "Wir wollen die Platzierungen unserer Fahrer festigen und werden in Schweigen Vollgas fahren – und Rund um Köln kommt dann einen Tag später“, erklärte er.

Vollgas geben will im dritten Lauf der Rad-Bundesliga auch P&S Benotti. Nach dem enttäuschenden Auftakt in Bruchsal zeigte die Formkurve in der Heimat bei der Erzgebirgsrundfahrt deutlich nach oben, was sich in Platz drei von Jannis Peter niederschlug. Allerdings musste die Mannschaft von Lars Wackernagel unter die Woche die Hiobsbotschaft verkraften, dass Dominik Röber einen schweren Trainingsunfall hatte, als ihm ein Auto die Vorfahrt nahm. "Ihn hat es richtig zerlegt, es ist ein bisschen was kaputt bei ihm und es wird eine Weile dauern", erklärte Wackernagel gegenüber radsport-news.com.

Den Unfall gilt es am Samstag nun wo weit wie möglich auszublenden. "Wir wollen da weitermachen, wo wir im Erzgebirge aufgehört haben. Der Kurs gefällt uns, es wird ein bisschen stressig im Rennen, aber das passt ganz gut zu uns. Wir wollen das Rennen aggressiv gestalten und hoffen auf Wind. Der Kurs gibt das her", so Wackernagel.

rad-net Rose will sich als Team präsentieren

Bei rad-net Rose ist der Fokus zunächst voll auf die Rad-Bundesliga gerichtet. Nachdem es bei den ersten beiden Läufen nicht gewünscht lief, hofft der Sportliche Leiter Ralf Grabsch am Samstag auf ein besseres Abschneiden. "Es hat für uns höchste Priorität, dass wir uns im Bundesliga-Rennen als Team optimal präsentieren und es hoffentlich auch mit einem Ergebnis beenden“, so Grabsch zu radsport-news.com. Dass seine Fahrer am Tag vor dem rheinischen Klassiker noch ein Rennen bestreiten, beurteilte er positiv, da "so der Druck für Rund um Köln auch etwas weg ist. In Köln stehen wir nicht so im Fokus und können dort locker und gelöst auftreten“, so Grabsch.

Ganz anders sieht es bei den Maloja Pushbikers aus. Für die Mannschaft, die  durch Patrick Reißig einen zweiten Platz im Erzgebirge holte, genießt am Wochenende Rund um Köln Priorität, dagegen dient der Bundesliga-Lauf  eher  als Warm-Up. "Köln wird ein hartes Rennen, da werden wir versuchen, unsere Körner zu sparen und haben nicht das Ziel, die Gesamtwertung anzugreifen“, so Peter.

Mit Filippo Fortin stellen die Pushbikers allerdings einen der schnellsten Männer im Feld, der um den Sieg mitsprinten kann. Neben dem Italiener zählen noch Leslie Lührs (Lotto - Kern Haus), Michel Aschenbrenner (P&S Benotti) und Per Münstermann (Saris Rouvy Sauerland) zu den schnellsten Männern im Feld, die bei einer Massenankunft ganz vorne landen dürften.

 

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